„Evangelisch im Süden Westfalens“

  • Die Überlegungen des neuen Strukturausschusses erläuterte die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert.
  • Pfarrerin Silke van Doorn sortierte und bündelte nach dem Mittagessen die Einschätzungen aus den vier Gruppen:
  • Pro- und Contra-Punkte in Bezug auf die geplanten gemeindlichen Struktur-Veränderungen im Wittgensteiner Kirchenkreis,
  • Pro- und Contra-Punkte in Bezug auf eine geplante Machbarkeitsstudie zur Vereinigung der beiden Nachbar-Kirchenkreise Wittgenstein und Siegen.
  • Und hier das klare Votum der Wittgensteiner Synode für die Machbarkeitsstudie.

Parallel zur Wittgensteiner Kreissynode fand jetzt die Siegener statt. Eigentlich eine missliche Situation - auch wenn es von den gemeinsamen landeskirchlichen Ortsdezernenten, die in Bielefeld für die beiden Kirchenkreise zuständig und bei Synoden vor Ort sind, zwei gibt, so werden solche Doppelungen eigentlich vermieden. Diesmal aus Versehen nicht, was am Ende vielleicht gut war. Denn beide Synoden sollte über eine sorgfältige Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung der Gründung eines neuen Kirchenkreises entscheiden, der aus den bisher selbstständigen Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein hervorgeht, die seit 2002 Jahren in der Evangelischen Kirche von Westfalen gemeinsam den Gestaltungsraum XI bilden und die noch ein Jahr länger schon eine gemeinsame Verwaltung haben, die zwar größtenteils in Siegen sitzt, aber auch im Berleburger Haus der Kirche ein Büro hat.

In Wittgenstein stand dieser Punkt unter der Überschrift „Evangelisch im Süden Westfalens“ und war gleich nach Gottesdienst, Konstituierung und Grußworten der erste und einzige Tagesordnungspunkt auf dem morgendlichen Programm im Abenteuerdorf in Wemlighausen. Auch weil Wittgensteiner und Hochsauerländer, die gemeinsam den heimischen Kirchenkreis bilden, unter der gleichen Überschrift noch ein zweites Thema zu besprechen hatten: nämlich den Zwischenbericht aus dem Kirchenkreis-Strukturausschuss für die Weiterentwicklung der Kirchengemeinden hier vor Ort. Auch da ging es um die Zukunftsfähigkeit des landeskirchlich organisierten, evangelischen Glaubens im westfälischen Süden. Nachdem Superintendent Stefan Berk die Notwendigkeit und die Motivation für die angestrebte Machbarkeitsstudie erläutert hatte, berichtete Kerstin Grünert, erstens: Erndtebrücker, zweitens: jüngste Pfarrerin im Kirchenkreis, aus dem Strukturausschuss. Dieser war bei der vergangenen Synode neu aus der Taufe gehoben worden und hatte unter der Leitung des neuen Lukas-Pfarrers Joachim Cierpka getagt.

In Bezug auf die Machbarkeitsstudie erläuterte Stefan Berk nochmal ganz deutlich: „Es geht heute also nicht um die Entscheidung über die Vereinigung, sondern um den Auftrag, diese Studie zu erstellen, ‚in der die erkennbaren Themenfelder für eine Vereinigung identifiziert und einer Lösung zugeführt werden müssten‘, wie mein Kollege Peter Stuberg zeitgleich auf der Siegener Synode erläutert. Und weiter: ‚Zu beachten sind auch die gewissermaßen kulturellen Unterschiede der Kirchenkreise sowie ein gerechter, transparenter und paritätischer Verfahrensweg, bei dem die Gemeinden zu jeder Zeit das notwendige Schritttempo einhalten können, das sie brauchen um verantwortlich und ergebnisoffen entscheiden zu können‘.“

Die drei Ziele des Strukturausschusses konstatierte und erläuterte Kerstin Grünert: leistungs- und zukunftsfähige Gemeinden, eine für unseren Kirchenkreis Wittgenstein authentische Struktur, eine Stärkung der Gemeinden. Als Ergebnis der Arbeit stellte Kerstin Grünert die Planungen für ein Zusammenarbeits-Modell mit klaren Verbindlichkeiten in klaren Räumen vor. Die drei angedachten Kirchenkreis-Solidarräume sind die Kirchengemeinden im Hochsauerlandkreis sowie auf den kommunalen Gebieten von Bad Berleburg einerseits und Bad Laasphe mit Erndtebrück andererseits. Die Pfarrer-Arbeitszeit soll demnach künftig gefünftelt werden: drei Fünftel des Dienstes finden unverrückbar in der eigenen Kirchengemeinde für die bloße Grundversorgung statt, ein Fünftel wird gabenorientiert und gemeinde-übergreifend eingesetzt, ein weiteres Fünftel ist als Solidarkapazität für Notfälle und in Vakanz-Zeiten, also: wenn im Solidarraum eine Pfarrstelle unbesetzt ist, vorgesehen. Wird dieses Fünftel nicht gebraucht, ergänzt es das gabenorientierte, gemeinde-übergreifende Fünftel.

Beide Themen wurden in vier Arbeitsgruppen besprochen und diskutiert, die jeweiligen Ergebnisse wurden von den Pfarrern Dr. Dirk Spornhauer, Peter Liedtke, Dieter Kuhli und Thomas Janetzki präsentiert. Pfarrerin Silke van Doorn, gemeinsame Schulreferentin der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein sowie Mitglied des Wittgensteiner Synodalvorstands, bündelte nach dem Mittagessen die Einschätzungen.

Danach wurde abgestimmt: Die Machbarkeitsstudie wurde bei fünf Gegenstimmen und vier Enthaltungen in einem klaren Meinungsbild von einer deutlichen Mehrheit beschlossen. Gleichzeitig erhielt der Strukturausschuss den Auftrag, den bisher eingeschlagenen Weg fortzusetzen und seine Ergebnisse bei der kommenden Wintersynode vorzustellen. Auch die Siegener Synode stimmte der Machbarkeitsstudie zu.

Auf dem Weg zum Ergebnis

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 3

Gruppe 4