Prioritäten im Kirchenkreis

Am Tag vor der Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises tagte das Berleburger Presbyterium. Zur Synode brachte die Kirchengemeinde dann einen Antrag mit. Allein dieses Vorgehen macht deutlich, wie wichtig ihr das Anliegen dieses Antrags war, darin hieß es: „Wir sehen mit großer Sorge auf die pastorale Versorgung im Kirchenkreis. Freiwerdende Pfarrstellen scheinen zunehmend schwerer zu besetzen. Einen Grund sehen wir in einem fehlenden strukturellen Plan für die pfarramtliche Versorgung und die gemeindlichen Strukturen. Wir sehen die vielfältigen kreiskirchlichen Aufgaben, die darüber hinaus bewältigt werden müssen. Dennoch halten wir nun eine zeitnahe Lösung der Strukturfragen für vorrangig, um diesen Kirchenkreis für Bewerbungen von außen attraktiv zu machen und um bei den anstehenden Pensionierungen und eventuellen Weggängen der nächsten Jahre gut aufgestellt zu sein. Von daher stellen wir den Antrag, Struktur- und Konzeptionsaufgaben im Kirchenkreis ab sofort mit höchster Priorität voranzubringen.“

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder führte die Berleburger Überlegungen zum Thema aus und fand viel Unterstützung. Bei Kerstin Grünert, die sich als Zweitjüngste in der Wittgensteiner Pfarrerschaft natürlich fragt, wie ihre Arbeit aussieht, wenn in den 20er Jahren einige Pfarrer-Pensionierungen im Kirchenkreis anstehen. Der Synodale Hans Dürr aus Eslohe wollte ganz konkret wissen, wie es für die Dorlarer Kirchengemeinde weitergeht, wenn der Amtsinhaber absehbar in wenigen Jahren in Ruhestand geht. Konkret von den Dorlarer und Gleidorfer Kirchengemeinden mahnte Superintendent Stefan Berk eine vertragliche und damit verbindliche Vereinbarung zwischen den Gemeinden an, auf die er warte.

Generell wollte sich der Leitende Theologe dem Ansinnen aus Bad Berleburg nicht verschließen. Der Banfetaler Pfarrer Peter Meyer-Ullmann forderte ein, es müssten genaue Ziele in den Antrag hinein, auch sein Laaspher Kollege Steffen Post wollte klarere Definitionen für die Aufgaben des Ausschusses. Stefan Berk bot an, das Gespräch mit dem Berleburger Presbyterium zu suchen, damit der Kreissynodalvorstand (KSV) das Anliegen des Antrags präzisieren und mit Zielformulierungen versehen kann. Bei zwei Enthaltungen aus den Reihen des KSV wurde das Vorgehen so einstimmig beschlossen.

Um das Thema „Pfarrer-Nachwuchs“ war es auch vorher schon mal gegangen: Dr. Tim Elkar nutzte als jüngster Pfarrer im Kirchenkreis die Gelegenheit bei der Kreissynode im Abenteuerdorf in Wemlighausen im Beisein von Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller darauf hinzuweisen, wie befremdlich es für ihn sei, dass die Westfälische Landeskirche zwar einerseits mit Hochglanzbroschüren für den Pfarrberuf werbe, nachdem ihr der Berufsnachwuchs deutlich spürbar ausgeht, andererseits aber gleichzeitig eine Vier nach sechs Jahren Studium dazu führe, dass man in Westfalen nicht mehr Pfarrer werden könne. Ulrich Möller aus der Westfälischen Kirchenleitung hatte direkt darauf geantwortet und gesagt, dass diese Regelung - trotz aller Argumente die dafür sprächen - geändert werde.