Umbau des Freizeitzentrums Wemlighausen

  • Die grünen T-Shirts der Mitarbeiter vom Wemlighäuser Freizeitzentrum des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein leuchteten überall bei der Synode in Schmallenberg.
  • Hier sprach Hans Gerhard Tuschhoff mit Elke Beckmann und FZ-Geschäftsführer Klaus Aderhold.
  • Auch der Girkhäuser Pfarrer Achim Schwarz unterhielt sich mit den FZ-Mitarbeiterinnen.
  • Auf unterschiedlichste Arten gab es bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein Informationen über das Freizeitzentrum Wemlighausen, das im Mittelpunkt der Tagung stand.
  • Auch vor den Plänen für den Umbau des Freizeitzentrums Wemlighausen entstanden bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein Gespräche. Hier der Laaspher Synodale Klaus Koppenhagen und Silke Grübener von der Wittgensteiner Liegenschafts-Abteilung.
  • Finanzausschuss-Vorsitzender Oliver Günther (links) - hier im Gespräch mit Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller - übernahm bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein die Rolle des Mahners.
  • Man machte es sich bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein nicht leicht mit der Entscheidung über das Freizeitzentrum Wemlighausen, hier der Finanzausschuss-Vorsitzende Oliver Günther (links) und Superintendent Stefan Berk im Gespräch.
  • Bevor es zu der Abstimmung kam, wurde ganz viel miteinander geredet: Hier fragte Thomas Lindner nochmal bei Beate Vieregge nach, der Banfer Synodale Gundolf Hees sprach nochmal mit Horst Bötcher (von links).
  • Die Medien waren mit Siegener Zeitung und Radio Siegen bei der Synode ausdauernd vertreten, hier erläuterte Architektin Beate Vieregge ihre Pläne.
  • Die Entscheidung über das Freizeitzentrum Wemlighausen wurde bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in geheimer Abstimmung gefällt. Christiane Petri von der Superintendentur verteilte die Stimmkarten auch an den Jugend-Synodalen Jörn Dickel und den Verwaltungsleiter Oliver Berg,...
  • ..., eingesammelt wurden die Stimmkarten später unter anderem von Horst Bötcher.
  • Mit Klaus Aderhold, Geschäftsführer des Wemlighäuser Freizeitzentrums, freuten sich nach der klaren Entscheidung die Pfarrerinnen Claudia Latzel-Binder und Silke van Doorn.

Breitesten Raum nahm bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in der Evangelischen Christuskirche Schmallenberg die Entscheidung über das Freizeitzentrum (FZ) Wemlighausen ein. Nach rund vier Stunden - inklusive Mittagessen - stand das Ergebnis fest. In einer geheimen Wahl hatten 51 Synodale ihre Stimme abgegeben, bei zwei Enthaltungen stimmten 35 für Umbau und Renovierung des kirchenkreis-eigenen FZ und 14 sprachen sich dagegen aus.

Konkret hatte der Beschlussvorschlag sechs Unterpunkte, in denen unter anderem das Folgende stand: Es ist der Synode bewusst, dass die Weiterführung der Arbeit des FZ ohne eine grundlegende Renovierung der Gebäude sowie des Außengeländes und der konzeptionellen Neuausrichtung nicht möglich ist. Diese umfangreichen Arbeiten werden nach der vorgelegten Konzeption rund 1,4 Mio. Euro kosten. Die Synode betont die hohe kirchliche und gesellschaftspolitische Bedeutung, die das FZ für den Kirchenkreis und seine Gemeinden hat und in Zukunft haben soll. Deshalb beschließt die Synode, das FZ nach den vorgelegten Planungen zu modernisieren und umzubauen. Die dafür nötigen finanziellen Mittel werden wie folgt bereitgestellt: 600.000 Euro werden der Ausgleichsrücklage des Kirchenkreises als einmaliger Investitionszuschuss entnommen, 800.000 Euro werden als Darlehen aufgenommen und müssen vom Betrieb des FZ in den nächsten Jahren nach einem entsprechenden Plan getilgt werden.

Zuvor hatte Pfarrerin Silke van Doorn als Sprecherin des FZ- Arbeitskreises „Neue Wege“ in ihren Ausführungen noch einmal erläutert, welche Anstrengungen in den vergangenen beiden Jahren unternommen worden waren, um neue Wege für die Einrichtung aufzutun, da das knapp 40 Jahre alte Freizeitzentrum in den vergangenen Jahren von seiner Substanz gelebt hat und Renovierungen unumgänglich sind, um der Kundschaft auf der Höhe der Zeit zu begegnen. Silke van Doorn, mittlerweile Schulreferentin der beiden Evangelischen kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, war bis zu den Sommerferien noch selbst Lehrerin an der Haupt- und an der Realschule Bad Berleburg und hatte dort auch auf unterschiedlichste Arten das Haus in ihren Unterricht eingebunden. Das hatte ihr die Grenzen, aber genauso auch die breiten Möglichkeiten der Einrichtung vor Augen geführt.

Nach ihr kam die Siegener Architektin Beate Vieregge zu Wort. Auf vielen Ideen der Siegener Studenten fußend - die vor zwei Jahren in einem Seminar-Workshop unterschiedliche Gebäude im FZ architektonisch für eine Neukonzipierung überarbeitet hatten – hatte sie ein Gesamtkonzept zusammengestrickt: Dazu gehören die Schaffung einer erkennbaren Mitte zwischen den drei Gästehäusern und dem Haupthaus, flexible Wände für das Gästehaus C „Kapernaum“, um dieses Gebäude in einem kompletten Umbau für unterschiedliche Gruppengrößen interessant zu machen, in kleinerem Umfang soll etwas Ähnliches mit den Gästehäusern A und B, Bethlehem und Nazareth, geschehen. Ganz wichtig auch in allen Fällen der Umbau von Sanitäranlagen, der unter anderem Begleitpersonen künftig ein eigenes Bad zusichert. Auch das Hauptgebäude wird komplett umgebaut, die Küche ist künftig im Untergeschoss, von wo aus auch die neu zu bauende Halle gut zu erreichen ist, in der künftig Seminare genau wie Familienfeiern stattfinden können. Auf dem Fundament der alten Halle wird die neue entstehen. Innerhalb des kommenden Jahres könnten die Arbeiten abgeschlossen werden, währenddessen kann der Betrieb weiterlaufen. Die Kosten wurden auf die angesprochenen 1,4 Mill. Euro beziffert.

Verschoben worden war die Synode, weil dem Kirchenkreis zunächst eine Potentialanalyse gefehlt hatte. Diese stellte Horst Bötcher von der Krause & Böttcher Bildungsstättenberatungs-GmbH vor. Wie alle Fachleute, die von außen ins FZ kamen und es anschauten, schrieb er auch als ehemaliger Jugendherbergsvater von Borkum dem Wittgensteiner Kirchenkreis zunächst einmal ins Stammbuch, was für ein „Kleinod“ man mit dem FZ habe. Aufgrund der vielen Möglichkeiten und Einzigartigkeiten könne das Haus, das jetzt schon im operativem Bereich wirtschaftlich geführt werde, nach dem Umbau eine gute Zukunft haben: wenn das Haus sein Profil schärfe, wenn es ein komplettes, zeitgemäßes Marketing, ein aktives Belegungsmanagement und ein zweckmäßiges Controlling sowie eine entsprechende Begleitung bekomme. Das große Plus seien die Netzwerke Kirche allgemein und Kirchenkreis im Besonderen, dafür müsse aber klar sein, dass das Freizeitzentrum im Kirchenkreis wirklich gewollt sei. Bei einer moderaten Preiserhöhung nach dem Umbau auf 27,50 Euro pro Kind oder Jugendlichem - das ist weiterhin die erste und wichtigste Zielgruppe - pro Nacht werden bei 13.500 Übernachtungen, also 30 Prozent mehr als derzeit, schwarze Zahlen geschrieben. Wobei der Experte deutlich machte, dass ein solches Haus im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit immer auf finanzielle Unterstützung angewiesen sei.

In den Berechnungen zur Finanzierung der Maßnahme waren 800.000 Euro ein Darlehen für den Umbau und 600.000 stammten aus einer Ausgleichsrücklage, die auch nach dieser Entnahme nicht ihren gesetzlichen Richtwert unterschreitet. Geld, das Oliver Günther als Vorsitzender des Finanzausschusses im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein dennoch nicht leichtfertig ausgegeben wissen wollte. Wenn man jetzt 600.000 Euro als Zuschuss gebe, dann habe man zwar den Richtwert von 1 Mio. Euro in der Ausgleichsrücklage nicht unterschritten, gleichzeitig habe man diese Rücklage in den vergangen zwei Jahren jedoch halbiert. Auch das Ablösen von Haus Nordhelle hatten die Wittgensteiner aus diesem Topf bezahlt. Der Feudinger Pfarrer fragte in seinem Bericht außerdem kritisch nach, wie die Wittgensteiner Gemeinden die Einrichtung überhaupt noch nutzen und wollte zudem wissen, wie sich das Haus in die Arbeit des Kompetenzzentrums für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit beim Kirchenkreis einpasst.

Simone Conrad, Vorsitzende des Wittgensteiner Synodalausschusses für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit verwies in diesem Zusammenhang etwa darauf, dass man mit Jugendlichen auch mal etwas weiter weg fahren müsse und dass die gemeinsamen Konfi-Camps mehrerer Kirchengemeinden auch nicht mit dem FZ zu vereinbaren seien, weil da schlicht und ergreifend zahlenmäßig zu viele Jugendliche zusammen untergebracht werden müssten.

Zudem wies Oliver Günther als Finanzausschuss-Vorsitzender mehrfach auf das wirtschaftlich enorm große Risiko hin, dass die Investitionen mit sich brächten. Der Umbau allein reiche noch nicht aus, man müsse an vielen anderen Stellen weiterarbeiten.

Viele der Synodalen meldeten sich zu Wort, und auch wenn das große Risiko immer wieder thematisiert wurde, so gab es doch insgesamt viel Anerkennung für die im Freizeitzentrum geleistete Arbeit aus vielen Ecken des Kirchenkreises, darunter auch von Thomas Lindner, der Pädagogischen Fachkraft im Kompetenzzentrum.

Die Synodalen hatten nach den Vorträgen die Möglichkeit, an Schautafeln, bei genauen Plänen, im Gespräch mit den Experten von außen und mit denen von innen, viele FZ-Mitarbeiter waren in grünen FZ-T-Shirts in Schmallenberg, sich noch ein umfassendes Bild zu machen und alle möglichen Fragen zu stellen. Auf dieser Basis fällten die Synodalen dann ihre doch eindeutige Entscheidung. Auch Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, der für den Kirchenkreis Wittgenstein zuständige Dezernent bei der Evangelischen Kirche von Westfalen, hatte die Diskussionen und die abschließende Abstimmung verfolgt, er zollte der Synode Respekt für den Mut und den Geist, der dahinter stehe für die Zukunft des Wittgensteiner Kirchenkreises.