Innovationspreis

Ab 2013 lobt der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein alljährlich einen Innovationspreis mit dem schönen Namen „Schatz im Acker“ aus. Jeweils bei der Sommersynode wird der Öffentlichkeit vorgestellt, welche Kirchengemeinde oder welcher Synodale Dienst in den zwölf Monaten zuvor den Schatz im Acker geborgen hat.
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Seit 2013 lobt der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein alle zwei Jahre einen Innovationspreis mit dem schönen Namen „Schatz im Acker“ aus. Jeweils bei der Sommersynode in den ungeraden Jahren wird der Öffentlichkeit vorgestellt, welche Kirchengemeinde oder welcher Synodale Dienst in den 24 Monaten zuvor den Schatz im Acker geborgen hat.

Hier das aktuelle Faltblatt 2018/19.

2017 jährte sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an die Tür der Wittenberger Schlosskirche, der als Beginn der Reformation gilt. Das Wort „Reformation“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel wie Erneuerung. 500 Jahre lang permanente Erneuerung ist ein hoher Anspruch, wahrscheinlich war dieser nie zu erfüllen. An vielen Stellen haben auch in der evangelischen Kirche Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder auf der anderen Seite „Das haben wir noch nie so gemacht“ notwendige Diskussionen im Keim erstickt. Hinzu kam, dass in Zeiten einer sehr guten finanziellen Ausstattung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts viele Gemeinden auf ihren bekannten und bewährten Wegen sorgenlos und oft auch recht sorglos durch das Kirchenjahr und den Alltag gehen konnten.

Das hat sich in den vergangenen Jahren für die Kirche drastisch verändert. Auch wenn Kirchenaustritte, die anderswo ein großes Problem waren und sind, im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein eine zu vernachlässigende Größe sind, so ist es hier der vielfach zitierte Demographische Wandel, der den einzelnen Kirchengemeinden das Leben erschwert. Weil immer weniger Menschen in den sechs Kommunen des Kirchenkreises - Bad Berleburg, Bad Laasphe, Erndtebrück, Eslohe, Schmallenberg und Winterberg - und deren zahllosen Dörfern leben, sinken auch die Gemeindegliederzahlen der 14 Kirchengemeinden. Nachdem in vielen Orten das letzte Geschäft und die letzte kleine Kneipe längst zugemacht haben, öffnen in vielen wenigstens noch die Kirchen - verlässlich, wenn auch hie und da seltener als früher - ihre Türen für die Menschen. Doch die Dinge werden definitiv komplizierter.

Genau deshalb möchte der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein seit 2013 alle zwei Jahre frische, junge, neue Ideen seiner Kirchengemeiden und Arbeitsbereiche mit dem  Innovationspreis „Schatz im Acker“ auszeichnen. Dieser wurde bereits in der 2010 von der Kreissynode beschlossenen Konzeption des Kirchenkreises angekündigt. Eines der Konzeptionsziele wurde formuliert: „Der Kirchenkreis ist attraktiv - mit Überzeugung den eigenen Platz finden.“ Als ein Schritt zur Umsetzung wurde der Innovationspreis festgeschrieben. Der Preis soll von nun an alle zwei Jahre bei der Sommersynode verliehen werden. Es wurde bewusst darauf verzichtet, im Vorhinein die Projektideen allzu eng zu begrenzen.

Als wesentliche Kriterien sind einerseits die Wertschätzung von Mitarbeitenden und andererseits die Stärkung der Zukunftsfähigkeit von Kirche zu nennen. Beides hat mit der Attraktivität des Kirchenkreises unmittelbar zu tun: Wo Menschen sich wertgeschätzt wissen, können sie auch neue und ungewohnte Wege einschlagen und Projekte entwickeln. Zu der Jury gehören Menschen aus dem Synodalvorstand des Kirchenkreises. Das Geld für die Preise wird vom Kirchenkreis zur Verfügung gestellt.

Über dem Preis steht der eine Gedanke: Es geht darum Neues zu wagen, um mit den Menschen im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein auch in Zukunft das Gute aus der alten Frohen Botschaft des Evangeliums leben zu können.