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18.05.2020
Von: Stefanie Goß

Mutmachende Investition in die Zukunft

August-Hermann-Francke-Haus: Grundstein für Neubau in Bad Laasphe ist gelegt


Feierlicher Moment: Die Zeitkapsel versenken Einrichtungsleiterin Margit Haars und  Geschäftsbereichsleiter Achim Krugmann im Gemäuer.

Punktuell hat Einrichtungsleiterin Margit Haars auch immer mal wieder mit den evangelischen Pfarrern in Bad Laasphe zu tun: Steffen Post (links) und Dieter Kuhli waren jetzt auch bei der Grundsteinlegung dabei.

Die Zeit der Planung ist vorbei - nun geht es endlich an die Praxis: Für den Neubau des August-Hermann-Francke-Hauses in Bad Laasphe wurde jetzt der Grundstein gelegt. In 14 Monaten soll die neue Einrichtung der Eingliederungshilfe der Sozialen Dienste der Diakonie in Südwestfalen bezogen werden können. Unterhalb des Altbaus an der Sebastian-Kneipp-Straße entsteht das neue, barrierefreie August-Hermann-Francke-Haus mit 24 Wohnheimplätzen und zwei Krisenplätzen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Pfarrer Jörn Contag, theologischer Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen, eröffnete die Feierstunde: „Es freut mich, dass nun ein großer Wunsch der Mitarbeiter und Bewohner in Erfüllung geht.“

Seine Freude über den Start der Bauarbeiten brachte auch Achim Krugmann, Geschäftsbereichsleiter der Sozialen Dienste, zum Ausdruck: „Dieser Tag, den wir heute feiern, ist ein mutmachendes Zeichen für die Zukunft.“ Für die Gäste, darunter Vertreter der Diakonie in Südwestfalen, der Stadt Bad Laasphe sowie Bewohner und Mitarbeiter des Hauses, hatte er einen kurzen Abriss der Historie der Einrichtung vorbereitet. In den 1950er-Jahren war das August-Hermann-Francke-Haus als Lehrlingswohnheim errichtet worden. Danach diente es für kurze Zeit als Kur- und Erholungsheim, bevor es die Eingliederungshilfe der Diakonie in Südwestfalen im Jahr 1995 umbaute und seiner jetzigen Bestimmung zuführte - der Hilfe und Begleitung psychisch erkrankter Menschen. Diese leben zwar alle in ruhigen Einzelzimmern: „Andere Voraussetzungen entsprechen indes nicht mehr den heutigen Standards“, informierte Krugmann. Besonders in Sachen Barrierefreiheit bestehe Handlungsbedarf. Die Neuplanungen zum rund 3,5 Millionen Euro teuren Neubau sehen deshalb auch einen Aufzug und breite Treppenhäuser vor. Weiterhin werden sich die künftigen Bewohner über moderne Sanitäranlagen und Zimmer freuen, die allesamt mit einem Blick nach Süden in die waldreiche Landschaft ausgerichtet sind.

Weitere Details zum Bau lieferte der ausführende Architekt Oliver Schmidt (Betzdorf). Der Neubau umfasst 1300 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Die 24 Einzelzimmer verteilen sich auf drei Wohngruppen, jeweils mit eigener Küche sowie Wohn- und Essbereich. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes Bad, sechs werden rollstuhlgerecht ausgebaut. Außerdem finden in dem Neubau ein Pflegebad und ein großer Tagesstrukturbereich inklusive Ruheraum Platz. Angrenzend befindet sich ein Mehrzweckraum, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. Darüber hinaus verfügt das neue August-Hermann-Francke-Haus über einen Aufzug und Balkone im ersten und zweiten Stock. Auf dem 4300 Quadratmeter umfassenden Grundstück wird ein Garten angelegt, den die Bewohner gemeinsam nutzen können.

Unterstützt wird das Bauvorhaben von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Zudem wird das Projekt aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen über die NRW.BANK gefördert. „Stein auf Stein geht es voran. Mit der Fertigstellung rechnen wir im Juni 2021“, so Schmidt. Nach dem Umzug steht der Abriss des Altbestandes an. Auf dem frei werden Grundstück sollen Parkplätze entstehen.

Über den Neubau freuen sich Mitarbeiter und Bewohner gleichermaßen, wie Einrichtungsleiterin Margit Haars erläuterte: „Wir haben lange auf diesen Tag gewartet. Nun genießen wir es, die Baufortschritt tagtäglich beobachten zu können.“ Denn: der Neubau befindet sich direkt unterhalb des Altbestandes.

Als Höhepunkt des offiziellen Teils galt der Moment, als die Festgäste selbst mit der Maurerkelle zur Tat schreiten konnten. In den Grundstein wurde eine Zeitkapsel eingearbeitet, gefüllt mit guten Wünschen, Liedtexten und persönlichen Notizen der Bewohner und Mitarbeiter. Umrahmt wurde die Veranstaltung von festlicher Musik, die der Trompeter Matthias Herling vorbereitet hatte.