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15.11.2019
Von: Jens Gesper

„In der Kirchengemeinde Feudingen gehören Sie zusammen“

Wittgensteiner Kirchenkreis nimmt im Oberen Lahntal große Lebendigkeit wahr


Ein Hauptaugenmerk lag bei der Visitation auf dem Feudinger Modellprojekt, in dem Pfarrer Oliver Lehnsdorf und Gemeindepädagoge Johannes Drechsler im Team arbeiten. Und so wurde auch der Katechumenen-Unterricht in Oberndorf besucht.

Superintendent Stefan Berk brachte im abschließenden Gottesdienst seinen Kurzbericht zur Visitation ein, dieser ist auf der Kirchenkreis-Homepage nachzulesen. Das Feudinger Presbyterium bekommt in den nächsten Wochen noch einen ausführlichen Bericht.

Viel wurde bei der Visitation des Kirchenkreises Wittgenstein in der Feudinger Kirchengemeinde miteinander gesprochen, auch nach dem abschließenden Gottesdienst, zu dem noch ein Kirch-Kaffee gehörte.

Am Anfang und am Ende stand jeweils ein Gottesdienst in der Feudinger Kirche, zwischendrin gab es Tage voller Begegnungen und Gespräche. Die Rede ist von der Visitation des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in der Oberlahntaler Kirchengemeinde. In regelmäßigen Abständen macht sich der Kreissynodalvorstand (KSV) als Kirchenkreis-Leitungsgremium mit Fachleuten aus den Arbeitsbereichen auf den Weg, um Gemeinden zu besuchen: Nach Banfe und Fischelbach vor vier und Winterberg vor zwei Jahren war es nun die Feudinger Kirchengemeinde. Das Augenmerk sollte auf dem Modellprojekt liegen, das es hier seit fast drei Jahren gibt. Weil die offene halbe Gemeindepfarrstelle nicht zu besetzen war, wurde eine ganze Gemeindepädagogen-Stelle geschaffen. Diese wird bezahlt durch das halbe Pfarrgehalt, das Feudingen zusteht, und weiterem Geld, das der Kirchenkreis dazu gibt. Die geringe Zahl an jungen Leuten, die heute noch den Pfarrberuf übernehmen wollen, führt dazu, dass Gemeinden auch für Menschen aus anderen Berufsgruppen offen sein müssen, um in so genannten multi-professionellen Teams das Gemeindeleben zu gestalten. Dafür sind in Feudingen die beiden Hauptamtlichen zuständig: Pfarrer Oliver Lehnsdorf zum einen, Gemeindepädagoge Johannes Drechsler zum anderen.

So konzentrierte sich der Blick auf die Konfirmandenarbeit, aber es gab auch viele andere Treffen: In einer sehr gut besuchten Begegnung mit Ortsvorstehern und Vereinsvertretern sowie mit der Einrichtungsleitung aus dem Oberndorfer Seniorenstift Elim wurde deutlich, dass die Kirchengemeinde im Oberen Lahntal ein verlässlicher Kooperationspartner ist, im ähnlich großen Kreis mit Ehrenamtlichen aus der Kinder- und Jugendarbeit wurde klar, wie beeindruckend stark dieser Arbeitsbereich ist, die Begehung der Gebäude mit der Verwaltung zeigte, wie hoch der Gebäudebestand ist und wie gut die Dinge hier trotzdem im Schuss sind, die Frauenhilfs-Nachmittage waren gut besucht und fröhlich, die Proben vom Kirchenchor Berghausen-Feudingen und von den CVJM-Tonspuren waren beide so gut, dass eine der kreiskirchlichen Besucherinnen künftig bei den Tonspuren mitsingen will. Obwohl die zahlreichen Kinder- und Jugendgruppen und die beiden CVJM-Posaunenchöre nicht auf dem Besuchsprogramm standen, ergab sich für die Gäste vom Kirchenkreis das ehrliche Bild einer ganz lebendigen Kirchengemeinde.

Und in seinem Bericht, den Superintendent Stefan Berk nach weiteren Begegnungen geschrieben und mit dem KSV abgestimmt hatte, hielt der Leitende Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises eine wichtige Zutat für den Erfolg im Oberen Lahntal fest: „Wo in manchen anderen Orten das Zusammenleben von CVJM und Kirchengemeinde immer wieder eine Herausforderung ist, da haben wir hier erfahren: In der Kirchengemeinde Feudingen gehören Sie zusammen, und die Aufgaben werden gemeinsam wahrgenommen.“ Gleichzeitig habe man für das Modellprojekt erkannt: „Da müssen wir gemeinsam genau hinschauen. Denn bei der Umsetzung eines neuen Projektes ist manchmal nicht alles von Anfang an im Blick. Deshalb haben wir verabredet, in der nächsten Zeit dieses Modellprojekt genauer zu beschreiben, damit für alle mehr Klarheit entsteht.“ Die Kirchengemeinde bekommt in den kommenden Wochen auch noch einen ausführlichen Bericht.

Am Anfang der Visitation stand ein Gottesdienst unter dem Leitwort „Suche Frieden und jage ihm nach“, am Ende ein Gottesdienst mit Jesu Verheißung „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“. Die Predigt am Freitagabend hielt Laasphes Pfarrer Dieter Kuhli, der in Feudingen aufgewachsen ist. Bezugnehmend auf die Seligpreisungen der Bergpredigt sagte er am Ende: „Ich wünsche Ihnen und Euch, den Menschen hier in der Feudinger Kirchengemeinde, dass Ihr Euch die Offenheit und den Mut, die dankbare und getroste Zuversicht, die uns in diesem Nach-Denken der Worte Jesu begegnet, immer wieder schenken lassen könnt. Heute und genauso auch morgen und übermorgen. Um die Zukunft der Kirchengemeinde wird mir dann nicht bange sein.“

Hier gibt es Stefan Berks Kurzbericht,
hier gibt es Dieter Kuhlis Predigt,
hier gibt es viele weitere Fotos von der Visitation.