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01.10.2019
Von: Jens Gesper

Unerwartetes zu Karl Barth

Dr. Tim Elkar hatte beim Vortrag in Raumland nicht so bekannte Zitate vom Schweizer Theologen


Inmitten der Karl-Barth-Ausstellung freute sich Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer mit einigen anderen Wittgensteinern, dass sein ehemaliger Vikar Dr. Tim Elkar nochmal zu einem Vortrag nach Raumland gekommen war.

Die Karl-Barth-Ausstellung zog in Raumland einige Besucher in ihren Bann (Foto), mittlerweile ist sie in der Evangelischen Kirche Erndtebrück zu sehen.

Ein Junge träumt von seiner eigenen Beerdigung und berichtet so darüber: „Doch war ich nur scheintot und reklamierte, schon im Grabe, heftig. Meine Mama riet ganz freundlich, das Grab nur zuzumachen, ich werde dann schon sterben, doch gelang es mir, mich durchzusetzen, worauf es dann im Galopp durch den Kirchhof hindurch zurück ins Leben ging.“ Diese Geschichte hörten jetzt rund 30 Zuhörer im Raumländer Gemeindehaus und erhielten damit einen ganz unerwarteten Zugang zu dem Mann, um den es an diesem Abend gehen sollte: Karl Barth. Der Schweizer Theologe, dessen Todestag sich im Dezember zum 50. Mal jährte und der genau vor 100 Jahren mit seinem Kommentar zum biblischen Römerbrief in der Theologie einen ganz neuen Akzent setzte.

Dr. Tim Elkar erzählte diese Geschichte inmitten von 16 spannenden Aufstellern der Karl-Barth-Ausstellung „Gott trifft Mensch“ vom Reformierten Bund. Sehr persönlich machte der ehemalige Raumländer Vikar und jetzige Gemeindepfarrer im Siegerländer Neunkirchen gleich zu Beginn seines Vortrags klar: „Ich möchte Ihnen heute Karl Barth näher bringen: einen Theologen, der mich geprägt hat, wie kein anderer Theologe.“ Dabei waren die einzelnen Stationen aus Karl Barths Leben und Theologie im Vortrag die erwartbaren, aber Tim Elkar hatte dafür immer wieder Textstellen und Zitate, die man so nicht kannte - und die auch den Schuljungen Karl Barth mal in einem ganz interessanten und unerwarteten Licht zeigten: „Heute prügelte ich viel und wurde von vielen geprügelt. Es liegt eigentlich eine herrliche Poesie in diesem Aktiv und Passiv.“

Eine Stunde lang brachte Tim Elkar, genau wie er sich das vorgenommen hatte, den Zuhörern Karl Barth näher. Und ganz am Ende zog er dessen Spuren folgend aus dem Wirken und Denken des Schweizers folgende Erkenntnis für die Gegenwart: „Die Aufgabe der Kirche ist es, Jesus Christus, als den Gott des Menschen und als den Menschen Gottes zu bezeugen. Ich finde, dass wir als Kirche in der heutigen Zeit klar und deutlich zu unserem Auftrag stehen dürfen, ihn beim Namen nennen dürfen. Dass wir nach außen mutig und nicht verzagt auftreten sollten. Dass wir durchaus auch Dinge anders sehen dürfen, als die Gesellschaft es tut.“

Der Abend, zu dem Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde Raumland begrüßt hatte, wurde musikalisch von Leonie Spornhauer am Klavier begleitet. Nach dem Vortrag hatten die Gäste einerseits die Möglichkeiten mit dem ehemaligen Vikar Tim Elkar über die gute alte Zeit und die Gegenwart zu sprechen, andererseits luden die Ausstellungs-Aufsteller „Gott trifft Mensch“ zum Lesen ein.

Inzwischen hat die Wander-Ausstellung einen neuen Standort gefunden. Bis einschließlich Sonntag, 13. Oktober, ist sie in der Evangelischen Kirche Erndtebrück zu sehen. Diese ist eine offene Kirche und damit von 8 bis 19 Uhr nicht abgeschlossen, so dass die Aufsteller zu Karl Barth dann auf Besucher warten. Mit dem Gottesdienst am Sonntag, 13. Oktober, endet die Ausstellung in Erndtebrück. Pfarrer Jaime Jung wird an diesem Morgen zunächst ab 9 Uhr im Benfer Gemeindehaus, dann ab 10.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Erndtebrück zum Thema predigen. Dann hat man noch einmal die Chance, die Karl-Barth-Ausstellung anzuschauen, die anschließend nach Winterberg wechselt.

Hier gibt es den Vortrag von Dr. Tim Elkar,
hier gibt es mehr Fotos.