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20.09.2019
Von: Jens Gesper

Kundgebung zum Klimaschutz

In 25 Türmen im Kirchenkreis läuteten Glocken, 120 Menschen kamen nach Bad Berleburg


Rund 120 Menschen versammelten sich am Freitagnachmittag vorm Berleburger Rathaus zum Globalen Streiktag #AllefürsKlima.

Beim Globalen Streiktag #AllefürsKlima vorm Berleburger Rathaus sprach für den Wittgensteiner Kirchenkreis Pfarrer Joachim Cierpka aus der Lukas-Kirchengemeinde, der dabei nicht ohne Grund das blaue Losungsbüchlein in der Hand hielt.

„Wir sind dankbar für die Schönheit und die Gaben der Schöpfung. Menschen in unseren Schwesterkirchen im Süden des Planeten leiden schon jetzt unter Dürre und Fluten. Und unsere Enkel- und Patenkinder erinnern uns, dass unsere Verantwortung über unser eigenes Leben, unseren Wohlstand und unser Wohlbefinden hinausreicht.“ Mit klaren Worten hatte Präses Annette Kurschus als Leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen in der vergangenen Woche begründet und dazu ermutigt, an Veranstaltungen zum Globalen Streiktag #AllefürsKlima teilzunehmen. Im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein läuteten deshalb in 24 Kirchen und Kapellen sowie in einem Gemeindehaus die Glocken, als in Bad Berleburg am Freitag um 17 Uhr die Klimastreik-Kundgebung vorm Berleburger Rathaus begann, die von der Dienstleistungs-Gewerkschaft Ver.di Südwestfalen, Bündnis 90/Die Grünen Bad Berleburg, der Linksjugend Solid Bad Berleburg, der Linken Bad Berleburg, der Laaspher Initiative „Weitergedacht!“ und der „Initiative Wittgenstein im Wandel“ unterstützt wurde. Weshalb etwas getan werden muss und kann, das führten neben anderen Rednern vor den 120 Besuchern beim Rathaus auch Dr. Felix Riedel und Yannik Büdenbender von den Veranstaltern einerseits faktengestützt, andererseits emotional aus.

Bei der Einladung an Kirchengemeinden und -kreise in Westfalen hatte Annette Kurschus nicht den mahnenden Zeigfinger erhoben, sondern eingeräumt: „Seit vielen Jahren setzt sich unsere westfälische Kirche in besonderer Weise für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ein. Aber wir erkennen, dass wir noch viel zu wenig tun in der Umsetzung unserer eigenen Forderungen.“ In die gleiche Kerbe schlug bei der Berleburger Veranstaltung Joachim Cierpka als Pfarrer der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal sowie auch im Namen des Wittgensteiner Kirchenkreises: Joachim Cierpka machte sehr deutlich, dass Veränderung nur bei jedem Menschen selbst anfangen könne. Er wünsche sich dabei ein Vorangehen der Kirche, aber nicht nur mit Worten. Mit konkreten Beispielen des Energie-Einsparens aus der Lukas-Gemeinde illustrierte der Pfarrer dieses Ansinnen. Dabei kam er aber auch darauf, dass es verschiedene Wege gibt, die gleichermaßen gut und hilfreich sind: Das lokale Einkaufen direkt vor Ort wie der genaue Blick auf Produkte, die es eben nicht vor der Haustür gibt, die dann aber wenigstens aus Fairem Handel stammen können.

Und da war der Pfarrer Joachim Cierpka bei der Tageslosung an diesem Freitag: „Die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels.“ Eine biblische Verheißung des Propheten Jesaja. Und wenn die Glocken an diesem Nachmittag läuteten, dann auch zur Erinnerung an die Hoffnung darin - aber nicht als Aufforderung an uns, die Hände in den Schoß zu legen.

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