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01.09.2019
Von: Jens Gesper

„Öffnen wir Gott unsere Türen“

Beim Laaspher Diakoniegottesdienst ging es um Räume


Die Arbeit des Diakonischen Werks Wittgenstein funktioniert nur im Teamwork - genau wie Wittgensteiner Diakoniegottesdienste. Viele Köpfe und viele Hände machten den Laaspher Gottesdienst von Pfarrerin Simone Conrad und der Laaspher Diakoniestation wieder zu etwas ganz Besonderem.

Diakonie-Gemeindemitarbeit-Koordinatorin Barbara Lenz-Irlenkäuser, DW-Geschäftsführerin Birgit Niehaus-Malytczuk und Kolleginnen aus allen vier Kirchenkreis-Regionen verabschiedeten die Banfetalerin Carmen Wagner-Khatibi (Fünfte von rechts) aus ihrem Dienst.

„Und lasst mich so wie ich bin, vergesslich - aber lebendig, dement - aber empfindsam, klein im kopf - aber groß im herzen.“ Diese Worte aus einem anrührenden Gedicht über Demenz waren am Sonntag beim Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Bad Laasphe zu hören, den die Wittgensteiner Diakoniepfarrerin Simone Conrad mit Mitarbeiterinnen der Laaspher Station im Diakonischen Werk Wittgenstein (DW) vorbereitet hatte. Viele kamen an dem Morgen beim Gottesdienst zu Wort, denn genau wie dieser Dienst am Menschen im kirchlichen Rahmen sind auch Diakoniegottesdienste selbst in Wittgenstein immer Teamwork.

Der literarische Besuch im Kopf eines dementen Menschen vom Anfang war nur einer von vielen an diesem Morgen, denn der Gottesdienst fand unter der Überschrift „Lebens-Räume“ statt. Dabei nahmen die Diakonie-Mitarbeiterinnen die knapp 120 Gottesdienst-Besucher mit auf eine Tour durch verschiedene Arbeitsbereiche der Diakonie. Im Gottesdienst erfuhr man mehr über die Tagespflege, die Ambulante Pflege, das Lebenscafé für Männer und Frauen in Trauerzeiten und die Demenz-WG als ganz greifbare Orte, aber auch über Plätze im übertragenen Sinn: die Ruhepause als Raum der Freude oder auch die Verinnerlichung als Raum zum Rückzug. All diese verschiedenen, spannenden Lebens-Raum-Besuche bündelte Simone Conrad zum Abschluss: „Ich glaube, dass ein Raum, in den wir Gott einlassen, heller wird und wärmer durch seine Gegenwart. Er will uns Kraft schenken und Trost, Freude und Angenommen-Sein. Ein Raum, in dem Gott wohnt, ist ein Raum, in dem die Liebe Platz hat. Das ist spürbar - in den Einrichtungen der Diakonie, aber auch in jedem einzelnen Leben. Darum: Öffnen wir Gott doch unsere Türen. Zu unserem Lebens-Raum - und zu unserem Herzen.“

Die Qualität der Arbeit in diesem oftmals sensiblen Bereich hängt immer in einem ganz großen Maße von den Beschäftigten des DW ab, die schnell zu einem Gesicht von Diakonie und Kirche vor Ort werden. Deshalb war der Gottesdienst genau der richtige Rahmen, um Carmen Wagner-Khatibi als Diakonische Gemeindemitarbeiterin im Banfetal schweren Herzens aus ihrem Dienst zu verabschieden. Aus der Berleburger, der Laaspher, der Erndtebrücker und der Hochsauerländer Kirchenkreis-Region waren Kolleginnen nach Bad Laasphe gekommen, Koordinatorin Barbara Lenz-Irlenkäuser war vor Ort genau wie DW-Geschäftsführerin Birgit Niehaus-Malytczuk. Sie dankte der engagierten Mitarbeiterin mit Worten und einem Strauß Blumen, Pfarrerin Simone Conrad verabschiedete Carmen Wagner-Khatibi nach siebeneinhalb Jahren mit einem Segen aus ihrem wichtigen und wertvollen Gemeindemitarbeiterinnen-Dienst für die älteren Menschen im Banfetal.

Hier gibt es den gesamten Gottesdienst-Ablauf.