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01.07.2019
Von: Kita „Regenbogen“

Rotarier unterstützen Regenbogen

Zur Halbzeit des Sprach-Kita-Programms Bilanz im Berleburger Herrengarten gezogen


Mit den Kleinen freuten sich Steffi Dersch, Jan Siegismund, Hans-Jürgen Müller, Kornelia Peters-Manche, Dr. Frank Dratschmidt, Christine Liedtke, Rosemarie Polensky, Martina Wahl, Nadine Bald und Yvonne Schneider (von links) darüber, dass die Evangelische Kita „Regenbogen“ im Berleburger Herrengarten eine Sprach-Kita ist – und dabei von den heimischen Rotariern unterstützt wird.

Als Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg lebt die Kita „Regenbogen“ schon seit vielen Jahren eine lebendige Willkommenskultur. Dies bedeutet für ihre Mitarbeiterinnen: „Jeder Mensch ist geprägt von seinen eigenen Erfahrungen und Lebensbedingungen. Wir sind offen, die unterschiedlichen Lebensweisen eines jeden Menschen wahrzunehmen. Es ist normal, verschieden zu sein - dieses Bewusstsein und der sensible, respektvolle Umgang damit stehen für uns im Vordergrund.“

Für die Berleburger Kirchengemeinde spiegelt sich diese gelebte Offenheit in ihrem Café International wider. Hier treffen sich einmal wöchentlich im Christushaus Menschen, die in ihren Heimatländern oder auf der Flucht oft Schweres erlebt haben und nun in Deutschland ihre Zukunft sehen. Die Zusammenkünfte gestalten sich meist ganz nach den Bedürfnissen der Besucher. Bei Kaffee, Tee und Kuchen werden Gespräche geführt, in denen die Gäste ihre ganz konkreten Fragen und Probleme mitteilen. Hilfestellung kann gegeben werden bei Behördengängen, dem Ausfüllen von Formularen und auch bei der Beschaffung der Wohnungseinrichtung.

Weil sich in der Kita „Regenbogen“ im Herrengarten viele Familien mit verschiedenen Nationalitäten und Lebensweisen begegnen, nimmt die Einrichtung seit zwei Jahren am vom Bund geförderten Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil.

Dieses will die frühe sprachliche Bildung fördern. Denn Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Kommunikation, sondern auch ein wichtiges Werkzeug, um das eigene Leben aktiv zu gestalten. Sprachkompetenzen eröffnen allen Kindern gleiche Bildungschancen von Anfang an, sind also die Basis für die Bildungswege der Kinder.

Die Kita ist hierfür ein wichtiger Ort. Sie ist Begegnungsstätte und ergänzt als Bildungsstätte den ersten, wichtigen Bildungsort „Familie“. Für die Kita „Regenbogen“ bedeutet das: „Wir streben aus diesem Grund immer eine vertrauensvolle Beziehung mit den Familien an. Sie gibt dem Kind Sicherheit und fördert somit seine Entwicklung.“

Da nicht alle Kosten vom Zuschuss des Bundes gedeckt werden, waren die Regenbogen-Mitarbeiterinnen froh, dass sie den Rotary-Club Berleburg-Laasphe als großzügigen finanziellen und ideellen Förderer gewinnen konnten. Bis zum Ende des Projekts unterstützen die heimischen Rotarier dieses jährlich mit 1500 Euro. Der Rotary-Club Berleburg-Laasphe hofft, mit dieser Förderung, einen kleinen Beitrag zur großen Herausforderung „Integration“ zu leisten. Die Förderung der Jugend ist dem Serviceclub ein besonders wichtiges Anliegen. Er möchte mit der Unterstützung Völkerverständigung im besten Sinne des Wortes anregen. Die Rotarier Dr. Frank Dratschmidt und Hans-Jürgen Müller waren jetzt in der Kita zu Gast, um mit der Berleburger Pfarrerin Christine Liedtke und Jan Siegismund, zuständiger Kita-Koordinator bei der gemeinsamen kreiskirchlichen Verwaltung in Siegen, eine Zwischenbilanz der Einrichtung zu hören.

Denn nun ist Halbzeit für das auf vier Jahre ausgelegte Bundesprogramm: Alltags-integrierte sprachliche Bildung, die Zusammenarbeit mit den Familien und Inklusion beschäftigten als Themen des Bundesprogramms die Mitarbeiterinnen in ihrer täglichen Arbeit. Eine intensive Auseinandersetzung damit habe eine qualitative Weiterentwicklung gefördert.

In monatlich stattfindenden Treffen, begleitet von einer Fachberatung, bekomme Steffi Dersch als Fachkraft „Sprach-Kita“ viele fachliche Anregungen und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Fachkräften. Dieses Wissen könne sie wiederum ins Berleburger Kita-Team, zu dem um Leiterin Rosemarie Polensky auch Kornelia Peters-Manche, Martina Wahl, Nadine Bald und Yvonne Schneider gehören, einbringen und es könnten so gemeinsam passgenaue Maßnahmen für die Einrichtung im Herrengarten entwickelt werden.

Die erfolgte Anschaffung vieler sprachanregender Materialien, wie Bücher, auch mehrsprachige, und Spiele gehöre ebenfalls dazu. Die neugestaltete Lese-Ecke mit dem gemütlichen Lese-Sofa sei jetzt ein wichtiger Treffpunkt.

An der Qualifizierung zum Elternbegleiter hätten zwei Mitarbeiterinnen teilgenommen. Hier gehe es besonders um die Sensibilisierung für die Zusammenarbeit mit den Familien in deren kultureller Vielfalt und um die Vermittlung von Hilfsangeboten über ein inzwischen auf diesem Wege entstandenes Netzwerk.

Begleitend zu all dem beschäftige man sich aktuell mit der Weiterentwicklung und Festschreibung der Einrichtungs-Konzeption. Hier flössen alle genannten Punkte ein und würden zum Leitfaden für das tägliche Miteinander.

In den kommenden Monaten wolle man in der Kita „Regenbogen“ den Familien Möglichkeiten anbieten, am Bildungsalltag ihrer Kinder in verschiedenen Situationen teilzunehmen: im Morgenkreis, beim Frühstück oder vielleicht auch als Lese-Pate auf dem Lese-Sofa. Dieses Angebot nimmt eine Erfahrung der beiden vergangenen Jahre auf, wie die Mitarbeiterinnen ganz klar formulieren: „Wir stellen täglich fest, wie sehr das Projekt alle Beteiligten bereichert und sind sehr gespannt, was die zweite Halbzeit für uns bereithält.“