Sieger der Raumland-Trophy geehrt >
< „Man lässt keine Menschen ertrinken! Punkt!“
30.06.2019
Von: Jens Gesper

Gott wirkt durch solch einen Austausch

Aussendung der siebten Young-Ambassador-Generation kurz vorm Flug in die USA


Das Foto zeigt an der Seite von Superintendent Stefan Berk (Zweiter von links) die siebte Generation des Jugendaustausch-Programms „Young Ambassadors“, die sich ganz bald auf den Weg in die USA macht und inzwischen ziemlich gut abgesprochen hat, wie sie mit den Fingern klar zeigen können, um welche Austausch-Generation es sich bei ihnen handelt.

Auch Young Ambassadors früherer Generationen waren bei dem Aussendungsgottesdienst in der Raumländer Kirche, sie übernahmen Patenschaften für die Neuen: Auf dem Foto zeigen alle, zu welcher Austausch-Generation sie gehören.

Jede und jeder Einzelne von den Young Ambassadors bekam rund zwei Wochen vor dem Aufbruch in die USA von Superintendent Stefan Berk einen Segen zugesprochen.

Wie aus auf dem Bauch verschränken Armen ein Kreis wird, der alle Teilnehmer umgibt - das ist eine der ersten Lektionen, die Young Ambassadors lernen: der Friendship- oder Closing Circle, also der Freundschafts- oder Schluss-Kreis, der alle Young-Ambassador-Gottesdienste abschließt.

Nach über 20 Jahren nehmen zum ersten Mal wieder Young Ambassadors aus der Gleidorfer Kirchengemeinde an dem Austauschprogramm teil: Bettina Hebestreit, deren Tochter Carina eine der Young Ambassadors der siebten Generation ist, verschenkte jetzt in Raumland für die Gleidorfer Kirchengemeinde Holzkreuze an alle jungen Botschafter.

Bei Veranstaltungen in der Raumländer Kirchengemeinde gehört das Essen zum guten Ton - jetzt auch nach dem Aussendungsgottesdienst für die Young Ambassadors.

„Geh mit neuer Hoffnung, geh mit neuem Mut, geh mit neuem Glauben, geh, aber geh mit Gott“ - das Lied am Ende des Aussendungsgottesdienst für die Young Ambassadors war jetzt unmissverständlich in seiner Botschaft. Rund zwei Wochen bevor sich die Jungen Botschafter, so die deutsche Übersetzung vom englischen Namen des Jugendaustausch-Programms zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein und der United Church of Christ in Indiana und Kentucky, auf ihren Weg zum dreiwöchigen Aufenthalt in den USA machen, bekamen die insgesamt 15 jungen Leute in der Raumländer Kirche viele gute Wünsche, einen personalisierten Segen von Superintendent Stefan Berk und das eine oder andere Geschenk mit auf den Weg nach Amerika.

Die 13 Teilnehmer der insgesamt siebten Austausch-Generation aus den Kirchengemeinden Bad Berleburg, Banfetal, Birkelbach, Feudingen, Gleidorf, Raumland und Wingeshausen hatten sich durch ehrenamtliches Engagement in ihren jeweiligen Kirchengemeinden für das Programm qualifiziert. In dem vergangenen halben Jahr haben sie sich akribisch unter der Leitung des Raumländers Daniel Seyfried vom Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Wittgensteiner Kirchenkreis und der Elsofferin Laura Mengel, selbst Young-Ambassador-Teilnehmer in der fünften Austausch-Generation, auf die Reise in diesem Sommer vorbereitet, bei dem sie als Botschafter der heimischen Evangelischen in den USA auch mal Gottesdienste auf Englisch mitgestalten werden.

„Kaum erwarten“ - dieses Gefühl lag jetzt über dem Gottesdienst, den gut 100 Menschen besuchten. Laura Mengel hatte das gleichnamige Lied von Wincent Weiss im Radio gehört, sich in ihrer Situation kurz vorm Abflug darin wiedergefunden und es deshalb mit nach Raumland gebracht. Daniel Seyfried hatte für die Predigt in der Bibel jemanden in einer vergleichbaren Situation gefunden: „Der Zöllner Zachäus kann es auch nicht erwarten, Jesus zu sehen, macht einen Plan wie er sein Ziel erreichen kann. Er läuft voraus, sucht einen geeigneten Platz an dem sein Vorhaben gelingen wird.“ Ganz ähnlich geht es gerade den Young Ambassadors. Daniel Seyfried ordnete den Jugendaustausch in dieses Bild schlüssig ein: „Ich bin überzeugt, wenn Menschen Erfahrungen mit Gott machen, werden sie sich verändern und ins Staunen versetzt über seine Liebe und Macht - eben wie Zachäus. So ist auch das Young-Ambassadors-Programm eine große Chance, viel Neues kennenzulernen. Aber vor allem ist es auch eine tolle Möglichkeit, Gott zu erleben und im Glauben zu wachsen. Sicher haben wir das nicht in der Hand und dennoch glaube ich, dass Gott durch einen solchen Austausch wirkt.“

Diese Vermutung konnte eine Gruppe im Gottesdienst ganz direkt bestätigen, zahlreiche frühere Teilnehmer der bisherigen sechs Austauschprogramme waren ebenfalls in der Raumländer Kirche. Sie übernahmen Patenschaften für die neuen Young Ambassadors, diese Idee war im vergangenen Jahr entstanden, als im Abenteuerdorf Deutsche und Amerikaner ein Wochenende lang das 25-jährige Bestehen des Austauschs feierten. Für die Liturgie im Gottesdienst jetzt war Raumland Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, zuständig, für die Musik der alte Young Ambassador Christian Schneider mit seiner Gitarre und Matthias Braun an der Orgel. Nachdem sich die neuen Young Ambassadors persönlich vorgestellt hatten, bekamen alle 15 den Segen von Pfarrer Stefan Berk, zu dem der Leitende Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises folgedermaßen hingeleitet hatte: „Ihr lernt das Leben in den USA kennen und könnt euer eigenes besser einschätzen. Und wenn Ihr ab und zu mal einen Moment das Tempo rausnehmt, Euch einfach einen Moment irgendwo hinsetzt, dann könnt Ihr spüren: Mensch, so fühlt sich Gottes Segen an. So fühlt sich Gottes Liebe zum Leben an. Wir schicken Euch heute auf die Reise. Als unsere Botschafter aus Wittgenstein, aus Westfalen, als Botschaft unseres Vertrauens. Das haben wir in Euch. Und wir sind ein bisschen stolz darauf, dass Ihr das macht.“ Nach dem Gottesdienst gab es im Zelt vor der Kirche noch ein fröhliches Festessen.

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