Ökumenischer Gottesdienst in Elsoff >
< Die Reformation geht weiter
15.11.2018
Von: Jens Gesper

Es kommt auf die Perspektive an

Szenische Lesung mit Musik erinnerte in Elsoff an den Reformator Martin Luther


Im Epilog dachte der Reformator mit dem Seher auf der Kanzel nach, dazu stand im Programmheft: „Luther schichtet alle Erfahrungen wie gesammelte Reisige auf, an die er das Feuer seiner Reformation legen wird.“

Wäre man in Beddelhausen, dann wäre die dortige Kapelle ordentlich besucht gewesen, aber hier in der Elsoffer Kirche seien die 30 Besucher doch als Kulisse deutlich weniger wirkungsmächtig - Pfarrer Joachim Cierpka wies zum Auftakt der Szenischen Lesung „Die Reformation geht weiter“ in Elsoff darauf hin, wie wichtig die Perspektive ist, wie wichtig es ist, wie man auf die Dinge schaut. Im Mittelpunkt stand an diesem Abend derjenige, der vor 500 Jahren Gottes Gnaden-Zusage und die Rechtfertigung allein durch den auf Jesus Christus vertrauenden Glauben wieder in die Zentralperspektive des christlichen Glaubens gestellt hatte: Martin Luther.

Und der Reformator, dem für das Seelenheil der Menschen die Theologie genauso wichtig war wie die Musik, hätte sich mit Sicherheit darüber gefreut, dass die Szenische Lesung nicht allein mit Worten und Gesten in den Chorraum der Kirche gebracht wurde, sondern auch mit Musik. Von Johann Sebastian Bach bis Claude Debussy reichten die Komponisten, deren Musikstücke an diesem Abend vornehmlich Luthers authentischen Tischreden gegenübergestellt wurden. Die Szenische Lesung in drei Aufzügen plus Prolog und Epilog nahm ihre Zuhörer zunächst mit nach Rom, der Ablass-Skandal wurde im Folgenden genauso thematisiert wie die Universitäts-Reform in Wittenberg. Die professionellen Musikerinnen Waltraut Elvers mit Viola und Violine und Heidemarie Wiesner am E-Klavier sowie Ermano Meichsner als Martin Luther und Detlef Seydel - unter anderem als Johann Tetzel - brachten das Publikum miteinander in eine andere Zeit und regten dabei zum Nachdenken an. Das Berliner Quartett tritt unter dem Namen „Musica Responsa“ auf, eine Kombination, die auf Lateinisch zum Ausdruck bringt, dass die Musik Antworten geben kann. Und genau das tat der Auftritt in Elsoff, am Schluss sogar mit einem Ausrufezeichen, denn: Die Reformation geht weiter!

Und so sang die Szenische-Lesungs-Gemeinde an diesem Abend in der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal, begleitet von Pfarrer Joachim Cierpka an der Orgel, zum Abschluss Luthers lied-gewordene Gewissheit: Ein feste Burg ist unser Gott.

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