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09.10.2018
Von: Jens Gesper

Ganz viele Tiere im Schlafanzug

Tatia Nadareischwili las auf dem Literaturpflaster im Senfkorn und im Zwergenland


Tatia Nadareischwili (links) zeigte den Kindern in der Evangelischen Kita „Senfkorn“ in Bad Berleburg, wie man eine schlafende Fledermaus zeichnet und half dann den Kindern auch beim Malen.

Stolz freuten sich die Kinder in der Kita „Senfkorn“ der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg über den Literaturpflasterstein, den sie nach der Lesung mit Tatia Nadareischwili als Geschenk für die Einrichtung erhielten.

Tatia Nadareischwili (links) zeigte den Kindern in der Evangelischen Kita „Zwergenland“ in Girkhausen, wie man eine schlafende Fledermaus oder einen schlafenden Wald zeichnet und half dann den Kindern auch beim Malen.

Neugierig begutachteten die Kinder in der Kita „Zwergenland“ der Evangelischen Kirchengemeinde Girkhausen den Literaturpflasterstein, den sie nach der Lesung mit Tatia Nadareischwili als Geschenk für die Einrichtung erhielten.

Pferde im Schlafanzug? Wo gibt’s denn sowas? Vergangene Woche in der AWo-Kindertagesstätte Berghausen, dem Raumländer Familienzentrum „Blauland“ sowie den Evangelischen Kindergärten „Senfkorn“ in Bad Berleburg und „Zwergenland“ in Girkhausen. Sie waren nämlich Teil des Literaturpflasters. Dabei geht es in diesem Jahr ums Frankfurter-Buchmessen-Gastland „Georgien“. In jeweils einstündigen Veranstaltungen stellte Schriftstellerin und Illustratorin Tatia Nadareischwili den jungen Zuhörern ihr Kinderbuch „Schlaf gut“ vor. Mit großen Bildern und einem bisschen Text. Den aber gleich zweimal, sowohl auf Deutsch in unseren bekannten und deshalb ein bisschen langweiligen lateinischen Buchstaben, außerdem noch auf Georgisch mit den kunstvoll geschwungenen Lettern der dortigen Alphabetschrift Mchedruli in ihren 33 Buchstaben.

Ein Junge liegt im Bett, kann nicht einschlafen und geht deshalb spazieren. Dabei trifft er auch auf Enten und Giraffen, Fischotter und Koalas. Das Besondere bei den insgesamt zehn unterschiedlichen Tieren: Alle schlafen auf eine andere Art, mit ganz unterschiedlichen Eigenheiten. Am Ende hat der Junge im weiß-karierten blauen Pyjama zehn neue Arten zu schlafen ausprobiert - und nichts hat geklappt. Aber das Abenteuer selbst hat ihn müde gemacht: „Und schon schläft er tief und fest.“

So die letzten Worte der Geschichte. Tatia Nadareischwili las sie auf Georgisch vor, Rikarde Riedesel als Kopf der Berleburger Literaturpflaster-Planungsgruppe auf Deutsch. Dann erzählte die georgische Autorin, wie ihr die Idee für das Buch gekommen war. Wie sie erst einen spannenden Fernsehbericht über eine Gruppe Tiere und ihr Schlafverhalten gesehen hatte und anschließend erstaunt gewesen war, als sie herausfand, wie unterschiedlich Tiere schlafen: mit dem Kopf auf dem Rücken, mit dem Kopf unterm Flügel, mit Händen und Füßen am Ast hängend, kopfüber einen Ast krallend, in der Astgabel liegend, senkrecht im Wasser stehend, auf dem Rücken im Wasser treibend, in einer Reihe mit Anderen auf dem Wasser schwimmend, wobei der Erste und der Letzte je ein Auge offenhalten, auf allen Vieren stehend und sogar beim Fliegen. Alle machen das unterschiedlich, aber für alle ist es genauso richtig, wie sie es machen. Hauptsache, am Schluss ist man ausgeschlafen. Und wenn man die ganze Welt neugierig und mit offenen Augen betrachtet, neue Dinge ausprobiert, dann verdient man sich genau damit die Müdigkeit, die lebenswichtig zum menschlichen Alltag dazu gehört.

In den vier Kindertages-Einrichtungen wurde allerdings nicht nur geredet und gelauscht, es wurde auch geguckt und gemalt. Schritt für Schritte zeigte Tatia Nadareischwili ihren insgesamt rund 140 kleinen Zuhörern nämlich auch, wie man einen schlummernden Wal im Wasser oder eine ruhende Fledermaus am Baum am besten zeichnen kann. Natürlich alle mit Schlafanzug.

Hier gibt es mehr Fotos vom Literaturpflaster „Georgien“ im Wittgensteiner Kirchenkreis.