Ein Schaukasten in St. Georg >
< „Mit Gott im Boot - wasserfest glauben“
27.08.2018
Von: Jens Gesper

Eben noch im Fernsehen, bald im Abenteuerdorf

Veranstalter-Gemeinschaft stellte Programm fürs Literaturpflaster Georgien vor


Die Alte Schmiede in Arfeld feiert ebenfalls Literaturpflaster-Premiere. Im Vorfeld stellten die Veranstaltergemeinschaft und der vielfältige Freundeskreis der facettenreichen Veranstaltungsreihe jetzt dort schon mal das Programm des 25. Literaturpflasters vor, das nach Georgien führt.

Als 337 in unseren Breiten noch zahlreiche Götter angebetet wurden, war auf dem Gebiet des heutigen Georgiens das Christentum bereits Staatsreligion. Georgien liegt im Kaukasus auf der Grenze zwischen Europa und Asien und hat das Potential, Menschen zu verwirren: Zum Beispiel die Amerikaner bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 1996, die der Mannschaft von Georgia - so heißt Georgien auf Englisch - heftig zujubelten und sich wunderten, dass scheinbar auch einzelne US-Bundesstaaten an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen. Oder damit, dass die Person mit dem georgischen Quasi-Nationalheiligen-Status zwar Nino heißt, aber trotzdem eine Frau ist. Die Grusinische Heerstraße ist vielleicht manchem Geschichts-Interessierten noch ein Begriff, inzwischen soll sie aber nur noch Georgische Heerstraße genannt werden.

Denn „grusinisch“ kommt vom russischen Namen für Georgien, und mit den nördlichen Nachbarn will das Land, das 1991 aus der Sowjetunion wieder in die Unabhängigkeit wechselte, nicht mehr viel zu tun haben. Schließlich führten sie im Aufmerksamkeits-Schatten der Olympischen Spiele 2008 Krieg gegeneinander, im Nachgang erkannte Russland Abchasien und Südossetien als eigene Staaten an. Für die meisten Länder der restlichen Welt sind die beiden abtrünnigen Gebiete weiterhin Teil Georgiens. Gerade berichtete das Europamagazin der ARD zehn Jahre nach dem Kaukasus-Krieg über die aktuelle Situation, im Beitrag kam auch die Schriftstellerin Iununa Guruli zu Wort. Sie ist in einem Monat in Wittgenstein auf dem 25. Literaturpflaster zu Gast. Im Mittelpunkt der facetten- und traditionsreichen Berleburger Veranstaltungsreihe steht diesmal nämlich Georgien, das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018.

Am Montag, 1. Oktober, liest ab 19.30 Uhr die 40-jährige, in Tiflis geborene Schriftstellerin Iunona Guruli aus ihrem Erzählungsband „Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird“. Zum allerersten Mal ist das Literaturpflaster dafür im Abenteuerdorf des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in Wemlighausen zu Gast. Tags zuvor bietet die Berleburger Kulturgemeinde ebenfalls zum ersten Mal auf dem Literaturpflaster eine Theater-Fahrt nach Marburg an. Am Sonntag, 30. September, bringen Schauspieler des Hessischen Landestheaters und des Tumanshivili Theaters aus Tiflis das Stück „Radio Universe“ von Nino Haratischwili in einer Inszenierung der Autorin selbst auf die Bühne. Wer mit dem Bus nach Marburg fährt, der kommt in den Genuss einiger Sonderkonditionen.

Alles darüber und über die zahlreichen weiteren Veranstaltungen zwischen Freitag, 14. September, und Freitag, 9. November, unter 19 Überschriften von Multivisions-Show „Georgien - unterwegs im Herzen des Kaukasus“ bis „Workshop für Jugendliche: Papier wird lebendig - bewegliche Papierfiguren selbst gestalten“, vom Kochkurs „Georgien“ über die Ausstellung „Illustrationen - wenn Sprache Flügel bekommt“ bis hin zu den Kindergarten-Lesungen „Schlaf gut“ erfährt man in den großflächig ausliegenden blassgrünen Faltblättern zum Literaturpflaster „Georgien“ und hier.

Der Kartenvorkauf hat bei der Berleburger Tourist-Information am Goetheplatz und in der örtlichen Buchhandlung MankelMuth an der Poststraße begonnen.

Hier gibt es alle Informationen über das Literaturpflaster Georgien.