„Zeitreise zu verrückten Typen“ >
< Wittgensteiner Ferienspiele im Abenteuerdorf
19.08.2018
Von: Jens Gesper

„Wie begegnen wir den Menschen?“

Diakoniegottesdienst in Raumland sucht unter der Überschrift „Du und ich“ das Wir


Auch wenn das Thema „Du und ich“ scheinbar auf einen kleinen Kreis verwies, so war es doch ein großes Team, das einen sehr gelungenen Diakoniegottesdienst in der Raumländer Kirche auf die Beine stellte.

Diakoniegottesdienste gibt es im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein schon länger, zumeist in den Kirchen der größeren Gemeinden und in Bad Laasphe auch mal im Haus des Gastes. Neuerdings machen sich diese besonderen Gottesdienste aber auch auf den Weg durch die Dörfer. Am Sonntag wurde ein Diakoniegottesdienst in der Raumländer Kirche gefeiert. Zum allerersten Mal, war sich Gemeindepfarrerin Berit Nolting in ihrer Begrüßung ziemlich sicher. Vorbereitet hatte den Gottesdienst die Wittgensteiner Diakoniepfarrerin Simone Conrad gemeinsam mit Mitarbeitenden der Berleburger Diakoniestation sowie Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen. Unter der Überschrift „Du und ich“ hatten sich die Beteiligten Gedanken gemacht um Respekt ganz allgemein und im Speziellen um den respektvollen Umgang miteinander. Dabei hätten die Beteiligten relativ schnell bei den Vorbereitungen gemerkt, dass zu diesem Thema Jeder und Jede etwas beizutragen hatte und dass damit auch tiefgehende, manchmal schmerzhafte Erinnerungen verbunden seien, so Simone Conrad.

Das schien durch bei Einblicken, die Alltagsbegleiterinnen, Diakonische Gemeindemitarbeiterinnen, Mitarbeitende aus Ambulantem Hospizdienst und von den Beratungsdiensten in ihre Arbeit gaben. In ihrer Predigt legte die Diakoniepfarrerin dann den Finger in die Wunde, weshalb die Dinge nicht so einfach laufen, obwohl doch alle in der Theorie für Wertschätzung, Dankbarkeit und Freundlichkeit sind: „In der Umsetzung in der Praxis hapert es manchmal. Wenn das Alltagsgeschäft uns überrollt, macht uns das manchmal besinnungslos - ohne Zeit, uns zu besinnen und einen Blick auf uns selbst zu werfen, ehrlich in den Spiegel zu sehen. Dabei tut das not - nur so kann ich mich selbst ertappen, wenn ich etwas falsch mache, nur so kann ich mich ändern. Durch den Blick auf mich - und den Blick auf meinen Nächsten - Gottes Ebenbild. Damit etwas aufblitzt von Gottes Liebe in unserem Alltag - damit Himmel und Erde sich berühren.“

Eine Aufgabe, die nie endet, die sich stets aufs Neue stellt, der man natürlich nicht jeden Tag gleichermaßen gerecht wird. Da war es gut, dass der Diakoniegottesdienst die Menschen in den Mittelpunkt stellte, die sich eben dieser herausfordernden Aufgabe tagtäglich und sogar professionell stellen. Das passiert übrigens haupt-, neben- und ehrenamtlich. Deshalb wurden in Raumland nicht nur eine Verwaltungsmitarbeiterin, sondern auch neue Hospizhelferinnen und -helfer im Gottesdienst mit einem persönlichen Segen von der Diakoniepfarrerin für ihre wichtige Arbeit gestärkt. Wobei sich die angesprochene Aufgabe allen Christenmenschen stellt, nicht nur den Mitarbeitenden der Diakonie. Simone Conrad hatte deshalb einen Rat für alle Zuhörenden: „Darum müssen auch wir uns immer wieder hinterfragen: Wie begegnen wir den Menschen?“

Hier gibt es den kompletten Gottesdienst-Ablauf.