Mit Worten und Noten durch die Orgelgeschichte >
< Viermal 1000 Euro für Wittgenstein
01.07.2018
Von: Jens Gesper

Von vorreformatorisch bis in die Zukunft

Gabriel Isenberg blickt am 1. Juli mit Worten und Werken auf Wittgensteiner Orgeln im Wandel


Der aus Allenbach stammende Dr. Gabriel Isenberg spricht am Sonntag, 1. Juli, ab 19 Uhr in der Katholischen Kirche in Bad Laasphe über die heimische Orgellandschaft und spielt zwischendurch auf der größten Wittgensteiner Orgel. Anlass dafür: 200 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Wittgenstein.

„Da der Pfarrer zur Zeit des Orgelbaus auch selbst die Organistentätigkeit ausführen musste, ist der Spieltisch unmittelbar neben dem Altarraum platziert, so dass zwischen Spieltisch und Orgel eine Entfernung von über zehn Metern besteht.“ Was man vielleicht schon immer über die Katholische Kirche St. Petrus und Anna in Bad Laasphe wissen wollte und möglicherweise nicht zu fragen wagte, das beantwortet Dr. Gabriel Isenberg hier: „Ich möchte Ihnen hier all jene Orgeln vorstellen, auf denen ich bisher spielen konnte und durfte“, lautet dort sein erster Satz nach dem Willkommensgruß.

Auf der Seite finden sich einige Instrumente aus dem heimischen Bereich, schließlich ist der katholische Kirchenmusiker in Allenbach im Siegerland aufgewachsen. Heute ist er Ende 30 und Organist der Katholischen Pfarrkirche St. Viktor im niedersächsischen Damme. Der Titel seiner Doktorarbeit an der Musikhochschule Dresden lautete: „Orgellandschaft im Wandel. Die Geschichte der Orgeln in den südwestfälischen Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein zwischen 1800 und 1945. Ein Beitrag zur Orgelgeschichte Westfalens“. Gabriel Isenberg hat seine umfangreichen Kenntnisse, die sich in der Dissertation und auf der Orgelsammlungs-Homepage manifestieren, jetzt noch etwas stärker konzentriert, um am Sonntag, 1. Juli, ab 19 Uhr einen Vortrag unter der Überschrift „Die Geschichte der Orgeln in Wittgenstein“ zu halten. Es geht um den vorreformatorischen Orgelbau genau wie um Instrumente aus den unterschiedlichen Jahrhunderten hier vor Ort, es geht um Wittgensteiner Orgelbauer von Johann Heinrich Dickel aus Berghausen über den Organisten Müller aus Feudingen bis hin zu Peter Kozeluh aus Wingeshausen - und das ist nur eine Auswahl. Und Gabriel Isenberg wirft am Ende auch noch einen Blick in die Zukunft.

Dieser Vortrag schließt die Reihe zum 200-jährigen Bestehen des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein ab - und findet in der erwähnten Katholischen Kirche in Bad Laasphe, Gartenstraße 13, statt. Zum Reformations-Jubiläum im vergangen Jahre gab es überall im Wittgensteiner Kirchenkreis, der auch die Hochsauerländer Evangelischen in Eslohe, Schmallenberg und Winterberg umfasst, viele wohltuende ökumenische Begegnungen. Und so endet die Vortragsreihe zum Kirchenkreis-Jubiläum jetzt in der Kirche St. Petrus und Anna, die - Originalton Isenberg - „mit heute 35 Registern das größte Orgelwerk des Altkreises Wittgenstein“ beherbergt. Gabriel Isenberg wird an diesem Abend nicht nur reden, sondern auch selbst spielen: Werke von Johann Sebastian Bach genau wie von dem in Puderbach geborenen Friedrich Kiel bis hin zu dem heute aktiven Kirchenmusiker Michael Schütz. Der Spieltisch ist ja praktischerweise und Gott sei Dank gleich vorn neben dem Altarraum, da hat es der Referent nicht weit. Und vielleicht können die Evangelischen dann mal nachfragen, ob das bei den Katholiken von den Abläufen her so einfach möglich ist, dass der Pfarrer den Gottesdienst hält und außerdem im gleichen Gottesdienst auch noch die Orgel spielt.