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17.06.2018
Von: Jens Gesper

Wittgensteiner besuchen Neunkirchen

Dr. Tim Elkar als Gemeindepfarrer ins Amt eingeführt


Auch wenn das schon einige sind, so ist es doch nur eine kleine Auswahl aller Wittgensteiner, die sich am Sonntag nach dem Einführungsgottesdienst in Neunkirchen von Dr. Tim Elkar verabschiedeten.

Dr. Tim Elkar, jetzt Inhaber der ersten Pfarrstelle der Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Neunkirchen, erhielt am Sonntag auch von Kerstin Grünert, seiner bisherigen Kollegin in Erndtebrück, ein Segenswort für die Arbeit an seinem neuen Platz...

... genau wie von dem Wittgensteiner Ingo Hackler.

Eines der vier erlaubten Grußworte hielt Superintendent Stefan Berk, der darin Dr. Tim Elkar dazu ermutigte, mit Wittgensteins Abschiedsgeschenk auch in sich verändernden Zeiten den Horizont im Auge zu behalten: „Du wirst das Fernglas richtig ansetzen - und immer wieder entdecken, wie nah Gott uns Menschen ist.“

Der Siegener Superintendent Peter-Thomas Stuberg freute sich mit Martin Schreiber, dass Dr. Tim Elkar jetzt Pfarrer im Siegerland ist, während der Raumländer Dr. Dirk Spornhauer (von links) seinen ehemaligen Vikar aus Wittgenstein ziehen lassen musste.

Nach einem Umbau von drei auf zwei Pfarrstellen in 2016 und anschließend einer unbesetzten Pfarrstelle seit Mai 2017 wollte die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Neunkirchen ihren Ende April neu gewählten Pfarrer Dr. Tim Elkar so schnell wie möglich im Dienst haben. Der Arithmetik der Fristen und Sitzungs-Zeitpunkte in der Evangelischen Kirche von Westfalen folgend war der vergangene Sonntag der erstmögliche Termin für die Amtseinführung. Am Nachmittag fand der Einführungsgottesdienst tatsächlich statt - trotz des deutschen Auftaktspiels bei der Fußball-WM am gleichen Tag. Rund 600 Menschen entschieden sich für den Besuch der Evangelischen Kirche Neunkirchen. Und obwohl das Bundesposaunenfest des CVJM Westbunds ebenfalls am gleichen Tag stattfand, gab es trotzdem Musik beim Gottesdienst. Wunderbare Musik, die bei diesem fröhlichen Gottesdienst aus freudigem Anlass den richtigen Ton fand und setzte.

„So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit“, dieser biblische Satz aus Prediger 3, 22 stand über dem Gottesdienst. Peter-Thomas Stuberg freute sich als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Siegen und damit Vorgesetzter, dass Tim Elkar unter diesem Wort seinen Dienst antrat. Der ursprünglich aus Wilgersdorf stammende Neue sei einer, „der hierher passt, der aus der Nachbarschaft kommt“. Nach der offiziellen Einführung von Tim Elkar durch den Superintendenten und seine Assistenten, die Pfarrer Martin Schreiber aus Zeppenfeld und Dr. Dirk Spornhauer aus Raumland, gaben Kollegen und Freunde dem neuen Neunkirchener Pfarrer Segensworte mit auf den Weg in seine erste Gemeindepfarrstelle.

In seiner Predigt wurde Tim Elkar persönlich, das reichte vom Bekenntnis, dass Prediger eines seiner Lieblingsbücher in der Bibel sei, bis zum Geständnis, dass es ihn seit Jahren nerve und erschrecke, wenn Radio-Stationen voller Geringschätzung für die Arbeit und deren Wert permanent Feierabend und Wochenende herbeireden wollten. So mochte er seinen Dienst nicht verstehen. Deutlich machte er, dass er sich nicht nur auf die Arbeit generell freue, sondern ganz konkret auf die Zusammenarbeit mit Gemeinde, Presbyterium und den Kollegen. Für den großen Einsatz während der Zeit der unbesetzten Neunkirchener Pfarrstelle hatte Peter-Thomas Stuberg schon zuvor Martin Schreiber, Inhaber der anderen Neunkirchener Pfarrstelle, ausdrücklich gedankt und in diesen Dank Dr. Sandra Gintere als Pfarrerin im Entsendungsdienst eingeschlossen.

Grußworte gab es im Gottesdienst von Neunkirchens Bürgermeister Bernhard Baumann, Thilo Edelmann für CVJM und Gemeinschaften, Eckhard Weidt, dem Vorsitzenden des Presbyteriums sowie von Wittgensteins Superintendent Stefan Berk. In dem Siegener Nachbarkirchenkreis hatte Tim Elkar nach seinem Studium in den vergangenen gut viereinhalb Jahren Vikariat und Probedienst absolviert. Alle Pfarrstellen-Inhaber der Erndtebrücker Kirchenkreis-Region waren in Neunkirchen, darüber hinaus Mitglieder des Theologischen Ausschusses, in dem Tim Elkar mitgearbeitet hatte, sowie weitere Gemeindeglieder, Presbyter und Pfarrer aus Wittgenstein und Hochsauerland.

Doch es wurde nicht nur geredet, sondern auch gesungen und musiziert. Unter der Gesamtleitung von Sebastian Strunk gestaltete der Projektchor der Neunkirchener Kirchengemeinde mit Band und mit Bläsern aus den CVJM-Posaunenchören Neunkirchen, Salchendorf und Wiederstein/Zeppenfeld den Gottesdienst, die drei kirchengemeindlichen Kitas in Neunkirchen und Wiederstein begrüßten den neuen Pfarrer mit einem gemeinsamen Lied. Insgesamt ein ambitioniertes Programm, das trotzdem in zwei Stunden geschafft wurde. Schlusssegen in Neunkirchen und Anpfiff in Moskau überlappten sich quasi. Und dennoch blieben auch nach dem Gottesdienst noch viele der Besucher. Leckeres Essen in einem frisch abgetrennten Raum unter der Empore und Festzelt-Garnituren vor der Kirche luden die Gäste zum Verweilen ein.

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