Dankeschön für Ehrenamtliche >
< „Spannender Nachmittag, der wiederholt werden darf“
23.04.2018
Von: Brigitte Rothenpieler

Neidisch sind immer nur die Andern?

Erkenntnis beim Frauenhilfs-Bezirksverband in Erndtebrück: Meist entsteht Neid durch Vergleichen


Etwa 60 Frauenhilfs-Frauen trafen sich im Evangelischen Jugendheim in Erndtebrück zur Bezirksverbandsversammlung.

Etwa 60 Frauenhilfs-Frauen trafen sich jetzt im Evangelischen Jugendheim in Erndtebrück zur Meist entsteht Neid durch Vergleichen.. Das ist eine alljährliche Zusammenkunft, zu der die Frauenhilfen des Kirchenkreises Wittgenstein eingeladen sind. Das Thema an diesem Nachmittag lautete: „Neidisch sind immer nur die Andern“. Die Vorsitzende Brigitte Rothenpieler begrüßte die Anwesenden und besonders die Referentin des Nachmittags: Birgit Dittrich-Kostädt vom Landesverband der Westfälischen Frauenhilfe. Brigitte Rothenpieler bedankte sich bei den Erndtebrücker Frauen für ihre Gastfreundschaft. Dorothee Krumm hieß als Leiterin der örtlichen Frauenhilfe alle willkommen; ebenfalls begrüßte die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert die Anwesenden. Nach dem obligatorischen Tischkanon stärkten sich alle erst einmal bei Kaffee und Kuchen.

Danach begann Birgit Dittrich-Kostädt ihr Referat mit einer Familiengeschichte, die sich überall zutragen könnte. Sie handelte von zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Fröhlich und unbekümmert die eine, zurückhaltend, eher verschlossen die andere, die glaubte, immer zu kurz zu kommen. Das verbitterte sie. Sie beneidete ihre Schwester um fast alles. Am Ende konnte sie mit Hilfe ihrer Schwester doch ihre negativen Gefühle überwinden. Sie erfuhr, dass sie auch angenommen und geliebt sei. Die Geschichte wurde einige Male unterbrochen, die Frauen berieten dann miteinander, wie sie wohl weitergehen könnte. Es gab lebhafte Gespräche an den einzelnen Tischen.

Aber Neid ist ja nicht irgendetwas Abstraktes. Was Neid anrichten kann, wird einem in vielfältiger Weise täglich vor Augen geführt. Die Frauen erfuhren: Neid kommt auf, wenn ein anderer etwas hat, das ich auch habe möchte, aber nicht habe. In sämtlichen Kulturen der Welt gibt es eine Bezeichnung für „Neid“.

Die Bibel erzählt manche Neid-Geschichte. In Märchen wimmelt es von neidischen Stiefmüttern, Schwestern, Königinnen - warum eigentlich immer Frauen? Fest steht: Kein Mensch ist ohne Neid. Meist entsteht Neid durch Vergleichen. Merkwürdigerweise beneiden die Menschen aber nicht Superstars oder Superreiche. Eher beneiden sie die, die ihnen ähnlich, näher sind: Kollegen, Nachbarn; deren Schönheit, Begabungen, Charakterstärken.

Wie kommt man aus der Neidfalle heraus? Birgit Dittrich-Kostädt zeichnete einige Hilfen auf, wie: Vertrauen - Gott gibt, was wir brauchen, er gibt es aber auch den Andern; Dankbarkeit - „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Psalm 103, 2); Liebe und Zufriedenheit - „Die Liebe ist langmütig und freundlich“ (1. Korinther 13, 4). Der Vortrag ermutigte, am eigenen Selbst zu arbeiten, das mache unabhängiger.

Neidisch sind immer nur die Andern? Nach diesem Nachmittag waren die Frauen nicht mehr so sicher. Es tat aber gut, zu erfahren: Alle sind hin und wieder neidisch, das ist einfach menschlich. Es kann auch anspornen, etwas für sich selbst zu tun.

Und auf die schöne Gemeinschaft in der Frauenhilfe muss niemand neidisch sein. Im Kirchenkreis gibt es mehr als 20 Frauenhilfs-Gruppen - und die sind für alle Frauen offen.