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20.05.2018
Von: Jens Gesper

Wenn die Zeit wie Fluge vergeht

Bei der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach faszinierte erstmals ein Exit Room


Die Feudinger CVJM-TonSpuren sangen beim Familiengottesdienst zur Eröffnung der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach.

Betrieb herrschte auch beim Essen unter freiem Himmel während der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach.

Hinweise finden, um das Rätsel zu lösen - schnell war bei dem Premieren-Team während der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach der Ehrgeiz geweckt, das selbstaufgebaute-Exit-Room-Spiel siegreich zu beenden.

Dass die Evangelische Kirche von Westfalen ihre alle zwei Jahre stattfindende Nacht der offenen Kirche erstmal auf Eis gelegt hat, ist der Fischelbacher Kirchengemeinde egal. Sie feiert inzwischen alljährlich und fröhlich ihre eigene Nacht der offenen Kirche an Pfingsten, auch gerade wieder. Passend dazu lautete das Leitmotiv für den Familiengottesdienst zur Eröffnung des langen Abends: „Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen.“ Am Ende des Neuen Testaments stehen diese Worte in der Offenbarung. Während die gemeindliche Jugendgruppe „Treffpunkt“ mit einem Anspiel einen unterhaltsamen Zugang zum Thema „Türen öffnen“ anbot, illustrierten an die Wand geworfene Fotos von verschieden offenen und geschlossenen Spalten der Fischelbacher Kirchentür die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Menschen. Birthe Becker-Betz schlug in der Predigt die Brücke zu Pfingsten, als der Heilige Geist in der Apostelgeschichte mit einem Brausen das Haus erfüllte, so dass die Jünger anschließend Türen und Fenster aufgerissen hätten.

Musikalisch wurde der Familiengottesdienst von den Sängerinnen und Sängern der Feudinger CVJM-TonSpuren begleitet, während Martina Schmidt Orgel und Sonja Kuhmichel Gitarre spielte. Denn natürlich sang die Gemeinde auch selbst. Eines der Lieder brachte die Botschaft des Gottesdienstes perfekt auf den Punkt: „Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein, es ist niemand zu arm oder reich. Es ist niemand zu einfach, niemand zu fein, seine Liebe gilt für alle gleich. Gott öffnet jedem die Tür, jedem, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.“ Dass alle rund 120 Besucher mitsingen konnten, war den Mädchen und Jungen der Kindergruppe „Treffpünktchen“ zu verdanken, die hatten nämlich die Liederzettel vorm Gottesdienst verteilt.

Geistig und geistlich erstarkt durch diese Frohe Botschaft, konnte man sich im Anschluss auch diesmal wieder bei der Nacht der offenen Kirche nochmal anders stärken. Leckeres Essen vom Grill, viele Salate, Rohkost, Früchte, Obst gab es für die Besucher auf den Festzeltgarnituren neben der Kirche. Danach boten sich in der offenen Kirche wieder viele Möglichkeiten für Spiel, Spaß und Spannung: Ballon-Raketen zischten an einem Seil entlang quer durch die Kirche in Richtung Empore, beim WeyKick-Tischfußball wurden Bälle mit Augenmaß und Feinmotorik von je zwei magnetischen Spielern einer Mannschaft ins Tor gezirkelt, passend zum Thema konnten Schlüsselanhänger gebastelt werden. Doch das Außergewöhnlichste war diesmal ein selbstaufgebauter Exit-Room.

Während das Konzept dafür üblicherweise ist, dass ein Team in einem Raum eingeschlossen wird, um sich durch die Lösung von Rätseln aus dem Zimmer zu befreien, also den Ausgang als Exit zu finden, den Ausstieg zu schaffen, war in Fischelbach der Weg aus dem urigen Gemäuer-Raum nach draußen immer frei. Aber hier wollte gar keiner gehen. Die Achter-Gruppe hatte sich schnell ehrgeizig in ihre Aufgabe vertieft, der Wille, das Rätsel zu finden, zu erforschen und zu lösen war sofort groß. Und über dem Ganzen thronte in der düsteren Umgebung eine Uhr, die auf einem Bildschirm an der Wand unerbittlich und unbeeinflussbar der 60-Minuten-Marke entgegen lief, in der die Aufgabe erfüllt sein musste. Wer gewinne wollte, hatte nur eine Wahl: Gemeinsam nachdenken, miteinander sprechen, zusammen die Lösung finden. Bei allem guten Individualismus der unterschiedlichen Fähigkeiten war am Ende die Kooperation, das gemeinschaftliche Abarbeiten von Möglichkeiten der Schlüssel zum Erfolg. Die Premieren-Mannschaft erreichte ihr Ziel in 57 Minuten und 22 Sekunden - eine knappe Stunde, die wie im Flug verging. Kurz vor Pfingsten hatten in Probeläufen schon die Fischelbacher Treffpünktchen sowie zwei Feudinger Jungenschaft-Teams das Spiel getestet. Aufgebaut hatte das Spiel Presbyter Thorsten Betz, gemeinsam mit den Treffpunkt-Jugendlichen. Wer mehr darüber wissen oder das Ganze mal ausprobieren möchte, wendet sich an Thorsten Betz.

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