Wenn die Zeit wie Fluge vergeht >
< „Wir lassen dich gehen. Schweren Herzens.“
20.05.2018
Von: Jens Gesper

„Wir sind glücklich hier zu sein“

Lukas-Kirchengemeinde begrüßt Pfarrer Joachim Cierpka


Bevollmächtigte und Berufskollegen führten am Pfingstsonntag Joachim Cierpka beim Gottesdienst in der Elsoffer Kirche feierlich in sein neues Amt als Pfarrer der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal ein.

Der Posaunenchor Wunderthausen umrahmte den Einführungsgottesdienst für Joachim Cierpka als neuen Pfarrer der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal am Sonntagnachmittag in der Elsoffer Kirche.

Einen Gürtel mit einer Schnalle, auf der die sieben Kirchen und Kapellen der Lukas-Gemeinde sind, bekam Pfarrer Joachim Cierpka am Pfingstsonntag vom Bevollmächtigtengremium der Gemeinde geschenkt.

Zum siebten Mal wurde am Pfingstsonntag-Nachmittag der 57-jährige Joachim Cierpka in ein kirchliches Amt eingeführt, als Pfarrer der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal kümmert er sich nun um deren sieben Dörfer Alertshausen, Beddelhausen, Christianseck, Diedenshausen, Elsoff, Schwarzenau und Wunderthausen. Rund 200 Menschen waren in der Elsoffer Kirche, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern, mit dem der neue Pfarrer knapp drei Wochen nach seinem Dienstantritt auch förmlich in seinen Dienst eingesetzt wurde. Superintendent Stefan Berk als Leitender Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises übernahm im feierlichen Festakt den offiziellen Teil, als Assistentinnen standen ihm die Berleburger Pfarrerin Claudia Latzel-Binder und Christel Vité, sehr aktives Gemeindeglied der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in Berlin-Lichtenberg, die Pfarrer Joachim Cierpka gerade für Wittgenstein verlassen hat, zur Seite. Neben den Dreien gaben das Bevollmächtigtengremium der Lukas-Gemeinde sowie viele Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Wittgensteiner Kirchenkreis und der frühere Lukas-Pfarrer Dr. Ralf Kötter Joachim Cierpka Segensworte mit auf den Weg.

Anschließend durfte Joachim Cierpka als offizieller Lukas-Gemeindepfarrer predigen. Da nahm er nochmal die Zahl „Sieben“ auf. Mal ganz persönlich auf seine Situation übertragen. In zweiter Ehe mit der Wittgensteiner Schulreferentin und Pfarrerin Silke van Doorn verheiratet, haben die beiden gemeinsam sieben Töchter. Solch einer großen neuen Familie gerecht zu werden, sei gleichermaßen Anspruch und Herausforderung, aber funktionieren könne es nur, wenn man miteinander spreche, wenn jeder offen sagen könne, was er denke. Er werde sich nicht „siebteln“ lassen, sondern wolle versuchen, als Einer für Alle da zu sein. Und man wusste nicht genau, ob hier der Familienvater oder der Gemeindepfarrer der neuen Lukas-Gemeinde sprach, die ja in ihrer heutigen Form mit sieben Dörfern erst seit knapp anderthalb Jahren besteht. Aber den Weg von Ostern nach Pfingsten habe er, erläuterte Joachim Cierpka, so verstanden, dass es darum gehe, gemeinsam die Einheit zu bewahren. Es gehe nicht um Macht, es gehe um die Bereitschaft zu dienen, füreinander einzutreten. Und da bedeute Unterschiedlichkeit für ihn Reichtum, er hoffe darauf, dass man miteinander Gottesssucher sein wolle: „Lasst uns neugierig sein aufeinander, um in dieser Pfingstzeit aufeinander zuzugehen, lasst uns bereit sein, dem nachzufolgen, in dessen Namen wir Gemeinde sind.“ Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Georg Spies an der Orgel sowie vom Wunderthäuser Posaunenchor, verstärkt von Girkhäuser Bläsern, unter der Leitung von Georg Riedesel.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im umgebauten Elsoffer Gemeindehaus richtete Anke Althaus-Aderhold als Mitglied des Bevollmächtigtengremiums, das die Gemeinde derzeit leitet, zunächst einmal Worte des Dankes an die Elsoffer Landfrauen, die für die gute Verpflegung bei der Zusammenkunft zuständig waren, sowie an die Konfirmanden, die im Anschluss an die Unterrichtseinheit „Abendmahl“ sich mit Pfarrer Joachim Cierpka noch Gedanken um die Gestaltung des Gemeindehauses für den festlichen Anlass gemacht hatten. Und Anke Althaus-Aderhold dankte Pfarrer Peter Liedtke, der als Vakanz-Vertretung die pfarrerlose Lukas-Gemeinde seit 2016 begleitet hatte. Stefan Berk dankte ebenfalls Peter Liedtke, der vorher schon in der Kirche den Staffelstab an Joachim Cierpka weitergeben hatte: Peter Liedtke habe während der Vakanz sogar neue Ideen in die Gemeinde getragen. Darüberhinaus freute sich der Superintendent ausdrücklich über den Neuen im Kirchenkreis: Joachim Cierpka bringe viele Erfahrungen und noch mehr Begabungen mit. Was er damit meinen könnte, deutete Christel Vité an. Die Berlinerin bedauerte, dass ihre Gemeinde mit Joachim Cierpka in einer Person einen guten Geschäftsführer und einen guten Seelsorger verliere.

Der Wunderthäuser Ortsvorsteher Martin Schneider, der genau wie seine Amtskollegen Georg Freitag aus Alertshausen und Ulrich Dienst aus Diedenshausen und wie Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann bei Gottesdienst und Feierstunde war, freute sich stellvertretend über den neuen Pfarrer und auf die Zusammenarbeit mit ihm, genau wie Andreas Mengel von der Elsoffer Löschgruppe, der im Namen aller Vereine vor Ort sprach. Und auch Ralf Kötter hatte noch eine Frohe Botschaft für seine ehemalige Gemeinde: „Heute ist ein guter Tag“, er sei überglücklich, dass die Gemeinde mit Joachim Cierpka einen gestandenen Theologe und einen Mann, der mit Leib und Seele und Herzblut Gemeindepfarrer sei, bekommen habe.

Das letzte Wort gebührte Joachim Cierpka, der im Hinblick auf die kirchlichen Amtseinführungen nochmal auf die Sieben einging. Mit sieben Amtseinführungen sei es jetzt aber auch genug, schließlich sei die Sieben eine Vollzahl, so der Theologe mit seinem Blick aufs Alte Testament. Und das bedeute für ihn als 57-Jährigen, das er den Weg mit Lukas jetzt noch knapp zehn Jahre gehen möchte: „Wir freuen uns hier zu sein, wir sind glücklich hier zu sein.“

Hier gibt es mehr Fotos von der Einführung.