„Wir sind glücklich hier zu sein“ >
< „Mit Spaß und der gebotenen Ernsthaftigkeit“
20.05.2018
Von: Jens Gesper

„Wir lassen dich gehen. Schweren Herzens.“

Erndtebrücker Kirchengemeinde verbschiedet Pfarrer Dr. Tim Elkar


Rund 100 Gottesdienst-Besucher waren am Sonntagmorgen beim Gottesdienst in der Erndtebrücker Kirche, die sich natürlich auch alle persönlich von Dr. Tim Elkar verabschieden wollten.

Dr. Tim Elkar (Mitte) bekam zum Abschied aus seiner Erndtebrücker Kirchengemeinde vom Presbyterium ein TuS-Trikot geschenkt, das er fürs abschließende Mannschafts-Foto auch gleich mal anzog.

„Ab Juni bist du nun richtiger Pfarrer. Du bist auf eine eigene Pfarrstelle gewählt worden. Die Kirchengemeinde in Neunkirchen kann sich auf jemanden freuen, der diese Arbeit sehr ernst nimmt. Wir lassen dich gehen. Schweren Herzens. Denn bei vielen Menschen in Erndtebrück hast du einen Eindruck hinterlassen. Die Ernsthaftigkeit, mit der du diese Arbeit tust, haben viele gespürt, wenn du sie besucht hast. Wenn du mit ihnen ihre Sorgen geteilt hast. Wenn du vor Trauer und schwierigen Situationen nicht zurückgeschreckt bist.“ Am Pfingstsonntag-Morgen wurde Pfarrer Dr. Tim Elkar in der Erndtebrücker Kirche verabschiedet, Stefan Berk machte als Kollege vor Ort und als Wittgensteiner Superintendent klar, mit welchen Stärken er seinem jungen Kollegen in den vergangenen gut anderthalb Jahren in der Erndtebrücker Kirchengemeinde, aber davor auch schon seit Oktober 2013 im Wittgensteiner Kirchenkreis erlebt hatte.

Nach seinem Vikariat in der Raumländer Kirchengemeinde und einer mehrmonatigen Vertretung seines Mentors dort war Tim Elkar nach Erndtebrück gewechselt, um hier den nebenamtlichen Superintendenten Stefan Berk in seiner Gemeinde zu entlasten, der dafür dankbar war: „Hier in Erndtebrück wurdest du behandelt wie ein normaler Pfarrer. Da war wenig Spielraum, um Dinge allmählich auszuprobieren oder zu sagen ‚Ich geh‘ mal mit, ich schau‘ mir mal Dinge an, und irgendwann mache ich selbst‘. Von Anfang an hattest du einen eigenen Bezirk zu versorgen, warst verantwortlich für die Seniorenarbeit, du hast einen neuen Besuchsdienst gegründet. Ja, du hast dich dieser Verantwortung gestellt, und das liegt sicherlich auch daran, dass du in Raumland bei Dirk Spornhauer eine gute Ausbildung im Vikariat bekommen hast.“

Für die Erndtebrücker bedeutet sein Weggang eine klare Veränderung, wie Stefan Berk schon absehen konnte: „Jetzt müssen wir selbst versuchen, diszipliniert zu denken und nichts zu vergessen. Das kennzeichnet sicher auch, dass du erinnerst, dass du Dinge im Blick behältst, dass nichts in Vergessenheit gerät. Danke für deine Verlässlichkeit, danke für deine Genauigkeit, danke für die Ernsthaftigkeit, mit der du hier gelebt und gearbeitet hast. Wobei das nicht alles war: Denn du konntest dich auch für Sport begeistern, du hattest eigene Interessen jenseits deines Dienstes, du hast Kontakte und Freundschaften gepflegt. Und das ist gut so, weil das ein guter Weg ist, nicht abzuheben, sondern bodenständig zu bleiben. Aber dazu wird Kerstin bestimmt noch mehr sagen.“

Und tatsächlich ging Pfarrerin Kerstin Grünert für das Erndtebrücker Presbyterium gleich mal auf den Sport ein. Die Unterstützerin des frisch abgestiegenen 1. FC Köln bedauerte es schon, dass nun mit dem 1.-FC-Nürnberg-Fan Tim Elkar der einzige Kollege mit Fußball-Verstand in der Gemeinde diese verlasse, ihre weiteren Abschiedsgedanken waren dann nochmal sehr viel tiefergehend. Sie und Tim Elkar seien hier in der Erndtebrücker Kirchengemeinde zusammen groß geworden: Gemeinsam, sie als frischgebackene Gemeindepfarrerin und er relativ kurz nach seinem Vikariat in einer neuen Gemeinde. An dieser Stelle dankte sie ausdrücklich Stefan Berk, der ihnen Beiden mit der Haltung „Ihr macht das schon“ vertraut habe. Kerstin Grünert war sich sicher, dass die Spuren von Tim Elkar auch weiter in der Erndtebrücker Kirchengemeinde zu sehen seien.

Aber Erndtebrück wird auch im Kleiderschrank Tim Elkars Spuren hinterlassen. Denn nachdem ihm das Raumländer Presbyterium zu seiner Ordination ein Nürnberg-Trikot geschenkt hatte, bekam er jetzt vom gemeindlichen Leitungsgremium in Erndtebrück ein Trikot vom örtlichen TuS. Also von den Erndtebrückern, die in der nächsten Saison im DFB-Pokal spielen, genau wie Nürnberg. So etwas hat Neunkirchen seinem neuen Pfarrer nämlich nicht zu bieten.

Hier gibt es mehr Fotos von der Verabschiedung.