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19.01.2018
Von: Jens Gesper

Im Dienst am Nächsten

Mit Pfarrer Henning Debus sind Berleburger Realschüler im Wahlpflichtfach „Soziale Arbeit“ unterwegs


Alle Beteiligten waren jetzt nach dem ersten Halbjahr bei einem Pressegespräch sehr zufrieden mit dem neuen Wahlpflichtfach „Soziale Arbeit“ an der Berleburger Realschule.

Wenn aus Mitschülern Helfer und Patient werden.

Mitgefühl, Sensibilität, Geduld, Höflichkeit, Freundlichkeit, Empathie - das ist überall und in jedem Schullalltag wünschenswert. In der Berleburger Realschule kann man diese Tugenden jetzt trainieren und außerdem schon mal schauen, ob man sie später vielleicht beruflich nutzen möchte. Das Ganze steht als Wahlpflichtfach „Soziale Arbeit“ im Stundenplan der Neuntklässler, eines der Angebote genau wie „Technik und Handwerk“, „Wirtschaft und Verwaltung“, „Gesunde Ernährung und Hauswirtschaft“ und „Neue Medien und Informatik“, aus denen sich die Jugendlichen für jedes der beiden Schulhalbjahre je ein Thema aussuchen.

In der Schule stellten nun Schulleiter Manfred Müller und Religionslehrer Henning Debus das Konzept hinter dem neuen Angebot vor und nach dem ersten halben Jahr wurde auch schon mal Bilanz gezogen. Während die 15 Schülerinnen und drei Schüler für das Projekt „Soziale Arbeit“ keine Noten bekommen, fiel die Beurteilung fürs neue Fach beim Pressegespräch einhellig sehr gut aus. Und zwar von allen Anwesenden: vom Schulleiter, von Henning Debus, der als ehemaliger Gemeindepfarrer gut alte Verbindungen für das Projekt nutzen konnte, von sieben der beteiligten Schüler und von fünf Frauen, die das Ganze von der Arbeitsplatzseite betrachteten: Edith Aderhold, Leiterin vom Alten- und Pflegeheim am Sähling, Pflegdienstleiterin Christine Benfer von der Berleburger Diakoniestation und ihre Stellvertreterin Marina Papendieck, Anke Fischer als Stationsleiterin vom Helios-Akutkrankenhaus sowie Verena Pöppel, Inhaberin einer Ergotherapie-Praxis in Bad Berleburg.

An all diesen Arbeits-Orten kommen die Jugendlichen zum Einsatz, dabei ist es für die Schule kein Problem, dass zeitlich allzu kurzes Hineinschnuppern eher hinderlich ist und am Morgen auch mit Visiten kollidieren könnte. Deshalb findet der Unterricht jetzt alle 14 Tage statt, die Jugendlichen bringen dann drei Stunden Zeit mit und zwar donnerstagnachmittags. Ein Bingo-Spiel im Altenheim, das Gespräch mit einem dementen Patienten oder auf der Krankenhaus-Bettkante und eine Therapiestunde gehören genauso dazu wie ganz handfeste Übungs-Erfahrungen beim Waschen, der Mundhygiene oder dem Füttern, wo sich die Schüler gegenseitig die Gesichter reinigten, den Mund spülten oder das Essen anreichten. Eine Grenzerfahrung, die ganz viel Vertrauen brauchte, egal, ob man in der eher aktiven Rolle des Helfers oder in der eher passiven Rolle des Patienten war.

Und bei all den Ausführungen im Pressegespräch wurde klar, dass nicht nur den Lehrern und den etwas älteren Profis, sondern auch den jungen Leuten hundertprozentig klar ist, wie wichtig all diese Berufe im sozialen Bereich für unser Zusammenleben in einer menschlichen Gesellschaft sind. Deshalb ist es gut, dass die Jugendlichen auf diese Art verbindlich, aber doch zunächst zeitlich begrenzt in diese Arbeit hineinschnuppern können. Und die nächsten Schülerinnen und Schüler machen sich bereit, das Projekt geht im nächsten Halbjahr weiter. Bestimmt auch zur Freude derer, die jetzt als Einzige nicht beim Pressegespräch waren: den Patienten und Klienten. Weil das Orkantief „Friederike“ den letzten Unterrichtsnachmittag ausfallen ließ, habe es gleich Nachfragen gegeben, wo denn die jungen Leute blieben und wann sie wiederkämen.