Wenn sich die Konfirmation zum 85. Mal jährt >
< Ein Fluss, der gleichmäßig fließt
24.09.2017
Von: Jens Gesper

Steine erinnern an Verstorbene

Frühere Reister Kanzel hat neue Aufgabe in der Esloher Kirche


Die Presbyter Karin Paetsch und Nils Weinbrenner legten die ersten Steine in die frühere Reister Kanzel. Diese erinnern jetzt in der Esloher St.-Johannis-Kirche an die Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres.

Die Evangelische Kirchengemeinde Dorlar, zu der in der größten Anzahl Protestanten vom Esloher Kommunalgemeinde-Gebiet gehören, hat sich schon vor Jahren sinnvoll gestaltend gebäudetechnisch kleiner gesetzt. Ihre Kirchen in Wenholthausen und in Reiste mussten nicht abgerissen werden, sondern wurden verkauft und werden heute in ganz anderer Art weiterhin sehr gut und sinnvoll genutzt.

Genau wie Teile des Inventars. Nachdem die ehemalige Reister St.-Christopheri-Kirche Ende des vergangenen Jahres verkauft wurde und jetzt unter den Fittichen der neuen Besitzerin Marianne Schneider als Kulturkirche zum Treffpunkt von Menschen wird, wechselten die Reister Kirchenglocken im Frühjahr 2017 in die Luther-St.-Andreas-Gemeinde in Reutershagen, wo sie jetzt in dem Rostocker Stadtteil die Menschen zum Gottesdienst rufen. Der Weg der Reister Kanzel zu ihrem neuen Einsatzort war nicht ganz so weit.

Bei dem Abendmahlsgottesdienst in der Esloher St.-Johannis-Kirche erlebten am Sonntag 60 Gottesdienst-Besucher mit, wie eben diese frühere Kanzel in der Evangelischen Kirche an der Martin-Luther-Straße in Eslohe in einen neuen Dienst gestellt wurde. Der Esloher Presbyter Peter Herrmann hatte Glasplatten in die Kanzel hinein gebaut. Auf die legte Presbyterin Karin Paetsch aus Cobbenrode weiße Steine mit den Namen und Todestagen der in diesem Kirchenjahr verstorbenen Dorlarer Gemeindeglieder. Der Reister Presbyter Nils Weinbrenner hielt das Tablett mit den Steinen.

Pfarrer Jürgen Rademacher hatte im Gottesdienst vorher diese neue Idee erläutert: Wann immer ein Gemeindeglied stirbt, wird für denjenigen nun ein Stein in diese frühere Reister Kanzel gelegt, die im Esloher Kirchraum für alle sichtbar steht. Die Steine bleiben bis zum Ewigkeitssonntag hier liegen. Der Sonntag vorm ersten Advent ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres, an diesem Tag wird in der evangelischen Tradition beim Gottesdienst an die Verstorbenen des vergangenen Jahres erinnert. Und in Eslohe bekommen die Angehörigen künftig an diesem Tag den kleinen weißen Stein aus der früheren Reister Kanzel. Auf der Kanzel steht eine Kerze, daneben liegt eine Tafel mit der Aufschrift: „Zum Gedenken der verstorbenen Gemeindeglieder.“