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31.07.2017
Von: Jens Gesper

Betrieb beim Gottesdienst und beim Arbeiten

Laaspherhütter renovieren gerade ihre Kapelle, Laaspher Gemeinde zahlt Material


Diese ehrenamtliche Mannschaft war am vergangenen Montag in der Laaspherhütter Kapelle im Arbeitseinsatz, aber auch Andere engagieren sich und helfen so dem kleinen Laaspher Ortsteil, die eigene Kapelle für monatliche Gottesdienste zu erhalten.

Als Berthold Wehn (links) jetzt den Laaspher Pfarrer Steffen Post in der Laaspherhütter Kapelle auf den Stand der Baustelle brachte, konnte sich der Laaspher Pfarrer nur über das ehrenamtliche Engagement in dem kleinen Ort freuen.

Das ist einer der Balken der Laaspherhütter Kapelle, die jetzt bei der Renovierung ausgetauscht werden mussten.

Gottesdienst am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr? Das hört sich nach leeren Reihen an. In Laaspherhütte ist das nicht so. Durchschnittlich 15 Besucher kommen sommers wie winters zum monatlichen Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe in die Laaspherhütter Kapelle. Nochmal beeindruckender wird diese Zahl, wenn man die Relation sieht, dass hier gerade mal 85 Menschen wohnen. Also mehr ein als ein Sechstel der Gemeinde vor Ort ist beim Gottesdienst. Da kann jetzt jeder nachrechnen, wie viele Gottesdienst-Besucher das für den eigenen Heimatort bedeuten würde. Dennoch ist die absolute Zahl klein, und eine Kirchengemeinde wie Bad Laasphe muss bei 4100 Gemeindegliedern genau überlegen, ob und wie sie sich da vier Kirchen und Kapellen leisten kann. Aber bei diesen Überlegungen kann Laaspherhütte eine Trumpfkarte ausspielen: die große Ehrenamtlichkeit vor Ort. Ein Beispiel ist die ehrenamtliche, musikalische Gottesdienst-Begleitung von Alexander Bald mit der Posaune, ein anderes der Laaspherhütter Ausschuss, der sich vorbildlich um die Belange des örtlichen kirchlichen Friedhofs kümmert.

Die organisatorische Federführung hat da Berthold Wehn genau wie gerade bei den Bauarbeiten. Denn im Augenblick geht keiner zum Gottesdienst in Laaspherhütte, in und an der Kapelle wird kräftig gearbeitet, ehrenamtlich natürlich. Das Spritzenhaus aus den frühen Nachkriegsjahren wurde 1949 von Pfarrer Gustav Bauer als Gottesdienststätte in Dienst gestellt, sie war zunächst auch Leichenhalle und Friedhofskapelle. Die Glocke wurde von dem Industriellen Heinrich Wagner gestiftet, der aus Laaspherhütte stammte. Die Liste der Arbeiten, die jetzt nach einem Vorlauf des Nachdenkens unbedingt sein musste, war beträchtlich: verfaulte Balken im Fachwerk ersetzen, viel Mauerwerk austauschen, den Boden neumachen, den ungenutzten Schornstein entfernen. Die Absprache zwischen Kirchengemeinde und Laaspherhüttern war klar: Die Arbeit wird ehrenamtlich erledigt, die Materialkosten bezahlt die Kirchengemeinde. Pi mal Daumen 3000 Euro stehen dafür zur Verfügung, diese stammen aus der Stiftung „KiLa“ der Laaspher Kirchengemeinde.

Nachdem diese ihr Pfarrhaus in Niederlaasphe verkauft hatte, durfte der Erlös laut landeskirchlichem Willen nicht auf den Kopf gehauen werden, sondern musste angelegt werden. Die Laaspher machten das in einer Stiftung. Die jährlichen Zinserträge dürfen sie für ihre Kirchengemeinde nutzen. Drei Aufgabengebiet sind für die Stiftung dabei festgeschrieben: Kinder- und Jugendarbeit, diakonische Arbeit und Gebäude der Gemeinde. Gebäude in der Kernstadt, in Niederlaasphe und in Puderbach waren schon Nutznießer, deshalb fiel die Entscheidung diesmal für Laaspherhütte.

Berthold Wehn freute sich zum einen, dass immer fünf oder sechs Leute zum Arbeiten da sind, mehr könne man aus Platzgründen oft nicht gebrauchen, und zum anderen, dass unterschiedliche Laaspherhütter mitarbeiteten. Pfarrer Steffen Post hatte den Eindruck, dass fast aus jedem Haus schon mal jemand auf der Baustelle gewesen sei, dass sich hier einfach viele Menschen an den Einsätzen beteiligten. Die Laaspherhütter würden schnell sagen, dass sie etwas machten - und dann könne man darauf vertrauen und sich auf die Laaspherhütter verlassen. Deshalb steht für den Vorsitzenden des Laaspher Presbyteriums fest: „Als Kirchengemeinde kann man nur mehr als dankbar dafür sein.“ Und ab Oktober gibt es wieder Gottesdienste in der Laaspherhütter Kapelle. Um 8.30 Uhr, wie immer.