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29.05.2017
Von: Jens Gesper

Kirchenkreis beim Kirchentag

Wittgensteiner und Hochsauerländer erlebten Riesen-Programm in Berlin


Einige der Wittgensteiner und Hochsauerländer Kirchentags-Besucher aus dem heimischen Kirchenkreis machten sich gemeinsam im Bus auf den Weg nach Berlin.

Mehr als drei Dutzend Menschen aller Altersklassen aus dem heimischen Evangelischen Kirchenkreis besuchten jetzt den Kirchentag in Berlin, sowohl aus Wittgenstein selbst, aber auch aus dem Hochsauerland, das in Teilen zum Wittgensteiner Kirchenkreis gehört. Viele, aber nicht alle Kirchentags-Besucher fuhren im gemeinsamen Bus in die Bundeshauptstadt. Unter dem biblischen Leitmotiv „Du siehst mich“ aus dem ersten Buch Mose stand der Kirchentag, der am Mittwoch vor Himmelfahrt in Berlin begann und mit einem Festgottesdienst, einem Reformations-Picknick und einem Konzert am Sonntag drauf in der Lutherstadt Wittenberg endete.

Im Jahr, da sich Luthers legendärer Thesenanschlag zum 500. Mal jährt, gibt es weitere spannende Zahlen zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag: 106.000 Dauerteilnehmende, 40.000 Teilnehmende mit Tageskarten, über 5000 Helferinnen und Helfer, über 30.000 Mitwirkende, aus dem Ausland reisten 6355 Gäste aus 105 Ländern an. Die stärkste Altersgruppe waren mit rund 18 Prozent die 50- bis 59-Jährigen. 26.000 Gäste kamen aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, 14.000 aus der Rheinischen, je 10.000 aus Westfälischer und Hannoverscher Landeskirche. Knapp 9 Prozent der Gäste waren katholisch. Das Budget für den Kirchentag betrug gut 22 Mill. Euro, rund die Hälfte davon wurde durch Mittel der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes gedeckt. Die mehr als 2400 verschiedenen Veranstaltungen hätten hintereinander geschaltet ohne Pause und rund um die Uhr etwa 175 Tage gedauert - da wäre es gut gewesen, wenn man einen der 35.000 Kirchentags-Papphocker zum Sitzen gehabt hätte.

Beeindruckende Zahlen, die allerdings nicht mal im Ansatz erahnen lassen, wie wunderbar vielfältig das Programm - doch immer auf dem Fundament des gemeinsamen christlichen Glaubens - war: informativ und bewegend, mitreißend und manchmal sogar kontrovers. Auch wenn sich im großen Maße beim Kirchentag die unterschiedlichen Akteure auf den Bühnen, an den Ständen und aus der Besucherschaft schon eher einig sind. Die Unterschiede sind ziemlich gering, wenn es um die christliche Verantwortung im Umgang mit Flüchtlingen, bei der Bewahrung der Schöpfung und in Sachen „Gerechtigkeit“ geht. Bei den Zielen ist man sich einig, die Wege dahin unterscheiden sich, oft allein in größeren oder kleineren Details. Jeder Versuch, das Programm zu umreißen, ist zum Scheitern verurteilt, eine Ahnung vermitteln die zahlreichen Berichte nach Wochentagen geordnet im Internet unter www.kirchentag.de/aktuell_2017.html, auch wenn selbst die höchstens einen Bruchteil der Veranstaltungen abbilden: neben Konzerten und Podiumsdiskussionen ungezählte Andachten, Gottesdienste und Bibelarbeiten.

Wer einen Eindruck bekommen möchte, was die Wittgensteiner und Hochsauerländer aus dem heimischen Kirchenkreis beim Kirchentag erlebt haben, schaut hier.

Einen besonderen Kirchentag erlebten einige Gemeindeglieder der Erndtebrücker Kirchengemeinde. Seit 1965 hat diese eine offizielle Verbindung in die Kirchengemeinde von Berlin-Müggelheim, damals in der DDR. Ende der 70er und in den 80er Jahren wurde die Partnerschaft lebendiger und sie hat auch die Wiedervereinigung gut überstanden, alljährlich treffen sich noch immer Menschen aus beiden Gemeinden in einem festen Turnus. So hatten sich die Erndtebrücker keine Probleme, ein Bett beim Kirchentag zu finden.

In zwei Jahren beim nächsten Kirchentag wird die Anfahrt für die Wittgensteiner und Hochsauerländer deutlich kürzer, dann richtet die Evangelische Kirche von Westfalen den Kirchentag in Dortmund aus. Pfarrer Peter Liedtke, der als Kirchentags-Beauftragter im Wittgensteiner Kirchenkreis die Fahrten organisiert, lud jetzt während der Rückreise aus Berlin schon mal herzlich dazu ein.

Hier gibt es viel mehr Fotos.