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21.05.2017
Von: Jens Gesper

Kirchengemeinde übergab Reister Kirche

Mit festlichem Morgenlob ging entwidmetes Gotteshaus an Marianne Schneider über


Pfarrer Jürgen Rademacher,...

... Ulrike Voss und Dr. Hans Dürr vom Dorlarer Presbyterium hatten die besten Wünsche für Marianne Schneider (Mitte),...

... Musik gab es von der Chorgemeinschaft Reiste...

... und dem CVJM-Posaunenchor Büschergrund vor und in der Reister Kirche,...

... wo sich alle über den Neuanfang in dem entwidmeten Gotteshaus freuten.

Mehr als 200 Besucher, darunter Bürgermeister Stephan Kersting, waren am Sonntag bei der früheren St.-Christopheri-Kirche in Reiste, feierlich wurde das ehemalige Gotteshaus der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar nun endgültig an die neue Besitzerin Marianne Schneider übergeben. Mit einem Morgenlob, denn nachdem die Kirche vor fünfeinhalb Jahren entwidmet worden war, entschied sich das Presbyterium der Gemeinde bewusst dagegen, an dieser Stelle nochmal Gottesdienst zu feiern. Und dennoch waren Anlass und Veranstaltung gleichermaßen festlich, auch dank der musikalischen Umrahmung durch die Chorgemeinschaft Reiste und den CVJM-Posaunenchor aus dem Freudenberger Ortsteil Büschergrund im Siegerland.

Gott sei Dank schien die Sonne über alle Berge, so dass wirklich Jeder einen guten Platz finden konnte: in der Kirche mit ihrem schönen Lichterspiel im Innern, im Zelt davor oder ganz einfach an der Sonne. Jürgen Rademachers Ansprache vollzog an Jesu Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäus-Evangelium das Wechselbad der Gefühle nach, durch das die Dorlarer Kirchengemeinde gehen musste, um ihre Kirche in Reiste zu verkaufen. Viele Versuche der Veräußerung wurden seit Ende 2011 auf den Weg gebracht, viele Hoffnungen zerschlugen sich, ganz am Ende war das Presbyterium 2016 kurz davor, den Abbruch der Kirche zu beantragen: 35.000 Euro sollte er kosten.

Und dann kam alles anders, sehr zur Freude von Pfarrer Jürgen Rademacher: „Jetzt trat etwas ein, womit keiner mehr gerechnet hatte. Die Hoffnungssaat, deren größter Teil schon verkümmert war, sie ging am Ende doch noch auf. Eine Käuferin zeigte ernsthaftes Interesse.“ Marianne Schneider kam, schnell wurden sie und Kirchengemeinde handelseinig, dem Wandel der ehemaligen Kirche zur Kulturkirche, die auch in Zukunft Treffpunkt der Menschen sein möchte, stand nichts mehr im Wege. Und für Jürgen Rademacher ist klar, wie er das Geschehen versteht: „Die Bibel erzählt uns von Wundern. Wunder sind Ereignisse wider Erwarten, Ergebnisse, mit denen man nicht gerechnet hätte. Wunder sind Situationen, in denen Gott - für uns oft unverstehbar - doch alles zum Guten wendet.“

Im Rahmen des Morgenlobs bekam Marianne Schneider aus den Händen der Presbyter Ulrike Voss und Dr. Hans Dürr Brot, Salz und einen großen symbolischen Schlüssel. Die wunderbare Musik von Chorgemeinschaft Reiste, CVJM-Posaunenchor Büschergrund und Reinhard Wulbeck an der Orgel trugen zur Festlichkeit des Morgenlobs bei. Und dass es mehr als eine einfache Übergabe war, machte das Fürbittengebet am Ende deutlich. Acht Menschen aus der Nachbarschaft der ehemaligen evangelischen Kirche sprachen es, darin hieß es auch: „Herr, danke für den Erhalt dieses Gebäudes, das seit Generationen den Ort Reiste mit geprägt hat. Auch wenn es keine Kirche mehr ist, so bleibt es doch ein Ort, an dem Menschen sich weiter begegnen können. Dafür danken wir dir.“

Mit noch mehr Musik, einem Kirchkaffee und einem Imbiss ging die fröhliche Festveranstaltung zuende.