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24.03.2017
Von: Jens Gesper

Lichter- und Zuspruchskirche besucht

Impulstag des Spirituellen Sommers führte einige Evangelische nach Gleidorf


Während die katholische Gemeindereferentin Monika Winzenick (rechts) in Gleidorf das Konzept der Lichter- und Zuspruchskirche vorstellte, hörten nicht nur Claus Knesebeck und Stefan Berk (Fünfter und Sechster von links) interessiert und begeistert zu.

Sie arbeiten seit Jahren engagiert und vertrauensvoll zusammen im Organisations-Team des Spirituellen Sommers: der Schmallenberger Tourismusdirektor Hubertus Schmidt (links), Susanne Falk als Leiterin des Netzwerk-Büros (Zweite von links) und Elisabeth Grube (rechts), die inzwischen die Tourismus-Beauftragung des Wittgensteinern Kirchenkreises innehat.

Seine Werke waren in den beiden vergangenen Jahren während der Sommermonate in der Evangelischen Auferstehungskirche in Gleidorf zu sehen, jetzt traf der Hagener Künstler Wolfgang Jankowsky beim Impulstag zum Spirituellen Sommer 2017 die frühere Gleidorfer Gemeindepfarrerin Elisabeth Grube.

Seit Anfang an ist der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein im Netzwerk „Wege zum Leben“ vertreten, das als Projekt im Rahmen der Regionale Südwestfalen startete. Die facettenreiche Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer“ mit einigen Tagen im Jahr 2012 und seitdem alljährlich mit drei Monaten abwechslungsreichstem Programm ist das greifbare Ergebnis dieser Kooperation. Auch nach der Regionale wird das Projekt weiterhin mit Fördergeldern für die regionale Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen unterstützt, mittlerweile hat sich allerdings zusätzlich ein Förderkreis gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben dem Sauerländer Heimatbund und der Kur- und Freizeit-GmbH „Schmallenberger Sauerland“ das Erzbistum Paderborn und zahlreiche katholischen Dekanate sowie von evangelischer Seite das Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe und die Kirchenkreise Arnsberg und Wittgenstein.

So war es selbstverständlich, dass Wittgensteins Superintendent Stefan Berk jetzt als einer der rund 100 Zuhörer den Impulstag zum Spirituellen Sommer im Schmallenberger Holz- und Touristikzentrum besuchte. Unter der Überschrift „Licht.Orte“ standen diesmal kraftvolle, spirituelle oder auch heilige Orte im Mittelpunkt der Veranstaltung, menschengemachte genauso wie Gott-gegebene. In den Impuls-Referaten zu Beginn der Veranstaltung ging es bei Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, Landschafts- und Freiraumplanerin an der Leibniz-Universität Hannover, um Orte zum „In-sich-Gehen und Zu-sich-Kommen“. Die Grevensteinerin Ulrike Mertens näherte sich dem Ganzen aus künstlerischer Sicht, ihr Thema: das Erkennen eben jener spirituellen Orte. Die katholische Gemeindereferentin Monika Winzenick berichtete passend zum Titel „Licht verändert die Wahrnehmung“ aus der Gleidorfer Herz-Jesu-Kirche, die seit anderthalb Jahren als Lichter- und Zuspruchskirche mit moderner Technik eine beeindruckende Ausleuchtung und einfach abrufbare Andachten für große und Geschichten für kleine Besucher liefert. Die frühere evangelische Pfarrerin von Gleidorf, Elisabeth Grube, gehört seit Jahren für den Wittgensteiner Kirchenkreis zum Organisations-Team des Spirituellen Sommers. Die Heiminghausenerin war sich sicher „Licht verändert die Wahrnehmung - spirituelle Orte in der Landschaft“, sie ging dabei insbesondere auf die theologische Dimension des Themas ein.

Den Impulsreferaten folgten vier Workshops mit den Referentinnen. Stefan Berk machte sich auf den Weg nach Gleidorf, um sich mit der Gruppe und Monika Winzenick die Lichter- und Zuspruchskirche anzuschauen. Der Superintendent traf hier Claus Knesebeck, Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Winterberg, die zum Wittgensteiner Kirchenkreis gehört. Der Elkeringhausener arbeitet in einer Gruppe mit, die sich mit den Sauerland-Wanderdörfern für die Fördergemeinschaft der „Wege zum Leben“ auf die Suche nach besonders spirituellen und kraftvollen Orten macht. Beide Männer waren sehr angetan von dem modernen, wohlüberlegten Konzept der Gleidorfer Kirche. Die Fredeburgerin Heide Sinkwitz, früher langjährige Delegierte bei den Synoden des Wittgensteiner Kirchenkreises, gestand, dass sie zwar generell nicht so viel mit diesen technischen Dingen anfangen könne, aber von der leicht verständlichen Anlage in Gleidorf zeigte sie sich begeistert.

Für unterschiedlichste Stimmungen bietet die Kirche bei Touchscreen-Berührung das passende Programm mit in sich geschlossenen Wort- und Musik-Beiträgen, deren Wirkung durch das darauf abgestimmte, computergesteuert Lichtspiel rund um den Altar ergänzt wird. Die Gleidorfer haben dieses System für ihre Herz-Jesu-Kirche aus der evangelischen Lichterkirche in Willingen-Rattlar übernommen. Ein Besuch in der täglich von 9 bis 18 Uhr geöffneten Kirche in Gleidorf lohnt in jedem Fall. Und nach Ende der Fastenzeit werden auch wieder die fröhlicheren Beiträge für Kinder freigeschaltet. Bei dem Impulstag jetzt war die Geschichte zu hören von dem Enkel, der inzwischen regelmäßig seine Oma darum bittet, sie möge doch mal mit ihm in die Kirche gehen.