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16.02.2017
Von: Jens Gesper

Jugend, Ökumene, das Miteinander im Kirchenkreis

Beim Pressegespräch zum Lutherjahr gab es in Bad Berleburg drei Schwerpunkte


Dieter Kuhli, Peter Liedtke, Martin Luther, Thomas Lindner, Jürgen Rademacher, Erik Richter und Stefan Berk (von links) freuen sich gemeinsam auf die Veranstaltungen zum Lutherjahr im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein.

Bei einem Pressegespräch stellte jetzt der Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein seine Pläne fürs bereits laufende Luther-Jahr vor. Es wird überall auf dem großen Gebiet zwischen Erndtebrück und Eslohe und Elsoff zahlreiche Veranstaltungen geben, die an Martin Luthers legendären Thesenanschlag vor 500 Jahren in Wittenberg und dessen Folgen erinnern. Neben ihm waren es viele andere Menschen, die damals in den schweren Zeiten des ausgehenden Mittelalters nachdachten, schrieben, diskutierten, einen Wandel wollten und so eine Wiederherstellung, eine Erneuerung - genau das bedeutet das lateinische Wort „reformatio“ - beförderten. So feiert der Wittgensteiner Kirchenkreis das Lutherjahr ganz bewusst mit Philipp Melanchthon, mit Ulrich Zwingli, mit Johannes Calvin oder auch mit Johannes Bugenhagen - Namen anderer Reformatoren, die beim Pressegespräch fielen - im Hinterkopf. Da noch beständig neue Punkte zum Programm hinzukommen und andere erst langsam Schritt für Schritt Gestalt annehmen, gab es beim Pressegespräch den Hinweis: Hier kann man schon zahlreiche Veranstaltungen finden. Ganz konkret stellte Superintendent Stefan Berk bei der Runde im Berleburger Haus der Kirche drei spezielle Themenfelder vor: die Jugend, die Ökumene und das Miteinander im Kirchenkreis.

Für die Jugend hatte der Leitende Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises Thomas Lindner als Chef des Kompetenzzentrums für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Kirchenkreis eingeladen. Kurz nach der zentralen Kirchenkreis-Jugendbibelwoche, die in allen Belangen und mit ihren gut 1700 Besuchern an vier Abenden Werbung für eine engagierte Kirche auf der Höhe der Zeit war, war es Stefan Berk ein Anliegen, Thomas Lindner für diesen wunderbaren Auftakt des Reformations-Jubiläumsjahres im Kirchenkreis zu danken. Thomas Lindner stellte die Grundüberlegungen für die Jugendsynode vor, die im Herbst ein Wochenende im Abenteuerdorf Wittgenstein mit Delegierten aus allen 15 Wittgensteiner Kirchengemeinden stattfinden wird. Ihr Thema: Kirche im Jahr 2030. Wenn man den Auftrag ernst nimmt, die Zukunft aktiv zu gestalten und nicht nur getrieben auf geänderte Rahmendaten zu reagieren, dann muss man früh genug nachdenken. Mit einem großen Team bereitet Thomas Lindner schon seit vergangenem Jahr die Jugendsynode vor, die mit Vorträgen und Workshops das Fundament schafft, informiert tragfähige Ideen für die Zukunft zu ersinnen.

Für die Ökumenische Perspektive freute sich Stefan Berk über die Pressegespräch-Teilnahme von Jürgen Rademacher und Erik Richter. Jürgen Rademacher war als Esloher und damit nördlichster Gemeindepfarrer des Wittgensteiner Kirchenkreises mit seinem katholischen Wormbacher Kollegen Erik Richter vom Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe in Bad Berleburg. Im Hochsauerland ist die konfessionelle Situation der Wittgensteiner diametral entgegen gesetzt. Hier leben die Evangelischen in der Diaspora. Gemeinsam mit den Kollegen, da gehört auf evangelischer Seite Ursel Groß, die neue Pfarrerin der Gleidorfer Kirchengemeinde dazu, haben sich die Hochsauerländer überlegt, wie sie im Lutherjahr gemeinsam feiern können. Geplant ist ein Ökumenischer Gottesdienst anlässlich des Reformationsjubiläums für den Pastoralen Raum Schmallenberg-Eslohe sowie die Kirchengemeinden Gleidorf und Dorlar. Beim Pressegespräch wurde deutlich, auch wenn man das Trennende kennt, so ist es am Ende doch deutlich mehr, was evangelische und katholische Christen verbindet. Nach dem Pressegespräch gab es auch aus Winterberg deutlich Zeichen, dass die katholische Mehrheit und die evangelische Minderheit hier ebenfalls zum Lutherjahr gemeinsam etwas unternehmen wollen.

Für das Miteinander im zahlenmäßig kleinen, aber flächenmäßig großen Kirchenkreis Wittgenstein waren die Pfarrer Dieter Kuhli und Peter Liedtke beim Pressegespräch. Der Theologische Ausschuss im Kirchenkreis, dessen Vorsitzender Dieter Kuhli ist, hatte sich zunächst federführend um den Luthergarten gekümmert, der jetzt als Kirchenkreis-Projekt zum Reformationsjubiläum von Peter Liedtke betreut wird. An Stationen zum Entdecken und Erleben werden viele Gruppen aus den unterschiedlichen Kirchenkreis-Gemeinden sich mit Reformator und Reformation beschäftigen und vom Sonntag, 25. Juni, bis Sonntag, 16. Juli, im Erndtebrücker Hauptschulgebäude etwas auf die Beine stellen. Montags bis freitags können Schulklassen, Konfi-Jahrgänge, Frauenhilfen, Presbyterien und alle anderen Interessenten in Gruppenstärke - auch gern von auswärts - nach Vereinbarung die Ausstellung besuchen, samstags ist generell für alle Interessierten von 10 bis 17 Uhr geöffnet.