„Vergnügt. Erlöst. Befreit.“ >
< Visitation endet mit Gottesdienst
25.02.2017
Von: Jens Gesper

„Mut machen, miteinander weiter zu gehen“

Visitation in der Winterberger Kirchengemeinde endet mit Gottesdienst in Langewiese


Bei der Visitation des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in der Winterberger Kirchengemeinde machten sich Vertreter des Kirchenkreises hier in vielen Begegnungen und Gesprächen ein Bild von der Situation der Evangelischen, die in vielen Orten der Gemeinde in einer Diaspora-Situation leben.

Eine Visitation im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein dauert üblicherweise eine Woche. Visitation, das ist der Besuch des Kreissynodalvorstands (KSV) als Leitungsgremium des Kirchenkreises in einer seiner Gemeinden. Die Besucher gehören zum KSV oder sind Fachleute aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen und von der Verwaltung. Zwischen den Gottesdiensten zum Auftakt am Sonntag und zum Abschluss am Samstag in der Evangelischen Kirche Langewiese lagen bei der Visitation in der Kirchengemeinde Winterberg nur drei Tage voller Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus dem öffentlichen Leben und aus dem Gemeindeleben, weil die Kirchengemeinde mit ihren rund 1350 Gemeindegliedern eine kleine Gemeinde ist.

Dennoch gab es genug zu tun. So wurde die Baustelle unter die Lupe genommen, denn seit einigen Wochen und noch etwa bis zur Jahresmitte wird die Evangelische Kirche in Winterberg komplett umgestaltet. Es gab Besuche im Bibellesekreis genau wie beim Konfirmandenunterricht oder auch im Frauenkreis. Außerdem trafen die Visitatoren sich mit Bürgermeister Werner Eickler, mit Tourismusdirektor Michael Beckmann, mit dem katholischen Pastor Norbert Lipinski und Vertreterinnen des Pfarrgemeinderates aus Züschen, mit Gymnasiums-Leiter Ulrich Cappel und Christiane Mayweg von der Fachschaft „Religion“ der Schule, mit dem stellvertretenden Leiter der Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen Hans-Peter Schlagregen, mit Anke Schmidt als Leiterin des DRK-Familienzentrums, mit der ehrenamtlichen Integrations-Koordinatorin Ingrid Baumeister und anderen Mitarbeitenden aus der wichtigen Flüchtlings-Arbeit. Und eines war beeindruckend: Nicht nur, dass man sich überall über die Winterberger Kirchengemeinde freute. Nein. Immer wieder hörte das Visitations-Team die ermutigende Aufforderung, dass sich die Kirchengemeinde aus ihrer Diaspora-Situation noch viel mehr ins Leben im Hochsauerland einbringen möge.

Als Zweites fiel den Gästen auf, wie getrennt die beiden Standorte in der eigentlich kleinen Kirchengemeinde Winterberg existieren - auch noch zehn Jahre nachdem Langewiese von der Girkhäuser zur Winterberger Kirchengemeinde gekommen ist. Die Kirchengemeinde bekommt in einigen Wochen einen ausführlichen Bericht mit ganz konkreten Empfehlungen vom Kreissynodalvorstand. In den Abschluss-Gottesdienst, den Superintendent Stefan Berk als Leitender Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises mit Laien aus dem Visitations-Team hielt, flossen allerdings schon einige Wahrnehmungen der Visitation ein. Nach den Gesprächen, an vielen war Stefan Berk selbst beteiligt, fragte der Superintendent nach den deutlichen Aufforderungen aus dem öffentlichen Leben und im Hinblick auf die Diaspora-Situation in seiner Predigt: „Könnten wir als Protestanten nicht ein ganz gutes und wichtiges Gewürz in der Gesellschaft sein, auch wenn wir nur kleine Brötchen backen können?“ Der Predigt-Text war die Geschichte von Maria und Martha, Stefan Berk war am Ende seiner Auslegung sicher: „Wir bleiben die Hörenden auf Gott, der uns in seine Welt schickt. Eine Visitation kann daran gar nichts ändern, sondern höchstens Mut machen, miteinander weiter zu gehen. Gemeinsam unterwegs zu bleiben und immer wieder zu fragen, was jetzt und hier Not tut - und wo der Tisch gedeckt werden muss.“

Hier gibt es den Gottesdienst als pdf-Datei und
hier gibt es Bilder von  den unterschiedlichen Begegnungen.