Rund 20 Presbyteriums-Mitglieder in Dortmund >
< Frauenhilfs-Kassiererin seit 1969
10.02.2017
Von: Jens Gesper

Jubiwo war wunderbar

Zentrale Jubiwo des Kirchenkreises brachte weit über 1700 Jugendliche zusammen


So viele Mitarbeitende brauchte es, damit die zentrale Jugendbibelwoche des gesamten Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein zu dem Erfolg wurde, der sie war.

Gleich zum Auftakt brachte Superintendent Stefan Berk bei der Jugendbibelwoche die Luther-Figur vorbei, die von nun alle Veranstaltungen im Wittgensteiner Kirchenkreis zum Reformations-Jubiläum als roter Faden verbinden wird.

Spaß beim Bubble-Ball, Spaß beim Bobbycar-Slalom mit Promille-Brillen, Spaß bei Currywurst, Nachos, Zuckerwatte, Popcorn, Flammkuchen, Spaß beim Verkleiden für die Schluss-Party, Spaß beim Tanzen zu lauter Musik - es gab ganz viel Spaß bei der Jugendbibelwoche des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in der Aula des Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG). Nicht ohne Grund waren es weit über 1700 junge Leute, die sich aus allen Teilen des Kirchenkreises, zu dem neben Wittgenstein auch die Evangelischen in Eslohe, Schmallenberg und Winterberg gehören, einladen ließen. Außerdem waren viele Gemeindepfarrer, die einen oder anderen Presbyter und Eltern bei den Abenden, die sehen konnten, dass die jungen Leute auch Spaß an der Verkündigung der biblischen Botschaft hatten. Wenn eine biblische Geschichte auf einmal mit echtem Feuer auf die Bühne gebracht wird oder mit Spielszenen aus dem eigenem Schullalltag illustriert wird, wenn die YouTube-Internet-Realität an der christlichen Botschaft gemessen wird, wenn die Predigt jemand hält, der selbst kaum älter ist als die Besucher und so spricht wie seine Zuhörer, dann ist der Glaube ganz nah, nichts Abgehobenes. Und wenn dann auch noch die richtige, live gespielte Musik dazu kommt. Abend für Abend wurde der Gesang besser und stärker.

Dabei war die Themenstellung im Reformationsjahr schon sehr ehrgeizig. Jede der vier einzelnen Regionen des Kirchenkreises wollte sich an ihrem Abend um eines der vier Soli Martin Luthers kümmern: solus Christus, sola fide, sola gratia, sola scriptura. Dass das kleine Einmaleins des evangelischen Glaubens in Lateinisch formuliert ist, macht es für die Gegenwart nicht einfacher, aber die deutschen Übersetzungen „allein Christus“ als Heilsmittler sowie „allein durch Glauben“, „allein aus Gnade“ und „allein durch die Schrift“ zum Ewigen Leben zu kommen, helfen. Noch anschaulicher machten es die vier Abende, die jeweils von einer Kirchenkreis-Region gestaltet wurden: Die Berleburger Kirchenkreis-Region I fragte analog zu den Soli am Dienstag „Wen interessierst du?“, die Laaspher Kirchenkreis-Region II versicherte am Mittwoch „Ich glaube an dich!“, die Hochsauerländer Kirchenkreis-Region IV erinnerte am Donnerstag „Du bist frei!“ und die Erndtebrücker Kirchenkreis-Region III wollte am Freitag wissen „Worauf kannst du dich verlassen?“

Vier Abende, die in ihrer Umsetzung kaum unterschiedlicher sein konnten, die in erster Linie trotz all des Spaßes eine Tatsache deutlich machten: nämlich mit wieviel Engagement und Ernsthaftigkeit sich aus allen Ecken des Kirchenkreises junge Leute neben Schule, Arbeit und Vereinen mit ihrem Glauben beschäftigen und von der Frohen Botschaft laut und deutlich und fröhlich erzählen wollen. Und in aller Unbeschwertheit wurde im Zeichen der Nächstenliebe auch an andere Lebens-Realitäten gedacht. Am Freitag war der einzige Abend, an dem eine Kollekte eingesammelt wurde, rund 360 Euro kamen für das Projekt „Jedes Kind hat Recht auf Urlaub“ des Kirchenkreis-Fördervereins „Perspektive Zukunft“ zusammen, der mit Kirchenkreis und CVJM dafür sorgen möchte, dass Kindern, die aus finanziellen Gründen nicht zu einer Freizeit fahren könnten, genau das ermöglicht wird.

Auch aus einem anderen Grund war der letzte Abend anders als die übrigen. Dem Programmteil schloss sich eine Party an, bei der getanzt und gefeiert wurde. In diesem Rahmen wurden auch die schrägsten Kostüme gekürt, einige waren der ausdrücklichen Einladung gefolgt, sich möglichst geschmacklos zu verkleiden. Dabei hatten die Mitarbeitenden ihre eigene Wertung, denen blühte allerdings noch etwas ganz Anderes. Nachdem zu Beginn des letzten Abends der Zähler der Internet-Bilderseite - www.jubwio.de - auf 25.070 Klicks stand, hieß es bei minus 3 Grad Celsius auf dem JAG-Schulhof „Wasser marsch“. Das Mitarbeitenden-Team hatte gewettet, dass es keine 25.000 Klicks geben würde. Leon durfte als Gewinner des Verkleidungs-Wettbewerbs die rund 70 Mitarbeitenden der Jugendbibelwoche nass spritzen. Mit einem Segen und mit dem Dank an Mitarbeitende und Teilnehmende für eine gelungene Woche entließ Thomas Lindner danach die Jugendlichen in das weitere Reformations-Jubiläumsjahr.

Der Leiter des Kompetenzzentrums für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Wittgensteiner Kirchenkreis war diesmal allerdings nicht der Hauptverantwortliche für die Organisation. Philipp Hartmann, der nach dem Studium der Sozialen Arbeit und Gemeindepädagogik seit Sommer sein Anerkennungspraktikum im Kompetenzzentrum absolviert, hatte die Gesamtleitung des Projekts inne. Ausdrücklich lobte Thomas Lindner Philipp Hartmanns Einsatz: „Zum Schluss möchte ich mich einfach noch einmal bei allen, die dazu beigetragen haben bedanken. Ihr wart toll! Aber mein besonderer Dank geht auch auf diesem Weg an Philipp. Diese Aufgabe so souverän zu meistern, und das in deinem Anerkennungsjahr: Respekt. Danke, dass du da bist.“

Zu den vielen Aufgaben von Philipp Hartmann gehörte auch die Organisation der Stände, die es während der Jugendbibelwoche gab: die Evangelische Jugend Westfalen erläuterte das Freiwillige Diakonische Jahr, das Marburger Bibelseminar stellte sich vor, das Café International der Berleburger Kirchengemeinde ließ die Besucher Rinds- und Geflügelwurst sowie syrische Süßigkeiten probieren, das Deutsche Rote Kreuz packte Pfarrer auf Tragen und ließ die Jugendliche Reanimationen an Puppen üben, professionelle Maskenbildner schminkten fürchterliche Gesichter für die Schluss-Party, der Wittgensteiner CVJM stellte sein Freizeiten-Programm vor. Als anderes Beispiel: Auch die neun Buslinien wollten sinnvoll koordiniert sein. Sie ermöglichten es den Jugendlichen ganz einfach von überall im Kirchenkreis nach Bad Berleburg zu kommen. Viele nutzten die Chance, nicht nur Konfirmandinnen und Konfirmanden. So waren große Teile der Jungenschaft der Feudinger Kirchengemeinde zu Gast, während die Jugendarbeit der Berleburger Kirchengemeinde den kurzen Weg aus dem Christus-Haus zur JAG-Aula nutzte und jeden Abend vor Ort gut vertreten war. Und auch diese große Gemeinschaft auf dem Fundament des Glaubens brachte vor allem eines: Spaß.

Hier gibt es ganz viele Fotos von den Abenden und Berichte dazu.