Herzliche Einladung zum Checkpoint Jesus >
< Einführung des KSV in Erndtebrück
29.01.2017
Von: Jens Gesper

„Am Ufer bleiben ist keine Option!“

Gottesdienst in Erndtebrück: neue KSV-Mitglieder begrüßt, scheidende verabschiedet


So sieht der Kreissynodalvorstand des Wittgensteiner Kirchenkreises jetzt aus: Helga Afflerbach, Peter Liedtke, Dr. Jürgen Fuhse, Thomas Janetzki, Oliver Lehnsdorf, Monika Benfer, Silke van Doorn, Dieter Kuhli, Edith Aderhold, Dr. Wolfgang Pollinger, Ulf Helmrich, Stefan Berk und Thorsten Betz (von links).

Mit Worten des Dankes und der Wertschätzung wurden Otto Marburger, Inge-Marie Kolbe und Thomas Soth von Superintendent Stefan Berk (von links) aus dem Kreissynodalvorstand des Wittgensteiner Kirchenkreises verabschiedet.

„Kann es sein, dass die älteste Demokratie der Welt einen solchen Präsidenten gewählt hat? Kann es sein, dass im 21. Jahrhundert ganze Städte mit ihren Bewohnern zerbombt werden? Kann es sein, dass nach den Gräueltaten während der Nazidiktatur rechte Parolen wieder salonfähig werden - und anderswo Terrorgruppen wie der IS ungestraft morden, foltern, versklaven dürfen?“ Fragen, die Superintendent Stefan Berk am Sonntagabend beim Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Erndtebrück stellte. Politische Fragen, die ein Christ jedoch immer stellen muss, wenn es um die Erde als Gottes Schöpfung und wenn es um andere Menschen geht, die als Gottes Geschöpfe nach seinem Bilde ein jeder Christenmensch als Geschwister sehen sollte. Die politischen Fragen passten an diesem Abend umso mehr, da doch, wenn man im Bild bleiben will, im Rahmen des Gottesdienstes drei neue Mitglieder der Wittgensteiner Kirchenkreis-Regierung ins Amt eingeführt wurden.

Die Kirchenkreis-Regierung heißt Kreissynodalvorstand (KSV). Das Leitungsgremium trifft sich Pi mal Daumen einmal im Monat unter dem Vorsitz des Superintendenten, ihm gehören Pfarrer und nicht-theologische Mitglieder an. Bei dem Gottesdienst jetzt wurden Dr. Jürgen Fuhse aus Obringhausen als KSV-Mitglied sowie die Steinbacherin Helga Afflerbach und der Fischelbacher Thorsten Betz als stellvertretende KSV-Mitglieder ins Amt eingeführt. Außerdem wurden nach vielen Jahren im Kirchenkreis-Leitungsgremium die Berleburgerin Inge-Marie Kolbe, der Schwarzenauer Otto Marburger und Thomas Soth, früher Wenholthausen, heute Paderborn, persönlich verabschiedet.

Der Predigttext des Sonntags stand im Matthäus-Evangeliums, es ging um den sinkenden Petrus auf dem See Genezareth. Stefan Berk schlug in der Predigt eine Brücke aus der Bibel in die Gegenwart und zu den KSV-Mitgliedern: „Hoher Wellengang auch bei uns in unserer Kirche. Wer sich engagiert, wer sich wählen lässt und Entscheidungen trifft, muss damit rechnen, dass ihn Wellen treffen, kalt und hart. Wutbürgertum ist in. Wut gegen alle da oben. Aber selbst will man nicht ins Boot steigen. Selbst will man nicht in der Nacht über den See fahren. Selbst will man kein Risiko eingehen - aber zur Verantwortung gehört das immer dazu. Auch Fehler zu machen. Auch Menschen zu verletzen, weil man nicht alles im Blick hatte und das auch nicht kann. Wer leitet, geht immer ein Wagnis ein. Sitzt immer in einem Boot auf dem See, das von plötzlichen Fallwinden in Bedrängnis gebracht wird.“

Aber für den Superintendenten des Wittgensteiner Kirchenkreises stand mit Matthäus an seiner Seite fest: „Am Ufer bleiben ist keine Option! Jesus schickt seine Freunde los. Er drängt sie sogar aufzubrechen. Sie sollen ans andere Ufer fahren. Er kommt nach. Also los, Aufbruch, selbst am Abend, selbst auf die Gefahr hin, dass ein Sturm aufzieht. Leben braucht Bewegung. Leben ist eine Bewegung, nicht auf einem roten Teppich, sondern durch die Nacht, durch den Sturm.“ Stefan Berk wusste einen Trost, verwies mit Blick auf den Bibeltext mit den ängstlichen Jüngern und dem zweifelnden Petrus auf seine Überzeugung: „Wer die Kraft Gottes in sich trägt, dem gehorchen die Naturgewalten. In dieser Nacht ist Gottes Geist am Werk. Und dieser Geist löst die Angst. Dieser Geist glättet die Wogen. Dieser Geist bringt die Menschen zur Ruhe. Ein Friedensgeist. Ein Schöpfergeist. Ein Geist gegen die Angst, gegen die Gespenster, gegen die Depression und die billigen Parolen. Sein wichtigster Satz heißt: ‚Fürchtet euch nicht!‘ Damit kommen wir durch den Sturm. Mit ihm an Bord. Komme, was wolle.“

Hier gibt es den ganzen Gottesdienst als pdf-Datei.

Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Weintrauben und Erndtebrücker Schmalzbroten, bei Wasser und Wein und fairem Orangensaft klang ein gemeinsamer Abend nach einem festlichen Gottesdienst aus.

Aktueller Kreissynodalvorstand

Zu dem Kirchenkreis-Leitungsgremium gehören neben Superintendent Stefan Berk als Geborenem Mitglied von theologischer Seite Pfarrer Dieter Kuhli als Assessor, Pfarrer Peter Liedtke als stellvertretender Assessor, Pfarrer Thomas Janetzki als Schriftführer, Pfarrerin Silke van Doorn als Theologisches Mitglied.
Die nicht-theologischen Mitglieder sind Edith Aderhold aus Wemlighausen, Monika Benfer aus Bad Laasphe, Dr. Jürgen Fuhse aus Obringhausen, Ulf Helmrich aus der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe sowie Dr. Wolfgang Pollinger aus Schmallenberg.
Ihre Stellvertreter sind: Helga Afflerbach aus Steinbach, Thorsten Betz aus Fischelbach, Dr. Johannes Gilbert aus Schmallenberg und Dr. Werner Kördel aus Fleckenberg. Stellvertretender Scriba ist Pfarrer Oliver Lehnsdorf, stellvertretendes Theologische Mitglied Dr. Dirk Spornhauer.
Abstimmungsberechtigt sind im KSV vier theologische und fünf nicht-theologische Mitglieder. Diese Relation ist kein Zufall, sondern spiegelt ganz einfach das evangelische Selbstverständnis nachdrücklich wider.