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23.01.2017
Von: Jens Gesper

Silke van Doorn arbeitet jetzt im Vorstand mit

Schulreferentin nimmt im Laaspher Freundeskreis Christlich-Jüdische Synodalbeauftragung wahr


Zum minimal veränderten Vorstand des Christlich-Jüdischen Freundeskreises Bad Laasphe gehören jetzt Werner Dürr, Silke van Doorn, Christel Düsberg, Klaus-Peter Wolff, Walburga Heinze, Jens Gesper, Marie-Luise Nier, Dr. Gerhard Bosch und Rainer Becker (von links).

Zufrieden und froh blickte der Christlich-Jüdische Freundeskreis am Montag bei seiner Mitgliederversammlung auf das vergangene Jahr zurück - ein besonderes, schließlich feierte der Verein 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Noch immer zeigte sich der Vorsitzende Rainer Becker hocherfreut über die große Resonanz auf die Jubiläums-Veranstaltung, die am Reformationstag mit rund 100 Gästen im Haus des Gastes gefeiert wurde, darunter auch Landrat Andreas Müller sowie die heimischen Bundestagsabgeordneten Willi Brase und Volkmar Klein. Neben einem Festakt gehörte eine Foto-Ausstellung, die den heimischen Opfern der NS-Diktatur ein Gesicht gab, zu den Jubiläums-Feierlichkeiten. Teil des Freundeskreis-Programms im vergangenen Jahres waren zudem ein Bericht der Zeitzeugin Dr. Michaela Vidlakova, die als Kind im KZ Theresienstadt inhaftiert war, der Vortrag „Simon Grünewald - drei Lehrer aus Pömbsen“ von Hartmut Prange, ein Besuch in der Synagoge Wetter, später wurde dann ausgehend von der früheren Laaspher Synagoge ein Rundgang „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Laasphe“ unternommen und natürlich fand eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November in Bad Laasphe statt. Im gleichen Monat erhielt der Freundeskreis die traurige Nachricht vom Tod Harry Prägers, der sich eigentlich 2016 nochmal auf die Wittgensteiner Spuren seines jüdischen Großvaters Felix Präger begeben wollte.

Wie der Rückblick gehören auch Wahlen zu einer Jahreshauptversammlung. Der gesamte Vorstand stand zur Disposition, in den allermeisten Fällen lautete das Votum jedoch „Wiederwahl“: Rainer Becker bleibt Vorsitzender, Christel Düsberg seine Stellvertreterin, Marie-Luise Nier Kassenwartin, Werner Dürr, Jens Gesper, Walburga Heinze und Reinhard Schmidt Beisitzer. Allein Schriftführer Heinrich Höse stand nicht zur Wiederwahl. Seine Nachfolge trat der Beisitzer Klaus-Peter Wolff an, dessen freigewordener Platz des Beisitzers ging an Dr. Gerhard Bosch. Alle Wahlen fielen einstimmig aus - und Rainer Becker nutzte die Gunst der Stunde, sich ausdrücklich bei Heinrich Höse zu bedanken, der sich mit extrem großem Engagement in sein Ehrenamt eingebracht hatte. Beispielhaft nannte der Vorsitzende hier die Jubiläums-Ausstellung im vergangenen Jahr. Bei den Vorstands-Sitzungen des Laaspher Freundeskreises ist jetzt auch Pfarrerin Silke van Doorn dabei. Die Schulreferentin des Wittgensteiner Kirchenkreises hat seit der vergangenen Synode, so heißen die zweimal jährlichen Delegiertenversammlungen des Kirchenkreises, die Synodal-Beauftragung für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit inne.

Ihr Kollege, der Laaspher Gemeindepfarrer Dieter Kuhli, erhielt bei der Mitgliederversammlung des Christlich-Jüdischen Freundeskreises jetzt eine Urkunde für sich und seine Ehefrau Gunhild, weil die Beiden seit 25 Jahren dem Verein angehören. Eines der acht Neuen, die im vergangenen Jahr zu dem Verein kamen und die Mitgliederzahl auf 63 ansteigen ließen, ist Steffen Post, ebenfalls Pfarrer der Laaspher Kirchengemeinde und ebenfalls bei der Versammlung zu Gast. Beide Pfarrer planen mit Konfirmandinnen und Konfirmanden eine gemeinsame Aktion mit dem Freundeskreis fürs Frühjahr.