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18.12.2016
Von: Jens Gesper

Ursel Groß ist neue Gleidorfer Pfarrerin

Presbyterium wählte Siegerländerin mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen


Freundlich und fröhlich war die Atmosphäre bei dem Wahlgottesdienst in der Gleidorfer Auferstehungskirche, den der Wittgensteiner Superintendent Stefan Berk hielt und in dem der Wingeshäuser Pfarrer Thomas Janetzki und die Schmallenberger Presbyterin Nicole Vosbeck (von links) Protokoll führten.

„Advent hat in diesem Jahr für viele von Ihnen einen besonderen Klang. Advent als Zeit der frohen Erwartung - ja, so ein Wahlgottesdienst passt ausgezeichnet in die Jahreszeit. Denn mit diesem Tag geht eine lange Zeit des Wartens, des Fragens, der Zweifel, der Enttäuschungen, des Hoffens zu Ende. Denn heute wird über die künftige Pfarrerin Ihrer Kirchengemeinde entschieden, wenn die Mitglieder des Presbyteriums nachher ihre Stimme abgeben.“ So begrüßte Superintendent Stefan Berk als Leitender Theologe des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein, zu dem auch die Gleidorfer Kirchengemeinde gehört, die Besucher des Gottesdienstes am Sonntagnachmittag in der Auferstehungskirche. Knapp ein Jahr nachdem Elisabeth Grube als Gemeindepfarrerin verabschiedet worden war, sollte jetzt über die neue Pfarrerin der Gemeinde entschieden werden. Die Wahl durch das Presbyterium war eingebettet in den Gottesdienst und brauchte nicht allzu viel Zeit: 65 Minuten dauerte der Gottesdienst, danach stand fest, dass Ursel Groß die neue und jetzt auch einzige Pfarrerin der Gleidorfer Kirchengemeinde ist, zu der fast alle Evangelischen auf Schmallenberger Stadtgebiet gehören. Das Ergebnis war eindeutig für die einzige Bewerberin: Sieben der neun Presbyter sprachen sich für Ursel Groß aus, bei zwei Enthaltungen gab es keine Gegenstimme.

Ursel Groß, die - wie bei Wahlgottesdiensten üblich - nicht selbst vor Ort war, ist 57 Jahre alt und wohnt derzeit noch in Hilchenbach im Siegerland. Aufgewachsen ist sie in Herdecke-Kirchende, ihr Studium absolvierte sie in Bonn und Münster. Danach war sie zunächst als Vikarin, später als Pfarrerin im sogenannten Entsendungsdienst insgesamt 22 Jahre in der Kreuztaler Kirchengemeinde. Aus dem Siegener wechselte Ursel Groß im Sommer 2008 in den Wittgensteiner Kirchenkreis, genauer ins Hochsauerland. Sie arbeitete in der Seelsorge im Seniorencentrum St. Raphael, im Haus Monika, in der Einrichtung „Seniorenwohnen im Park“, in den Kliniken Bad Fredeburgs, im „Haus auf der Insel“ in Oberkirchen und in Störmanns Hof in Eslohe und übernahm Vertretungsdienste in den evangelischen Nachbar-Kirchengemeinden Gleidorf und Dorlar. Im Frühjahr plant sie nach ihrer Wahl nun den Wechsel ins Hochsauerland. Mit Ehemann Eckhard möchte sie auf das Gebiet der Gleidorfer Kirchengemeinde umziehen, ihre beiden Söhne haben das Elternhaus fürs Studium verlassen.

So wird Ursel Groß an bekannter Stelle in neuer Funktion arbeiten - mit einem klaren Auftrag. Schon in seiner Predigt vor der Wahl hatte Superintendent Stefan Berk formuliert, um was es evangelischer Kirche gehen müsse: „Zeugnis geben von der Liebe Gottes.“ Und er ermutigte allen Anwesenden, dass das nicht nur eine Dienstanweisung für Amtsträger sei, sondern sich alle berufen fühlen sollten, Zeugnis von der Liebe Gottes zu geben: „Auch wenn das alles andere als leicht ist: Es bleibt unsere Aufgabe, nicht nur einer Pfarrerin, nicht nur eines Presbyteriums, auch nicht der Chorleiter und Musikerinnen und Musiker - es ist die Herausforderung aller Christinnen und Christen in unseren Gemeinden.“ Und diese Aufgabe gilt es getrost anzunehmen, auch in einer Welt, die immer komplizierter und friedloser scheint, für Stefan Berk stand jedenfalls fest: „Denn es bleibt dabei, dass Gott durch unsere Welt zieht und uns zuruft, zuflüstert, in die Seele schreibt: ‚Fürchte dich nicht!‘“