„Hier ist ein Haus mit offenen Türen“ >
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28.08.2016
Von: Jens Gesper

Einladung ins Kinderhaus „Martin Luther“

Nach Umbauarbeiten stellt sich Kita an der Erndtebrücker Martin-Luther-Straße vor


Mit einem Tag der offenen Tür feiert die Evangelische Kirchengemeinde Erndtebrück am Sonntag, 28. August, dass ihr Kinderhaus „Martin Luther“ nach längeren Um- und Anbau-Arbeiten jetzt ganz neu ins nächste Kindergarten-Jahr gestartet ist. Los geht es um 10.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst im Festzelt beim Kinderhaus an der Erndtebrücker Martin-Luther-Straße 5, gestaltet wird der von Pfarrer Stefan Berk sowie den Kindern und Erzieherinnen aus dem Kinderhaus. Ab 11.30 Uhr wartet auf alle Besucher ein buntes Programm mit kleinen und großen Künstlern im Haus und drumherum. So kann man etwa Halstücher mit dem neuen Kinderhaus-Logo drucken, außerdem sind ein Ballonkünstler und ein Zauberer vor Ort. Um das Essen muss sich an diesem Tag niemand Gedanken machen, bei Grillwürstchen und am Muffin-Buffet wird der Hunger herzhaft oder süß gestillt.

Das Muffin-Buffet kommt von den Eltern - und genau denen spricht Einrichtungsleiterin Sabine Dreisbach ein großes Dankeschön aus. Nicht nur für die Muffins. Auch nach den Bauarbeiten hätten sich Mütter und Väter ganz stark eingebracht: beim Gardinen-Nähen, beim Möbel-Zusammenbau oder beim Dekorations-Aufbau, nannte Sabine Dreisbach nur ein paar wenige Dinge. Ein zweites Dankeschön ging an ihr Team. Es sei eine Herausforderung gewesen, im laufenden Betrieb um- und anzubauen, aber alle Kolleginnen hätten mit ihrem großem Einsatz gemeinsam dafür gesorgt, dass der Kita-Alltag auch während der Bauarbeiten ohne Probleme funktioniert habe. Stellvertretend könnte man hier Annemarie Flüß nennen, sie hat den Namen „Kinderhaus“ optisch ansprechend umgesetzt: Jeder Buchstabe eine Person. Das Schild ziert künftig das Kinderhaus.

Für die Mädchen und Jungen im Kinderhaus war die Bauzeit sowieso eine spannende Zeit, wenn sie an den Fenstern standen und guckten, erlebten sie hautnah mit, wie gebaggert, gemauert, gezimmert oder angestrichen wurde. Die Kita war in der jüngsten Vergangenheit von drei- auf zweigruppig umgestellt worden, auch um der Betreuung unter dreijähriger Kinder optimal gerecht zu werden. Nach dem Umbau dürfen sechs Kinder zwischen zwei und drei sowie drei Mädchen und Jungen zwischen einem Jahr und zwei Jahren die Einrichtung besuchen. Insgesamt sind heute 45 Kinder in der Kita. Sie kommen vom gesamten Gebiet der Erndtebrücker Kommunalgemeinde und aus dem benachbarten Oberen Lahntal. Attraktiv ist es für viele Eltern, dass das Kinderhaus von montags bis freitags stets bis 17 Uhr geöffnet ist. Zudem gibt es während der Sommerferien hier immer eine Notgruppe. Insgesamt sieben Kolleginnen sind es im Team, wobei die Kita gerade noch eine zusätzliche Mitarbeiterin für eine 19-Stunden-Stelle sucht.

„Dunkle Paneele sind einer hellen schallreduzierenden Decke gewichen, der ganze Flur wirkt jetzt hell und freundlich“, freut sich Pfarrer Stefan Berk über die letzten Bauarbeiten im Kinderhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück, die in den Sommerferien abgeschlossen wurden. Erst der Verkauf und der grundlegende Umbau des Evangelischen Jugendheims, das die Kirchengemeinde vom Investor gemietet hat und weiter nutzt, dann Um- und Anbau des kirchlichen Kindergartens an der Erndtebrücker Martin-Luther-Straße, das Presbyterium musste sich in jüngster Zeit oft mit Bauplänen beschäftigen. Aber jetzt ist auch das zweite Bauprojekt zu einem guten Ende gebracht, auch wegen der guten Zusammenarbeit mit allen beteiligten Firmen.

Die Außenfassade zeigt sich nun farbenfroh, Pflasterarbeiten sind erledigt, ein kleines Vorgärtchen ist angelegt. Die neu entstandenen Gruppennebenräume wurden schon in Betrieb genommen. Jeder Gruppe stehen jetzt ein Schlafraum und ein Intensivraum zur Verfügung. Die Turnhalle, die lange Zeit als Aufbewahrungsort für alles, was irgendwo im Weg war, herhalten musste, wurde wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben. Es gibt eine neue Küche, ein neues Treppenhaus, die abgetrennt stehende Garage wurde ins Gebäude integriert und wird nun vom Kinderhaus als Lagerraum genutzt.

Auch am Namen hat sich eine Kleinigkeit geändert, wie Stefan Berk als Theologe erläutert: „Ein Haus mit offenen Türen ist der Kindergarten, ganz auf den Spuren von Martin Luther, dem die Bildung von Kindesbeinen an wichtig war. Deshalb lag es nahe, den Begriff ‚Kinderhaus‘ weiter zu verwenden, als Zeichen dafür, dass es ein Haus für Kinder ist und die Kinder im Mittelpunkt stehen sollen. Deshalb hat das Presbyterium gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen entschieden, künftig den Straßennahmen zum offiziellen Namen zu machen - und vom ‚Kinderhaus Martin Luther‘ zu sprechen.“

Für den Umbau hat die Erndtebrücker Kirchengemeinde einen Zuwendungsbescheid der öffentlichen Hand in Höhe von 120.000 Euro bekommen. Etwa 40.000 Euro muss sie jedoch selbst in die Hand nehmen. Sie kommen aus Rücklagen. Für Pfarrer Stefan Berk zeigt genau das, wie wichtig der Kirchengemeinde die Kindergartenarbeit ist und dass diese ihr auch etwas wert ist.