Nach Camisa nun Torwächter >
< Offene Türen in Bad Laasphe
16.05.2016
Von: Veranstalter

„Pfingstlich begeisternd und bewegend“

Rund 400 Menschen erlebten sehr unterschiedliche Nächte der offenen Kirche in Wittgenstein


Der Gladenbacher Amani-Gospelchor unter Leitung von Pfarrer Lee Cosmas Ndeiy bot m Rahmen der Nacht der offenen Kirche in Bad Laasphe ein etwa einstündiges Konzert.

Die beiden Pfarrer Steffen Post (links) und Dieter Kuhli, freuten sich, dass die Raumländerin Elke Franz ihre Bilder zu den Ich-bin-Worten Jesu der Laaspher Kirchengemeinde für eine vierwöchige Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte.

Bei der Nacht der offenen Kirche in der Laaspher Stadtkirche gab es wie in den beiden anderen beteiligten Wittgensteiner Gemeinden auch etwas zu essen.

Die jungen Besucher freuten sich bei der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach über die ungewohnten Spielangebote im Mittelgang.

Auch die Bastelangebote im Chorraum der Fischelbacher Kirche wurden gut angenommen und gern genutzt.

Bei der Nacht der offenen Kirche in Fischelbach konnten die Besucher auch einen Blick in die Bibel auf dem Abendmahlstisch werfen, diese stammt aus dem Jahr 1729.

In Bad Berleburg war es bei der Nacht der offenen Kirche auch vor der Tür gemütlich.

Bei der Nacht der offenen Kirche in Bad Berleburg waren Bastian Völkel, Gerrit Schwan und Anika Lindner (von links) für die Musik zuständig.

Hier ist Pfarrerin Claudia Latzel-Binder bei der Nacht der offenen Kirche in Bad Berleburg im Gespräch mit Ehab, einem koptischen Christen, der aus Ägypten nach Wittgenstein kam.

Insgesamt waren es rund 400 Menschen, die sich im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein in diesem Jahr zur Nacht der offenen Kirche einladen ließen. Besonders verwöhnt wurde der Süden, sowohl die Fischelbacher als auch die Laaspher Kirchengemeinde hatten einen facettenreichen Abend konzipiert. Der dritte Standort war Bad Berleburg, inzwischen als treue Teilnehmer-Kirchengemeinde eine verlässliche Größe bei der Veranstaltungsreihe der Evangelischen Kirche von Westfalen, die in geraden Jahren abends am Pfingstsonntag in Gotteshäuser einlädt.

Über der knapp dreistündigen Veranstaltung der Laaspher Kirchengemeinde stand „Kunst und Klang“. Die Türen blieben während dieser Zeit offen, dennoch waren es eigentlich immer über 100 Leute in der Kirche, die kamen zum Beispiel auch aus Arfeld. Das Stichwort „Kunst“ wies auf die Ausstellung hin, die in diesem Rahmen eröffnet wurde. Gezeigt wurden Motive zu den Ich bin-Worten von Jesus der Raumländerin Elke Franz, Pfarrer Dieter Kuhli führte im Dialog mit der Künstlerin in die Ausstellung ein. Pfarrer Steffen Post, der den Abend moderierte, charakterisierte die Bilder folgendermaßen: „Schlichte, aber ausdrucksstarke Motive, verbunden mit persönlichen Elementen und örtlichen Besonderheiten; gelbe und leuchtende Farbtöne dominieren; Rolle von Jesus in jedem Bild mit dem Motiv des Kreuzes verankert.“ Zu sehen sind die Bilder in der Laaspher Stadtkirche noch bis Sonntag, 12. Juni.

Gleich die Eröffnung wurde vom Amani-Gospelchor musikalisch umrahmt, die Überschrift „Klang“ bezog sich aber auf ein kleines klangvolles Konzert des Gospelchores, etwa eine Stunde lange brachten die Hessen aus Gladenbach mit ihren Liedern und ihrem Schwung die Stadtkirche zum Mitsingen und in Bewegung. Humorvolle Moderationseinlagen des Pfarrers und Chorleiters Lee Cosmas Ndeiy rundeten das Erlebnis ab, das Fazit von Steffen Post war klar und deutlich: „Alles in allem: pfingstlich begeisternd und bewegend.“ Zwischendurch gab es Gelegenheit, die Bilder anzuschauen und etwas zu essen und zu trinken: Schnittchen und Snacks waren von Kathy Messerschmidt und ihrer Familie vorbereitet worden.

„Die Nacht der offenen Kirchen war insgesamt ein beeindruckendes Gemeinschaftserlebnis, beim Familiengottesdienst war die Kirche gut gefüllt, geschätzt etwa 130 Personen von Säugling bis Senior“, so glücklich formulierte Claudia Hofheinz als eine der Organisatorinnen der Veranstaltung in der Fischelbacher Kirche ihre Bilanz: Besondere Gäste im Gottesdienst waren der Feudinger CVJM-Chor TonSpuren, die den Gottesdienst neben Sonja Kuhmichel an der Gitarre und Martina Schmidt an der Orgel musikalisch bereicherten. Bei einem Anspiel zum Gleichnis vom bittenden Freund als Predigttext wurden die jungen Gottesdienst-Besucher mit in die Geschichte eingebunden. Der Verkündigungsteil machte deutlich, dass Beten Beziehungssache ist. Wie immer trugen die Mitarbeiter und Teilnehmer der Fischelbacher Jugendkreise „Treffpunkt“ und „TREFFPüNKTchen“ durch Lesungen und Gebete zum Gelingen des Gottesdienstes bei.

Im Anschluss an diesen lebendigen Familiengottesdienst waren alle Besucher zum gemeinsamen Essen ins Zelt neben der Kirche eingeladen. Dank vieler fleißiger Salate-Schnibbler und Grillmeister konnte man dort ein reichhaltiges Grill- und Salatbuffet sowie mit Poffertjes eine holländische Nachtisch-Spezialität genießen. Auch das kunterbunte Rahmenprogramm in und um die Kirche fand begeisterten Anklang. Wer mutig und schwindelfrei genug war, konnte den Kirchturm hinaufsteigen und wurde mit einem Blick auf die Glocken belohnt. Eine Etage tiefer bereitete es großen Spaß, die größte Glocke mit einem Seilzug zum Klingen zu bringen.

Ruhig und besinnlich ging es hingegen auf der Empore zu. Dort lud ein mit Sitzsäcken, Kissen und Windlichtern gemütlich gestalteter Raum der Stille zum Ruhigwerden und Beten ein. Die Zettel mit den Gebetsanliegen konnten an einer Gebetsmauer befestigt werden. Auf der Empore lagen darüber hinaus Segensgebete und -sprüche zum Mitnehmen als Erinnerung bereit. Der liebevoll zurechtgemachte Gebetsgarten neben der Kirche wurde von vielen Gästen besucht und begeistert durchlaufen. Großen Anklang fanden die Spiele im Kirchengang. Eine Foto-Show im Kirchenraum rief mit Gemeinde-Bildern aus den vergangenen Monaten Ahs und Ohs hervor. Im Dunkeln wurde der Kirchturm durch seine farbige Beleuchtung zu einem echten Hingucker.

Bis um Mitternacht waren die Kirchentüren für Gäste geöffnet. Claudia Hofheinz wusste den Grund für den Veranstaltungs-Erfolg: „Diese Nacht der offenen Kirchen konnte nur durch zahlreiche engagierte Mitarbeiter realisiert und zu einem so beeindruckenden Gemeinschaftserlebnis werden. Einen herzlichen Dank an euch alle.“

Das Konzept der Berleburger Kirchengemeinde war zum dritten Mal das gleiche. Hier öffnete die Kirche auch diesmal wieder ihre Türen für unterschiedlichste Menschen, nicht nur als Gäste, sondern auch als Akteure des Abends. Die standen selbst neben dem Abendmahlstisch und lasen aus dem Buch der Bücher. Lauteten vor vier Jahren die Themen „Geld“, „Essen“ und „Sex and Crime“, ging es vor zwei Jahren um verschiedene Berufe in der Bibel. Die Organisatorinnen waren wie in den Jahren zuvor Gemeindepfarrerin Claudia Latzel-Binder und die Wittgensteiner Schulreferentin Silke van Doorn, in diesem Jahr ergänzt um die neue Berleburger Gemeindepfarrerin Christine Liedtke. Das Trio hatte sich diesmal von den Vortragenden Geschichten aus der Bibel gewünscht, die sich mit den Themen „Migration“ und „Flucht“ beschäftigen.

Beim Gottesdienst am Anfang waren es knapp 100 Besucher, viele blieben danach, aber es kamen auch immer mal wieder neue Gäste - und hörten zu. Entweder bei der Musik von Gerrit Schwan aus Schüllar, dem Berleburger Bastian Völkel und der Birkelbacherin Anika Lindner oder aber den unterschiedlichsten Menschen, die Geschichten aus der Heiligen Schrift in ihren Muttersprachen vorlasen und außerdem von ihren eigenen Erfahrungen sprachen.

Die Bibelstellen wurden zudem immer auch auf Deutsch vorgetragen. Und die Bandbreite war groß: von Wittgensteinern mit Wurzeln in anderen Ländern über eine Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, die eine neue Heimat in Wittgenstein fand, bis hin zu Ehab, einem ägyptischen Flüchtling der Gegenwart, reichten die Besucher – zwischendrin auch noch die Kirchenkreis-Gäste aus Ngerengere in Tansania. Das Konzept der Veranstaltung ging sehr gut auf, freute sich Claudia Latzel-Binder, und Pfarrerin Silke van Doorn war sich bei ihrer dritten Veranstaltung dieser Art in Bad Berleburg sicher: „Für mich war es die berührendste Nacht der offenen Kirche.“

Hier gibt es mehr Fotos.