Besuch beim Bürgermeister >
< „Der lange Weg nach Wittgenstein“
18.04.2016
Von: Reni Rode

Was Christinnen und Christen über den Islam wissen sollten

Bezirksverbandstreffen der Evangelischen Frauenhilfe war in Erndtebrück


Vorsitzende Brigitte Rothenpieler (links) bedankte sich während der Bezirksversammlung der Frauenhilfe im Kirchenkreis Wittgenstein bei den scheidenden Leiterinnen.

Proppenvoll war das Evangelische Jugendheim Erndtebrück jetzt, als dort die Bezirksversammlung der Frauenhilfe im Kirchenkreis Wittgenstein stattfand.

Peter Liedtke sprach als Flüchtlingspfarrer des Wittgensteiner Kirchenkreises bei der Bezirksversammlung der Frauenhilfe zum Thema „Der Islam - was wir als Christinnen und Christen darüber wissen sollten“.

Der Bezirksverband der Evangelischen Frauenhilfe im Kirchenkreis Wittgenstein hatte zur Bezirksverbandsversammlung nach Erndtebrück in das Jugendheim eingeladen. Das Thema der Veranstaltung lautete „Der Islam - was wir als Christinnen und Christen darüber wissen sollten“. Brigitte Rothenpieler begrüße als Vorsitzende des Bezirksverbandes die anwesenden 69 Frauen sowie die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert und Peter Liedtke, Pfarrer des Kirchenkreises und zuständig für die Verfahrensberatung in der Flüchtlingsunterkunft in Bad Berleburg.

In ihrer Andacht berührte Pfarrerin Kerstin Grünert gleich das Hauptanliegen dieser Veranstaltung. Anhand einer Geschichte zum Schmunzeln aus dem Buch „Der liebe Gott kommt nicht voran“ stellte sie ein Bild des modernen Menschen dar, der unter einer Dunstglocke sitzt. So leidet er bei allem was er tut oder erfährt ständig unter Kopfschmerzen. Er trägt Scheuklappen, kann nichts verstehen und weigert sich lernen zu wollen. Eine wirkungsvolle Therapie, die Dunstglocke zu heben, ist jedoch eine Veranstaltung wie die des Bezirksverbandes – und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich über fremde Kulturen und Religionen zu informieren.

Nach den Worten von Kerstin Grünert folgten die Verabschiedung ehemaliger Leiterinneneinzelner Frauenhilfen und die Begrüßung zukünftiger. Es wurde den Frauen mit einem Präsent und Segensspruch gedankt. Verabschiedet wurden Johanna Freitag, Margarete Werthenbach, Hildegard Obergefell, Gertrud Kubsch, Anneliese Roth, Lore Hoffmann und Reinhilde Kaschade. Willkommen geheißen wurden Gertrud Saßmannshausen, Gerda Hackenbracht, Wilma Landau, Hannelore Homrighausen, Elisabeth Kördel und Monika Gilbert.

Nach einer stärkenden Kaffeepause kam Peter Liedtke als Referent zu Wort. Pfarrer Liedtke ist Synodalbeauftragter des Kirchenkreises für Flucht und Migration und daher der geeignete Ansprechpartner des Themas, das alle Deutschen seit einiger Zeit besonders berührt. Die Medien berichten täglich in Bild und Wort von der dramatischen Situation der Flüchtlinge, auch in Wittgenstein sieht man Geflüchtete, über die man wenig weiß und die sich hier fremd fühlen.

Peter Liedtke rückte den anwesenden Frauen die Buch-Religionen in den Vordergrund: das Judentum mit dem Alten Testament, das Christentum mit der Bibel und den Islam mit dem Koran. Alle drei Gruppen glauben an einen einzigen Gott. Bei den weiteren Ausführungen wurde deutlich, dass bei einem Vergleich nicht nur der Islam, sondern auch das Christentum eine Bandbreite positiver wie auch negativer Inhalte aufweisen kann. Bei genauem Hinsehen konnte man sogar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede entdecken: Ein Muslim, eine Muslima glauben auch - sie glauben anders, aber sie glauben. Und der Flüchtlingspfarrer lud ein, diese Gemeinsamkeiten zu finden. Sie helfen, dass sich fremde Menschen einander nähern, sie helfen Brücken zu bauen.

Nach einer sich anschließenden Aussprache endete dieser interessante und informative Nachmittag, der einmal mehr dazu beigetragen hat, dass sich Christinnen in ihrem festen Glauben einer anderen Kultur angenähert haben, um diese besser verstehen zu können.