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06.04.2016
Von: Jens Gesper

Bilderbuchkino und todschicke Kleidung

Bandbreite der Fortbildungs-Angebote im Schulreferat ist beeindruckend groß


Schon vor der Fortbildung zum Bilderbuchkino herrschte bei Schulreferentin Silke van Doorn und ihren Gästen im Berleburger Haus der Kirche beste Stimmung.

Bilderbuchkino ist ja eigentlich ein sehr anschauliches Wort - und doch lässt es einen irgendwie ratlos zurück. Was sich hinter dieser Vokabel verbirgt, das wissen jetzt aber die Lehrerinnen genau, die gerade eine Fortbildung des Gemeinsamen Schulreferates der Evangelischen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein im Berleburger Haus der Kirche besucht haben. Überschrieben war die anderthalbstündige Fortbildung am Abend: „Wir lesen ein Bilderbuch - Bilderbuchkino im Unterricht, Möglichkeiten und Perspektiven“. Beim Bilderbuchkino werden die Zeichnungen eines Buches an die Wand geworfen, während jemand den Text dazu vorliest

Referentin war Anna Lisa Gagliano, die bei den Germanisten an der Siegener Universität arbeitet. Sie wies versiert auf Chancen und Probleme hin, wenn man sich in der Grundschule auf diese Art mit einem Bilderbuch beschäftigen möchte. Allein das fehlende Gedränge, bei dem es oftmals immer die Gleichen in die allererste Reihe schaffen, ist ein großer Pluspunkt. Aber natürlich ist auch das generelle Kino-Gefühl hier noch einmal etwas ganz Besonderes für die Kinder.

Das beikamen die Teilnehmerinnen auch selbst zu spüren, wie Schulreferentin Silke van Doorn sagte. Sie lernten bei Anna Lisa Gagliano nämlich „Wo ist mein Hut?“ von Jon Klassen kennen, das Bilderbuch erhielt 2013 in seiner Kategorie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es sei eine total spannende Fortbildung gewesen, so Silke van Doorn, sie sei selbst gefesselt gewesen, sowohl vom Präsentierten als auch von der Präsentation. Angetan war sie auch, dass dieser Versuch geklappt hatte. Erstmals hatte sie um 18.30 Uhr eine Fortbildung angeboten, die außerdem auch nur für 90 Minuten anberaumt war. Ihr persönlich habe dieser Kurz-und-bündig-Ansatz perfekt gefallen, aber ihr sei auch rückgemeldet worden, dass das bei den Teilnehmerinnen sehr gut angekommen sei.

Nächstes Fortbildungs-Angebot:

„Todschicke Kleidung zu welchem Preis?“, diese Frage stellt das Gemeinsame Schulreferat der Evangelischen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein in einer seiner nächsten Fortbildungen am Montag, 25. April, von 16 bis 18.30 Uhr im Schulreferat an der Burgstraße 23 in Siegen. Schulreferentin Silke van Doorn hat Elisa Heinrich als Referentin gewonnen. Das Thema der Koordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen sind die spottbilligen Ergebnisse der Menschenrechts-, Sozial- und Sicherheitsstandards-Missachtung in Ostasien, Lateinamerika und Osteuropa, die in unseren Kleiderschränken hängen und die wir auf der Haut tragen.

Nach einer inhaltlichen Einführung in das Thema „Textilproduktion“ beschäftigt sich die Fortbildung mit den Fragen, welche Alternativen es für Konsumentinnen und Konsumenten gibt und was die unterschiedlichen Qualitätslabel und Gütesiegel aussagen. Ein Schwerpunkt der Fortbildung liegt bei der Sichtung und Vorstellung unterschiedlicher Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe 1. Die Kernlehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen bieten im Fach „Religion“ besonders in den Klassen 9 und 10 bei den Gottesvorstellungen und in der Frage nach dem ethischen Handeln sowie in dem Fach „Gesellschaftslehre/Politik“ der Klassen fünf bis zehn zahlreiche Anknüpfungspunkte. Das lädt zum fächerübergreifenden Lernen ein. Bereits für die inhaltliche Einführung werden für den Unterricht geeignete Materialien genutzt.

Außer Lehrerinnen und Lehrern sind auch Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Mitarbeitende aus den Gemeinden herzlich willkommen, denn auch im Pfarrunterricht oder in den gemeindlichen Jugendgruppen bietet sich eine Beschäftigung mit dem Thema an. Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro, Anmeldungen werden erbeten bis zum Mittwoch, 20. April, per E-Mail an christiane.grauel(at)kirchenkreis-siegen.de.