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03.04.2016
Von: Universität Bamberg

Ein wichtiger Beitrag für die Zivilgesellschaft

Europäische Langzeit-Uni-Studie hat Konfi-Zeit unter die Lupe genommen


Wer die Bilder von einem Konfi-Camp,...

... vom Konfi-Cup...

... oder von einer Jugendbibelwoche im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein sieht, weiß, wie die Jugendlichen aus Hochsauerland und Wittgenstein hier Gemeinschaft und Spaß erleben.

Überall im Kirchenkreis werden gerade und noch bis in den Juni hinein (hier sind die Termine) Konfirmationen gefeiert. Junge Leute bekräftigen das, was hier vielfach in der Kindertaufe seinen Ausdruck gefunden hat: das Bekenntnis zu Gott und zum christlichen Glauben. Wobei manches Mal die Rede auch auf den finanziellen Aspekt kommt. Aber dass der Wittgensteiner Konfirmandenunterricht sehr viel mehr ist als das Geld und das schicke Outfit am Schluss, das weiß jeder, der hier mal selbst bei einer Jugendbibelwoche gewesen ist, der den Spaß beim Konfi-Cup mit Fußball und Hockey erlebt oder einen der Berichte von einem der mehrtägigen Konfi-Camps gehört hat. Und dass der Konfirmandenunterricht generell mehr ist, das zeigt eine gerade vorgelegte internationale Studie, die in dieser Pressemitteilung der Bamberger Universität präsentiert wird:

Mit welchen Erwartungen gehen die Jugendlichen selbst in die Konfirmandenzeit? Was passiert nach der Konfirmation? Wirkt die intensive Vorbereitungszeit nach - und wenn ja, wie? Aufschluss über diese Fragen gibt ein international-vergleichendes Forschungsprojekt, in dem auch der Bamberger Professor Dr. Henrik Simojoki mitwirkt. Der Inhaber des Lehrstuhls für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt „Religionspädagogik und Didaktik“ an der Universität Bamberg ist Teil des deutschen Teams, das gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus neun europäischen Ländern zu diesen Themen forscht.

Mehr als 28.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden, über 4100 kirchliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen sowie 1635 Konfirmationsgruppen in Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz sowie Polen und Ungarn haben anonymisierte Fragebögen für das Forscherteam ausgefüllt - zu Beginn und am Ende ihrer Konfirmandenzeit sowie auch zwei Jahre danach. Das Projekt über Jugend und Religion ist damit eine der größeren europäischen Jugendstudien.

Die Studie ermöglichte es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstmals, empirisch nachzuweisen, dass die Konfirmandenarbeit Zusammenhalt schafft, prosoziales Handeln fördert und zu ehrenamtlichem Engagement anregt. Beispiel Zusammenhalt: Insgesamt gaben rund 77 Prozent der Jugendlichen an, in der Vorbereitungszeit eine gute Gemeinschaft erlebt und neue Freunde gefunden zu haben. Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen verschiedenen europäischen Ländern. In Deutschland erfuhren 75 Prozent einen starken Gemeinschaftssinn, in Schweden sogar rund 89 Prozent. „Zusätzlich zum klassischen Konfirmandenunterricht gibt es immer mehr gemeinschafts- und erlebnisorientierte Organisationsformen wie Konfi-Camps, die gezielt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe fördern“, erklärt Henrik Simojoki das Ergebnis.

Für ihn ist dank der Studie klar: Die Konfirmation prägt das Leben der Jugendlichen nachhaltig und leistet einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. „Das weit verbreitete Klischee, man lasse sich nur wegen der Geschenke konfirmieren und hake den Termin ansonsten ab, konnte in unserer Studie empirisch nicht bestätigt werden.“

Noch mehr zu diesem Thema kann man unter https://www.uni-bamberg.de/universitaet/aktuelles/news/artikel/konfirmation/ lesen.