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10.03.2016
Von: Jens Gesper

Friedenskirche wird abgerissen

Mehr als vier Jahre lang suchte die Kirchengemeinde Gleidorf eine andere Lösung für Bad Fredeburg


Die Friedenskirche in Bad Fredeburg wird ab Donnerstag, 10. März, abgerissen. Die Abbrucharbeiten beginnen innen, Anfang der darauffolgenden Woche wird über den Zeitplan für den Abriss von Turm und Außengebäude entschieden.

Mehr als vier Jahre sind vergangen, seit die Friedenskirche in Bad Fredeburg entwidmet worden ist. Zuvor hatte ihre Besitzerin, die Evangelische Kirchengemeinde Gleidorf, jahrelang überlegt, wie sie aus ihrer finanziell angespannten Situation herauskommen könne. In dieser Situation machte ein Besuch der Landeskirche und der EnergieAgentur.NRW in der Gemeinde klar, dass es an der Fredeburger Kirchen einen großen Investitionsstau gebe und diese auf jeden Fall eine neue Heizung für damals 100.000 Euro brauche, wobei das Gebäude ohnehin sehr schwer zu heizen sei.

In unzähligen Stunden überlegte das Presbyterium - in einer Gemeindeversammlung auch gemeinsam mit den Gemeindegliedern - über Auswege aus dem Dilemma, auch darüber, wie man wieder mehr Besucher für die Friedenskirche gewinnen könne. Doch es fanden sich keine Lösungen. Schweren Herzens traf das gemeindliche Leitungsgremium die Entscheidung, die Kirche zu schließen. Am Ende stand die Entwidmung am Buß- und Bettag im November 2011.

Die Gemeinde hatte gehofft, dass sich für das außergewöhnliche, wunderschön gelegene Gebäude bald ein Käufer finden würde. Unterschiedlichste Interessenten meldeten sich, unterschiedlichste Konzepte von einer Ausstellungsgalerie bis zum Kolumbarium für Urnengräber hörten sich vielversprechend an, zahlreiche mögliche Kooperationspartner wurden angesprochen. Doch auch nach vielen Gesprächen blieb nur das ungenutzte Gebäude, das der Gemeinde trotzdem alljährliche Kosten verursachte. Das Einschalten eines Maklers brachte ebenfalls keinen greifbaren Erfolg. Und deshalb muss die Kirchengemeinde, die seit zwei Jahren im Haushaltssicherungskonzept ist, nun den Schritt machen, den sie unbedingt vermeiden wollte: Die Friedenskirche wird abgerissen.

Erneut waren es unzählige Stunden, die das ganze Presbyterium und einzelne Gremiums-Mitglieder in den vergangenen vier Jahren investiert haben, um einen anderen Weg aus dieser Situation zu finden. Aber alle beschrittenen Pfade eines Auswegs endeten in Sackgassen. Das Presbyterium hat nunmehr den Abriss beschlossen, die Evangelische Kirche von Westfalen hat diesem Schritt zugestimmt, weil auch die Landeskirche keine andere Möglichkeit sieht, der Kirchenkreis Wittgenstein trägt die Entscheidung mit und auch die Stadt Schmallenberg hat ihr Okay gegeben. Und so wird die Friedenskirche ab Donnerstag, 10. März, abgerissen. Die Abbrucharbeiten beginnen innen, Anfang der darauffolgenden Woche wird über den Zeitplan für den Abriss von Turm und Außengebäude entschieden.

Diese Entscheidung war eine ganz, ganz schwere, aber sie setzt auch endlich einen Schlusspunkt. Und das gewährt dem Presbyterium und der gesamten Gemeinde nun wieder Freiräume, um nachzudenken, wie eine Evangelische Kirchengemeinde in der Diaspora und mitten im demographischen Wandel für die Menschen vor Ort da sein kann. Denn die Kirche will ja für Menschen da sein – und nicht für Gebäude.