Wenn Papas mit Kindern für den Geburtstag üben >
< „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge“
19.02.2016
Von: Jens Gesper

Handys, Zeugnisse, Toleranz

Bei der Jugendbibelwoche in Schmallenberg wurde kaum ein Thema ausgespart


Viel Spaß hatten die Jugendlichen der Evangelischen Kirchengemeinden Dorlar, Gleidorf und Winterberg in der Schmallenberger Christuskirche beim gemeinsamen Nachdenken und Singen in der Jugendbibelwoche.

„Das schlechteste Zeugnis wird prämiert“ - so stand es über einem Abend der Jugendbibelwoche der Evangelischen Kirchengemeinden Dorlar, Gleidorf und Winterberg in der Christuskirche Schmallenberg. Ein schmaler Grat, auf dem die Organisatoren da balancierten. Wollten sie etwa Schulen, Lehrern, Eltern mit dieser Aktion in den Rücken fallen? Nein, definitiv nicht. Thomas Lindner vom Jugendarbeits-Kompetenzzentrum im Kirchenkreis Wittgenstein, zu dem auch die evangelischen Hochsauerländer aus Eslohe, Schmallenberg und Winterberg gehören, motivierte bei dieser Preisverleihung nicht dazu, künftig schlechte Noten anzustreben. Aber er fand halt, dass einem eine schlechte Note schon genug Stress zuhause einbringt. Deshalb waren die Überraschungseier für die Fünfen im Zeugnis und die große Plastikdose voller Fruchtgummi für das schlechteste der zehn vorgelegten Zeugnisse kein Belohnung, sondern ganz einfach ein Trost. Verbunden mit der frohen und beruhigenden Botschaft, dass gute Noten einem das Leben möglicherweise leichter machen, aber jeder Mensch deutlich mehr ist als seine Schulnoten. Denn Gott schaut den Menschen zwar ins Herz, aber sicher nicht ins Zeugnis.

Am Abend vorher ging es um den allzu breiten Raum, den die Handys inzwischen im Leben der jungen Menschen einnehmen, am Abend danach um Toleranz. So wurden innerhalb von drei Tagen wichtige Themen für die Jugendlichen behandelt - und zwar mit ihnen, nicht für sie. Denn zu jedem Jugendbibelwoche-Abend im Hochsauerland gehört das Bearbeiten von Fragen in drei oder vier Runden an Tischen. Außerdem ist für jeden Abend eine der drei Gemeinden zuständig. Die Abende werden in der Hauptsache von Ehrenamtlichen vorbereitet und gestaltet, durch die Bank weg junge Leute. Am letzten Abend schloss sich dem üblichen Programm noch eine Party an. Ein Shuttle-Service aus Eslohe und Winterberg brachte die Katechumenen und Konfirmanden jeden Abend gut nach Schmallenberg und danach wieder sicher nach Hause

Gut 150 junge Leute waren es an den drei Abenden in der Christuskirche, insgesamt kam das 18-Mitarbeiter-Team aus allen drei Kirchengemeinden. Eine von den Ehrenamtlichen war Sahra Sritharan, sie zog am Ende ein sehr zufriedenes Fazit: „Die Jugendbibelwoche war ein super Erfolg für unsere Region.“ In finanziell schwierigen Zeiten für alle Gemeinden und nach der Verabschiedung von zwei Pfarrern in der Region im vergangenen Jahr freute sich die Esloherin, dass trotz dieser Probleme die Jugendarbeit im Hochsauerland so prima laufe: „Auch für das junge Team war es gut, so einen Erfolg zu haben. Die Mitarbeiter hatten viel Spaß bei der Vorbereitung und Durchführung der Jugendbibelwoche und freuen sich aufs nächste Jahr mit einer großen Kirchenkreis-Jugendbibelwoche in Bad Berleburg.“

Hier gibt es Fotos.