Schweißen bei der Pfarrkonferenz >
< „Lebendige Botschaft und Liturgie mit allen Sinnen“
16.01.2016
Von: Jens Gesper

Gottesdienst für Kinder

Aus fünf Kirchengemeinden kamen Ehrenamtliche zu Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake nach Elsoff


Wenn der Kindergottesdienst sehr früh beginnt, muss man erst einmal den Körper aufwecken: Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake (vorn) zeigt den Ehrenamtlichen wie das mit Gesang kindgerecht und lustig geht – und beginnt bei den Unterschenkeln.

Pfarrerin kerstin Othmer-Haake (rechts) freute sich, dass so viele Ehrenamtliche zur Kindergottesdienst-Fortbildung des Wittgensteiner Kompetenzzentrums sogar aus Banfe und Puderbach nach Elsoff gekommen waren.

Man nehme sieben Butterbrottüten, einen Klebestift und eine Schere…

… und fertig ist ein Stern.

Die Taufe und ihre Bedeutung war ein wichtiges Thema bei der Kindergottesdienst-Fortbildung in Elsoff, zunächst machte sich Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake mit den Ehrenamtlichen genau darüber Gedanken.

Eine der ersten Fragen bei der Fortbildung für Kindergottesdienst-Mitarbeitende im Wittgensteiner Kirchenkreis lautete jetzt, wann der Kindergottesdienst stattfindet. Eine unverfängliche Frage. Aber bei der Antwort passiert es schnell, dass man den Kindergottesdienst in Relation zum Gottesdienst für die Erwachsenen setzt und dann über den Kindergottesdienst sagt, dass dieser vor oder nach dem eigentlichen Gottesdienst stattfindet. Das war jetzt auch im Gemeindehaus Elsoff so - und irgendwie hatte Fortbildungsleiterin Kerstin Othmer-Haake genau darauf gewartet. Denn das war die perfekte Vorlage für die Pfarrerin vom Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen in Villigst, um gleich am Anfang mal klarzustellen, dass es nicht einen eigentlichen Gottesdienst und dann noch den für Kinder gibt. Deutlich schrieb sie den vielen jungen und ein paar erfahreneren Ehrenamtlichen aus den Kirchengemeinden Arfeld, Bad Laasphe, Banfe, Lukas und Wunderthausen/Diedenshausen ins Stammbuch, dass auch sie mit den Kindern einen richtigen, echten Gottesdienst feiern.

Deshalb war es Kerstin Othmer-Haake wichtig, dass die Liturgische Eröffnung „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ am Anfang, das Vaterunser und der Segen am Schluss zu jedem Kindergottesdienst gehören. „Lebendige Botschaft und Liturgie mit allen Sinnen“ war die Fortbildung überschrieben. Für die Lebendigkeit streute Kerstin Othmer-Haake immer mal wieder Geschichten ein und Lieder, die nicht nur gesungen wurden, sondern mit Bewegungen im Ganzkörper-Einsatz fröhlich übersetzt wurden. Der Besuch in der Lukas-Kirchengemeinde war für die Pfarrerin fast ein Heimspiel, sie war schon öfters in Wittgenstein. Lukas-Pfarrer Dr. Ralf Kötter schätzt ihre Arbeit sehr, die Kindergottesdienst-Mitarbeitenden aus der Gemeinde sind schon mehrfach bei Fortbildungen von Kerstin Othmer-Haake im Haus Nordhelle gewesen - und stets begeistert zurückgekommen..

Diesmal hatte Carolin Bem vom Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Kirchenkreis eingeladen und trotz der widrigen Wetter-Umstände hatten sich 16 Teilnehmer auf den Weg nach Elsoff gemacht. Sie erlebten einen kurzweiligen Tag. Immer wieder fragte die Referentin nach der konkreten Situation der unterschiedlichen Kindergottesdienste, um den Ehrenamtlichen möglichst passgenau Tipps zu geben. Wobei die meisten der vielen guten Ratschläge so praxis-tauglich waren, dass sie wohl in jeder Gemeinde funktionierten. Für alle gab es ein anschauliches Büchlein „Das ist Beten“ aus der Kirche-mit-Kindern-Reihe. In dem Zusammenhang war nicht nur das Vaterunser Thema, sondern auch ein Glaubensbekenntnis, kürzer und einfacher als das übliche.

Ganz ausführlich und praktisch beschäftigte sich das Seminar nach der Mittagspause mit der Geschichte von Jesu Taufe. In vier Gruppen bearbeiteten die Ehrenamtlichen das Thema. Die eine Gruppe malte Bilder zur Geschichte, die andere erzählte diese mit Musik, die dritte hatte einen Haufen Sand mit selbst gebastelten Figuren ,um die Handlung darzustellen, die vierte nutzte Bilderrahmen, Overheadprojektor und Sand, um kleine Sandbilder zur Geschichte zu malen und an die Wand zu werfen. Auch hier gab es viele gute Ideen, um die spannenden biblischen Geschichten für Mädchen und Jungen angemessen zu erzählen - eben so interessant wie sie tatsächlich sind.

Das Besondere an der zweifelsohne sinnvollen Fortbildung war der Ton. Während draußen Schnee lag und kalter Wind pfiff, hörten die Ehrenamtlichen drinnen in warmer Atmosphäre, wie wertvoll ihre Arbeit für die Gemeinde selbst und die jüngsten Gemeindeglieder ist. Schließlich ist der Kindergottesdienst kein Nebenbei-Unterhaltungsprogramm für den Nachwuchs, sondern ein richtiger Gottesdienst für Kleine - die zweifelsohne die Zukunft der Kirchengemeinde sind. Und deshalb muss der Kindergottesdienst auch gut sein. Das ist jetzt schon im Kirchenkreis der Fall, aber in Elsoff gab es nochmal viele gute Tipps, damit das auch so bleibt.

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