„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ >
< Gemeinde verabschiedet Elisabeth Grube
27.12.2015
Von: Jens Gesper

„Du bist Seelsorgerin aus tiefster Überzeugung“

Stefan Berk verabschiedet Gleidorfer Pfarrerin Elisabeth Grube in Vorruhestand


Die anwesenden Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Gleidorf stellten sich - ergänzt um Superintendent Stefan Berk und Organist Mario Vogel - nach dem Verabschiedungsgottesdienst für Pfarrerin Elisabeth Grube mit ihr noch einmal zum gemeinsamen Foto auf.

Auch die Kollegen aus den beiden Evangelischen Nachbarkirchengemeinden im Hochsauerland, Jürgen Rademacher und Matthias Gleibe, kamen zum Verabschiedungsgottesdienst von Pfarrerin Elisabeth Grube.

Auch Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe war beim Verabschiedungsgottesdienst der Gleidorfer Gemeindepfarrerin Elisabeth Grube.

Unter anderem mit Susanne Falk war Pfarrerin Elisabeth Grube in der Projektgruppe „Spiritueller Sommer“ auf der Suche nach Wegen zum Leben.

Unter anderem mit Schmallenbergs Tourismusdirektor Hubertus Schmidt war Pfarrerin Elisabeth Grube in der Projektgruppe „Spiritueller Sommer“ auf der Suche nach Wegen zum Leben.

Mit Künstlerin Gabriele Schulz verbindet Pfarrerin Elisabeth Grube eine wunderbare Ausstellung, mit Theo Richter Jahre in der Projektgruppe „Spiritueller Sommer“.

Auch aus Wittgenstein hatten sich Menschen auf den Weg zum Verabschiedungsgottesdienst von Pfarrerin Elisabeth Grube in die Gleidorfer Auferstehungskirche gemacht.

Volle Kirchen zu Weihnachten kann in unseren Breiten Gott sei Dank noch jeder - aber die Evangelische Auferstehungskirche Gleidorf war auch am Sonntagnachmittag gleich nach Heiligabend und den beiden Weihnachts-Feiertagen noch einmal proppenvoll. Bestimmt 120 Menschen wollten bei der Verabschiedung von Pfarrerin Elisabeth Grube dabei sein, die nach fünfeinhalb Jahren als Gemeindepfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Gleidorf und mit einer halben Stelle als Krankenhaus-Seelsorgerin im Kloster Grafschaft zum Jahresende 2015 in den Vorruhestand geht.

Entpflichtet von ihrem Dienst wurde Pfarrer Elisabeth Grube durch Superintendent Stefan Berk, er ist der Leitende Theologe des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein, zu dem die Gleidorfer Kirchengemeinde gehört, auch wenn sie im Hochsauerland liegt. Und in den Worten des Erndtebrücker Pfarrers wurde deutlich, dass er trotz der räumlichen Distanz seine Gleidorfer Kollegin gut kennt: „Nun gehst Du diesen Weg, der Deine Arbeit in dieser Kirchengemeinde abschließt - und gleichzeitig neue Möglichkeiten öffnet. Es ist ja eher ein Unruhestand, in den Du hinein gehst, denn mit 58 setzt man sich nicht zur Ruhe. Die Begleitung von Menschen liegt Dir seit jeher am Herzen, Du bist Seelsorgerin aus tiefster Überzeugung - und deshalb wirst Du den Patientinnen und Patienten im Kloster Grafschaft weiter ehrenamtlich zur Seite stehen.“

Außerdem stellt sich Elisabeth Grube an anderer Stelle weiter in den Dienst des Wittgensteiner Kirchenkreises. Die Kreissynodal-Versammlung hatte ihr im Sommer eine Beauftragung für Tourismus übertragen. Diese wird Elisabeth Grube weiter wahrnehmen, hat sie den Kirchenkreis doch zur Freude von Stefan Berk seit Jahren in der Projektgruppe des Spirituellen Sommers vertreten: „Damit verbunden ist eine Leidenschaft, von der wir hier in der Gemeinde, aber auch weit darüber hinaus profitieren konnten: Dein Interesse an Spiritualität, die Frage danach, wie sich Glaube im Alltag äußern kann, welche Worte, Gedanken, Gefühle, welche Symbole und Gesichter er findet, um sich auszudrücken. Der Geist Gottes sucht immer neu nach Wegen, sich mitzuteilen – und die letzten Jahre des Spirituellen Sommers waren so gesehen nichts anderes als der Versuch, dem Geist Gottes auf der Spur zu bleiben oder auf die Spur zu kommen, ihn wahrzunehmen, Türen in uns zu öffnen für die Begegnung mit ihm. Ich freue mich, dass Du an dieser Stelle weiterarbeiten willst. Es tut uns als Evangelischer Kirche gut, auf der Suche nach einer guten, neuen Spiritualität zu bleiben und immer wieder zu fragen, wie und auf welche Weise uns der Geist Gottes heute begegnet. Die vielen Menschen, die in den letzten Jahren diese Wege mit Dir und anderen gegangen sind, sprechen eine deutliche Sprache.“

Von diesen Menschen waren viele beim Verabschiedungsgottesdienst in der Auferstehungskirche. Sie gestalteten den Gottesdienst mit, etwa im Fürbittengebet: die Presbyter-Ehefrauen Elisabeth Kördel und Monika Gilbert, die Presbyter Günter Bannuscher und Renate Betz sowie Schwester Klemens aus der Klinik „Kloster Grafschaft“ und Jutta Kröger vom Schmallenberger Kunsthaus „Alte Mühle“. Oder auch musikalisch: Mario Vogel an der Orgel und Regina Segref mit zwei Solo-Liedern. Und sie gehörten zu den Besuchern des vollen, kleinen Gotteshauses: Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe genau wie Dechant Georg Schröder und die Pfarrer Erik Richter und Ulrich Stipp aus dem Katholischen Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe, Pflegedienstleiterin Schwester Theodora aus dem Kloster Grafschaft, der Schmallenberger Tourismusdirektor Hubertus Schmidt mit seinen Mitstreitern aus der Spirituellen-Sommer-Projektgruppe Susanne Falk, Michael Kloppenburg und Theo Richter. Offizielle Grußworte gab es auf Wunsch von Elisabeth Grube zwar keine, aber beim Händeschütteln und bei zahllosen Umarmungen nach dem Gottesdienst vor der Kirche sowie in den Gesprächen beim anschließenden Kaffeetrinken im alten Pfarrhaus neben der Auferstehungskirche war die Wertschätzung für die Arbeit von Pfarrerin Elisabeth Grube immer gegenwärtig und spürbar.

Für die Gemeinde formulierte Presbyter Dr. Johannes Gilbert den Dank an die scheidende Pfarrerin. Er übernimmt nun auch von Elisabeth Grube den Vorsitz im Gleidorfer Presbyterium. Weshalb es so viel Wertschätzung für Elisabeth Grube an diesem Tag gab, das gaben ihre eigenen, ehrlichen Dankesworte vielleicht einen Hinweis drauf. In einer langen, langen Aufzählung vergaß sie wirklich niemanden. Sie bedankte sich ihrerseits voller Wertschätzung bei all den Institutionen und Menschen, die ihr die Arbeit in der Gemeinde und im Kloster ermöglicht und erleichtert hatten.

Superintendent Stefan Berk sich sicher und außerdem froh, dass Elisabeth Grube trotz Ruhestand aktiv bleibe: „Die Herausforderung, das zu suchen, was Menschen brauchen, bleibt in Dir lebendig. Ich freue mich, dass Du dort weitermachst. Ich freue mich, dass dieser Tag heute kein Schlussstrich ist. Ich bin dankbar, dass Du auch in Deinem Ruhestand fragst, welches Dein neuer Platz ist - zwar jenseits des Pfarramtes in dieser Kirchengemeinde, aber nicht jenseits Deiner Ordination.“ Denn mit ihrer Ordination sei der bleibende Auftrag verbunden, die Zeit der Menschen mit dem zu füllen, was wirklich gebraucht werde.

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