„Du bist Seelsorgerin aus tiefster Überzeugung“ >
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27.12.2015
Von: Jens Gesper

Gemeinde verabschiedet Elisabeth Grube

Gottesdienst beginnt am 27. Dezember um 14 Uhr in der Gleidorfer Auferstehungskirche


„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und die ist grün“, sagte Hildegard von Bingen. Davon ließ sich Pfarrerin Elisabeth Grube (links) vor zweieinhalb Jahren mit Grün-Workshop-Leiterin Hannelore Schneider zu einer Ausstellung in der Auferstehungskirche Gleidorf inspirieren.

„Kinder haben mich gelehrt, was es heißt, im Reich Gottes zu leben“, sagt Elisabeth Grube. Die Gemeindepfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Gleidorf und Krankenhaus-Seelsorgerin im Kloster Grafschaft wird am Sonntag, 27. Dezember, mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr in der Evangelischen Auferstehungskirche Gleidorf, Jahnstraße 3, in den Vorruhestand verabschiedet. In Wuppertal habe sie gelernt, wie unmittelbar die biblische Botschaft an Kinder geknüpft sei.

Die gebürtige Leverkusenerin mit ostwestfälischen Wurzeln hatte ihr Theologie-Studium in Bethel begonnen, in Münster und Bonn fortgesetzt, wechselte dann nach Wuppertal. Ein wichtiger Wechsel für sie, an der Kirchlichen Hochschule dort sei sie theologisch heimisch geworden: Da habe sie „nochmal richtig Theologe studiert“, so Elisabeth Grube, die dort von der Kirchengeschichtlerin Susi Hausammann und deren Kollegen Bertold Klappert, Professor für Systematische Theologie, besonders beeindruckt wurde. Bei Susi Hausammann war sie zwei Jahre Assistentin. Danach arbeitete sie fünf Jahre in der Wuppertaler Kinderklinik: „Die ersten fünf Jahre haben mich tief geprägt“, ist sich die Pfarrerin in der Rückschau sicher. Es folgten von 1992 bis 1999 sieben Jahre in der Evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis am Niederrhein, hier waren Kinder- und Familienarbeit Kernpunkte des Dienstes. Sehr gern habe sie den Kindergottesdienst mitgestaltet, Kinderbibeltage und -wochen organsiert. Auch hier gab es ein Krankenhaus, allerdings ein kleines. Bei dem Einsatz um dessen bedrohte Existenz war Elisabeth Grube als Gemeindepfarrerin dabei. 1999 wechselte sie als Krankenhaus-Seelsorgerin in die Städtischen Kliniken Krefeld. Elf Jahre blieb sie, auch dort lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit im Bereich der Kinderklinik. Sie begleitete Eltern oder Familien, wenn Geburten von Problemen begleitet wurden. In einer interkulturellen und interreligiösen Arbeitsgruppe schaffte sie es mit anderen Christen, aber auch Muslimen in Krefeld, dass ein Begräbnisort für sogenannte nicht-bestattungsfähige, weil zu kleine tote Kinder eingerichtet wurde.

Persönliche Gründe veranlassten sie 2010 zu einem Umzug ins Sauerland, wo es direkt vor der Haustür eine passende Pfarrstelle gab. Die Evangelische Kirchengemeinde Gleidorf hatte nämlich eine halbe Gemeindepfarrstelle ausgeschrieben, zu der eine halbe Stelle in der Krankhausseelsorge im Kloster Grafschaft kam. Eine perfekte Kombination für Elisabeth Grube. Auch weil es in der Stellenausschreibung der Gemeinde die ganz konkrete Aufgabe gab, die Auferstehungskirche Gleidorf zu einer offenen Kirche zu machen. Evangelische Kirchen sind zwar auch innendrin sehr schön, aber außerhalb des Gottesdienstes zumeist zugesperrt. Das änderte sich schnell für die Sommermonate in Gleidorf. Es war ein spirituelles Angebot, das Menschen gern wahrnahmen. Der Weg zum Evangelischen Friedhof führt direkt an der Evangelischen Kirche vorbei, ähnlich wie der Sauerland-Radring und eine Sauerländer Zuwegung zum Jakobsweg von Paderborn nach Santiago de Compostela. Und da war es ein Glücksfall, dass die Idee, die Spiritualität und die Kirchen für alle Bevölkerungsgruppen einladender zu öffnen im Hochsauerland ganz offenbar in der Luft lag. Deutlichster Beweis: der Spirituelle Sommer. Nach kleinen Anfängen in 2012 im Schmallenberger Sauerland mauserte sich die Veranstaltungsreihe zu einem Besuchermagnet mit Bandbreite für größere Teile Südwestfalens. Von Anfang an ist Elisabeth Grube für den Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein in der Lenkungsgruppe des Spirituellen Sommers vertreten.

Was Spiritualität für sie bedeutet, das kann Elisabeth Grube ganz einfach erklären: „Dass ich entdecke, dass ich in der Geschichte Gottes mit den Menschen bin.“ Zum Verabschiedungs-Gottesdienst in der Evangelischen Auferstehungskirche sind alle Interessierten herzlich eingeladen.