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29.11.2015
Von: Jens Gesper

„Ich gehe wehmütig und freue mich auf den Ruhestand“

Diakoniepfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert wird 29. November in der Laaspher Stadtkirche verabschiedet


Insgesamt arbeitete Pfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert 14 Jahre lang gern als Klinikseelsorgerin in Bad Laasphe, für die Patienten und für die Mitarbeitenden. Seit vier Jahren ist sie die Wittgensteiner Diakoniepfarrerin und am Sonntag, 29. November, wird sie in der Laaspher Stadtkirche aus dem Dienst verabschiedet.

Als sie nach ihrem Gemeindevikariat Anfang der 80er Jahre in Dortmund und einem Sondervikariat am Pädagogischen Institut der Evangelischen Landeskirche Westfalens 1984 in eine Gemeindepfarrstelle in Kamen wechselte, da waren ihr die Besuche bei Gemeindegliedern im Krankenhaus oder in der Klinik gleich ein ganz wichtiges Anliegen. Für sie sei das, so Stephanie Eyter-Teuchert, ein „wesentliches Feld“ ihrer Arbeit gewesen. Und das diakonische Engagement zog sich durch ihren gesamten Lebenslauf im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein, aus dem sie am Sonntag, 29. November, in einem Gottesdienst ab 10 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Bad Laasphe verabschiedet wird. Dem schließt sich im benachbarten Gemeindehaus ein Empfang an.

Auch wenn sie seit vier Jahren die Diakoniepfarrerin des gesamten Wittgensteiner Kirchenkreises war, ist es folgerichtig, dass die Verabschiedung in der Lahnstadt stattfindet: Hier im Gemeindehaus hatte sie ihr Büro und in Bad Laasphe erlebte sie in ihrem Arbeitsleben sechs Insolvenzen mit: in der Lahnklinik, Emmaburg und Schlossbergklinik. Von 1997 bis 2011 arbeitete sie hier in der Klinikseelsorge. Sie kann sich genau erinnern, wie alles anfing. Sie hatte zwischenzeitlich das Ruhrgebiet gegen Marburg eingetauscht. Während die Kinder klein waren, arbeitete sie ehrenamtlich im Krankenhaus-Seelsorge-Team der Universitätsklinik und übernahm Gottesdienst-Vertretungen im Raum Marburg und in Wittgenstein. So kam es 1997 zu einem Erstgespräch mit Hans-Jürgen Debus, dem damaligen Wittgensteiner Superintendenten. Die offene, freundliche Atmosphäre ist Stephanie Eyter-Teuchert noch heute in Erinnerung. Genau wie der Willkommens-Blumenstrauß, den sie vom Laaspher Kurdirektor Dieter Lütke zum Amtsantritt bekam, da sie zunächst auch noch in der Kurseelsorge mitarbeitete.

Die Zeiten der Insolvenzen waren keine guten - aber es war gut, dass Stephanie Eyter-Teuchert in jenen Tagen in den Kliniken war. Ihre Klinik-Seelsorge hatte sie nie nur zu den Patienten geführt, sie verstand sich immer auch als Seelsorgerin für die Mitarbeitenden. Da sei das Konstrukt sehr hilfreich gewesen, dass sie als Pfarrerin im Entsendungsdienst von der Westfälischen Landeskirche bezahlt unabhängig im System habe arbeiten können. So war diese Erfahrung trotz aller Traurigkeit eine wertvolle. Aber es gab natürlich auch die fröhlichen und schönen Erinnerungen. Sei es an die gemeindliche Arbeit mit Konfirmanden aus Bad Laasphe und Puderbach, sei es an Emmaburg- und Schlossbergklinik, wo sie aktiv an Team-Besprechungen teilnehmen durfte und wo es gemeinsame Mittagessen mit den Ärzten und Psychologen gegeben habe, bei denen dann ein syrischer Christ, ein Muslim aus dem Iran und sie als Pfarrerin offen und kontrovers über Gott und die Welt gesprochen hätten - was dann auch wieder gut für die gemeinsame Arbeit gewesen sei.

Bei alldem konnte sich die Pfarrerin auf ein großes Fachwissen stützen, denn das Konzept des lebenslangen Lernens war für Stephanie Eyter-Teuchert keine Floskel: Nach der Klinischen Seelsorge-Ausbildung folgten zahlreiche Weiterbildungen, so dass sie sich heute Coach, Supervisorin, Mediatorin und Lehr-Supervisorin nennen darf. Das war ein perfektes Fundament für ihre neue Tätigkeit ab 2011 als Wittgensteiner Diakoniepfarrerin. Das Angebot für Supervision und Beratung für alle Mitarbeitenden im Kirchenkreis und im Diakonischen Werk Wittgenstein war einer der Aufgaben-Schwerpunkte. Dadurch kam es zu vielen intensiven Begegnungen der Seelsorge und Beratung, in denen Dinge geklärt worden seien. Auch das habe sie „mit Freude gemacht“. Und so sagt Pfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert: „Ich gehe wehmütig, ich hoffe, dass sich Kontakte erhalten und freue mich auf den Ruhestand.“ Wobei sie sich vorstellen kann, auch künftig in Kirchenkreis und Diakonie beratend tätig zu sein. Aber erst einmal macht sie einige Wochen Pause, um im Ruhestand wirklich anzukommen.