„Gott will dich als sein Kind“ >
< Jubiwo der Region IV in Schmallenberg
22.02.2018
Von: Jens Gesper

Die erste Sprach-Kita in Wittgenstein

Evangelische Kita „Regenbogen“ nimmt am Förderprogramm des Bundes teil


Sprache lässt Bilder im Kopf entstehen, Anregungen für diese Bilder lieferten die Mädchen und Jungen aus der Evangelischen Kita „Regenbogen“ in einem ihrer Lieder schon mal gleich in Plakatgröße über dem Kopf mit.

Per Wiebelhaus, Steffi Dersch, Claudia Latzel-Binder, Bernd Fuhrmann, Kornelia Peters-Manche, Dr. Frank Dratschmidt und Rosemarie Polensky (von links) freuten sich gemeinsam beim Enthüllen der Plakette, die nun am Kindergarten-Eingang die Evangelische Einrichtung „Regenbogen“ als Sprach-Kita ausweist.

Die UNESCO hat als Bildungs-Organisation der Vereinten Nationen einen Tag der Muttersprache ausgerufen, zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt sowie von Mehrsprachigkeit. Hört sich widersprüchlich, aber vielleicht ist es doch logisch, dass man eine andere Sprache erst ordentlich lernen kann, wenn man die eigene beherrscht. Und Sprache ist nun mal der Schlüssel zur Welt.

Genau diese Botschaft trägt das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ sogar im Namen. Das Bundesfamilienministerium unterstützt darin finanziell Kitas mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit einem besonderen sprachlichen Förderbedarf. In Wittgenstein ist die Kita „Regenbogen“ der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg die erste Einrichtung, die an diesem Programm teilnimmt. Bunt wie ein Regenbogen ist die Zusammensetzung der 23 Mädchen und Jungen in der eingruppigen Kita im Herrengarten, 17 der Kinder haben einen Migrationshintergrund. Und so begrüßten die Kinder mit ihren Mamas jetzt bei der Feierstunde zur Projekt-Teilnahme am Tag nach dem Welttag der Muttersprache ihre vielen Besucher im Christus-Haus vielsprachig. Da konnte man hören, wie sich „Herzlich Willkommen“ außer auf Deutsch auch noch auf Farsi, Griechisch, Italienisch und Russisch anhört. Selbst das war nur eine Auswahl aller in der Kita vertretenen Muttersprachen, insgesamt neun unterschiedliche Nationalitäten gibt es hier.

Rosemarie Polensky als Kita-Leiterin, ihre Stellvertretung Kornelia Peters-Manche und Steffi Dersch, nach Fortbildung auf diesem Gebiet die neue Sprach-Kita-Fachkraft, deren halbe Stelle aus dem Förderprogramm finanziert wird, stellten das Programm vor. Dabei geht es um Bildungsgerechtigkeit - seit Luthers Tagen ein wichtiges Ziel der Reformation. Weil die vielen Reden für die Kinder ein bisschen langweilig waren, sangen sie zwar den Besuchern zwei Lieder und beschenkten diese auch mit einer kleinen Bastelarbeit inklusive Süßigkeit. Danach ließen sie die Großen aber allein und gingen zum Spielen in die benachbarten Kita. Währenddessen lauschten die Erwachsenen den Ausführungen. Darunter viele Eltern, denn das gehört zum Programm, dass die Kita auch bei sprachlichen Schwierigkeiten immer ganz aktiv den Kontakt zu den Familien der Kinder sucht. Darunter die Pfarrerinnen Claudia Latzel-Binder und Christine Liedtke und einige Presbyter für die Kirchengemeinde sowie Bürgermeister Bernd Fuhrmann für die Stadt Bad Berleburg. Außerdem Vertreterinnen der zweiten Evangelischen Kita in Bad Berleburg und der Kitas der Erndtebrücker Kirchengemeinde sowie Jan Siegismund als Wittgensteiner Kita-Koordinator im Siegener Kreiskirchenamt. Und Vertreter des Rotary-Clubs Berleburg-Laasphe waren ebenso im Christus-Haus, darunter Präsident Per Wiebelhaus und Dr. Frank Dratschmidt, der den anderen Rotariern das Projekt vorgestellt hatte. Der heimische Rotary-Club unterstützt dieses nun bis einschließlich 2020 mit 1500 Euro jährlich. Um die Förderung vom Bund zu bekommen, muss die Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung nämlich einen Eigenanteil in Höhe von gut 2500 Euro aufbringen.

Hier gibt es mehr Fotos,
hier gibt es die PowerPointPräsentation der Kita,
hier gibt es das Grußwort von Bürgermeister Bend Fuhrmann.