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04.02.2018
Von: Jens Gesper

„Von der Pfarrfrau zur Bischöfin“

Vernissage und Gottesdienst eröffnen Ausstellung in Erndtebrücker Kirche am 4. Februar


Am Mittwochnachmittag wurde in der Evangelischen Kirche Erndtebrück die Ausstellung „Katharina von Bora. Von der Pfarrfrau zur Bischöfin“ aufgebaut. Sonntagabend wird sie mit einer Vernissage und einem Gottesdienst mit hoffentlich vielen Besucherinnen und Besuchern eröffnet.

Die Reformation ist als Hauptwort weiblich, das „die“ macht’s deutlich. Aber beim Reformations-Jubiläum im vergangenen Jahr waren zumeist Männer-Gesichter zu sehen: Luther, Melanchthon, Calvin, Zwingli, um nur ein paar zu nennen. Dabei ist heute klar: „Ohne die Mitwirkung der Frauen hätte die Reformation nicht denselben Einfluss und dieselbe Verbreitung gehabt.“

Dieser Satz steht auf einer der knapp 20 übermannshohen Schautafeln, die jetzt in der Evangelischen Kirche Erndtebrück zu sehen sind. Sie werfen einen Blick auf Katharina von Zell und Argula vom Grumbach, Frauen der Reformation, und auf historische Entwicklungen auf der Welt, bei uns, in Lettland, wo die Frauen-Ordination gerade wieder abgeschafft wurde, oder in den Niederlanden. Da gibt es Einiges zu lesen, worüber sich der reformierte Christ mit seiner Schwäche fürs gesprochene und geschriebene Wort natürlich freut. Aber ergänzt werden die Schautafeln durch Werke, die von Künstlerinnen konkret zum Thema „Die Geschichte der weiblichen Reformation“ geschaffen wurden.

Das Ganze war 2017 als Beitrag vom Bonner Frauenmuseum zum Reformations-Jubiläum unter der Überschrift „Katharina von Bora. Von der Pfarrfrau zur Bischöfin“ in Bonn zu sehen. Der Titel ist ein wenig irreführend, weil Luthers Gemahlin Katharina von Bora zwar Pfarrfrau war und allein durch ihre Arbeit dem Reformator viele wichtige Freiräume geschaffen hat, aber Bischöfin war sie wirklich nicht. Doch genau dazu macht die bereits am Anfang zitierte Schautafel klar: „Auch wenn sich die Reformatoren eine Ämterbesetzung mit Frauen kaum vorstellen konnten, war dies in ihrer Theologie von vornherein angelegt.“ Am vergangenen Mittwoch wurde die Ausstellung in Erndtebrück aufgebaut. Neben Superintendent Stefan Berk und Mitgliedern des Theologischen Ausschusses im Kirchenkreis waren auch Frauenmuseums-Direktorin Marianne Pitzen sowie die Künstlerinnen Susa Jung-Neuser aus Siegen und Dorothea Kirsch aus der Eifel zum Aufbau vor Ort.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 4. Februar, mit einer Vernissage ab 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Erndtebrück, der schließt sich ab 19 Uhr - wie gewohnt am ersten Sonntag des Monats - der Abendgottesdienst der Gemeinde an. Die Predigt hält Schulreferentin Silke van Doorn mit Wittgensteiner Frauen. Zu beiden Veranstaltungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Beides wird genauso wie das anschließende Beisammensein musikalisch umrahmt von der Wittgensteiner Band „Yazzmine“.

Die Ausstellung ist bis zum Weltgebetstag, 2. März, in der Erndtebrücker Kirche zu sehen. In dieser Zeit gibt es in der Kirche weitere Veranstaltungen zum Thema, die Möglichkeit für Gruppen-Führungen und ganz reguläre Öffnungszeiten. All das steht in Faltblättern, die am Sonntag in der Kirche, ansonsten aber auch in allen Wittgensteiner Gemeinde- und Rathäusern ausliegen.

Hier gibt es das Faltblatt,
hier gibt es mehr Fotos.