„Der streitbare Luther“ >
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24.11.2017
Von: Jens Gesper

Von Paulus bis zum Rap-Konzert

400 Besucher bei abwechslungsreicher Jugendbibelwoche der Region III in Birkelbach


Nach einem christlichen Rap-Konzert mit „fil_da_elephant“ endete die Jugendbibelwoche der Erndtebrücker Kirchenkreis-Region mit einer fröhlichen Polonaise durch die Birkelbacher Kirche.

Zahlreiche evangelische Zeitreisen führten in diesem Jahr aus gegebenem Anlass etwa 500 Jahre zurück, nach 1517 zum legendären Thesenaschlag von Martin Luther. Auch die Jugendbibelwoche der Region III im Wittgensteiner Kirchenkreis mit den Gemeinden Birkelbach, Erndtebrück, Raumland und Wingeshausen war jetzt auf der Zeitachse unterwegs. Aber sie landete an jedem ihrer vier Abende in einer anderen Epoche.

400 junge Menschen ließen sich insgesamt einladen - und 35 Mitarbeitende, wie immer in dieser Region allesamt Ehrenamtliche aus allen vier Gemeinden, gestalteten für die Gäste vier sehr unterschiedliche Abende in der Birkelbacher Kirche. Zum Leitungsteam gehörten neben dem Hauptverantwortlichen Jörn Dickel auch Lea Hasler, Anne Rath, Benjamin Schneider, Hannes Schruttke, Nina Völkel und Sebastian Walter. Für die musikalische Umrahmung der Abende mit Andachten, Anspielen und Videos sorgte die Jubiwo-Band der Region mit Manuel Burk, Amelie Radomski, Kathrin Radomski, Thilo Schmidt und Michael Treude.

Traf man am ersten Abend im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung auf den Apostel Paulus, so sah man am zweiten Abend bei der Talkshow „hart aber mittelalter“ Martin Luther zwischen Hexe und Ritter reden, der dritte Abend führte zu der sagenhaften Weihnachts-Waffenruhe des Jahres 1914 in Schützengräben an der Weltkriegs-Front zwischen Deutschen und Briten, zum Abschluss wurde dann am letzten Abend der Konfirmandenunterricht von vor 50 Jahren mit dem von heute verglichen. Und da waren alle Besucher Fachleute, denn Jugendbibelwochen richten sich in allererster Linie an eben jene Zielgruppe. Das hörte man danach auch nochmal ganz deutlich, denn die Jugendbibelwoche ging mit einem christlichen Rap-Konzert zu Ende.

„fil_da_elephant“ standen auf der Bühne: Zum einen war das Philip Obrigewitsch, hauptberuflich Jugendreferent in Esslingen, zum anderen Marc, der unter dem Künstlernamen „Wazzo“ auch allein Musik macht. Und bei allem Modernen aus der Gegenwart endete die Jugendbibelwoche schlussendlich eher traditionell - mit einer fröhlichen Polonaise, auch wenn man so etwas in der Kirche üblicherweise eher nicht erlebt.

Aber an diesem Abend passte das gut und war somit ein angemessener Abschluss für eine Jugendbibelwoche, die bei allem Nachdenklichen auch die Lebensfreude nie vergessen hat. Schließlich macht Luthers Erkenntnis, dass menschliche Würde und Freiheit nicht von der Leistung des Einzelnen abhängen, sondern ein Gottesgeschenk sind, alle, die daran glauben, einfach frei. Genau wie es in der Evangelischen Kirche von Westfalen über dem Reformationsjubiläumsjahr stand.

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