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13.11.2017
Von: Reni Rode

Martin Luther im Advent und zu Weihnachten

Frauenhilfs-Bezirksverband stimmt in Raumland auf besondere Zeit ein


58 Frauen aus vielen Kirchengemeinden in Wittgenstein, aber auch aus dem Hochsauerland waren der Einladung des Frauenhilfs-Bezirksverbands gefolgt...

... und nahmen in Raumland in einem Stuhlkreis um eine adventlich gestaltete Mitte Platz.

Bei dieser Gruppe gibt es naturgemäß keinen Mann, deshalb spielte Berit Nolting Martin Luther, aber was sollte auch ein Mann können, das eine Frau nicht kann?

Musik machte wie immer Dorothee Krumm - und Musik ist bei Luther natürlich ein ganz wichtiges Thema.

Der Bezirksverband der Evangelischen Frauenhilfen im Kirchenkreis Wittgenstein hatte jetzt in das Gemeindehaus Raumland eingeladen, um den Gruppenleiterinnen Anregungen für die Gestaltung ihrer Treffen im Advent zu geben. Am Ende des Jubiläumsjahres der Reformation lautete das Thema des Nachmittags: Luthers Einfluss auf Advent und Weihnachten.

Um darüber etwas zu erfahren, waren 58 Frauen aus vielen Kirchengemeinden in Wittgenstein, aber auch aus dem Hochsauerland, das ebenfalls zum heimischen Kirchenkreis gehört, der Einladung gefolgt und hatten in einem Stuhlkreis um eine adventlich gestaltete Mitte Platz genommen.

Nach der Begrüßung durch die Bezirksverbands-Vorsitzende Brigitte Rothenpieler und der Andacht von Berit Nolting, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Raumland, erklang dann das erste Lutherlied, begleitet von Dorothee Krumm am Klavier. Martin Luther liebte Musik, spielte die Laute und schrieb selbst Lieder. 35 seiner Werke finden sich heute im Evangelischen Gesangbuch. Darunter ein Adventslied und sechs Weihnachtslieder, die er komponiert und getextet hat. Ein sehr bekanntes ist „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Auf anschauliche Weise wurde in Raumland bei einem Anspiel mit Berit Nolting als Luther, Christel Knebel als Magd und Waltraut Seifert als Katharina Luther die Entstehung dieses Liedes dargestellt. Mit Martin Luther begann die Zeit des Gemeindegesangs. Bis dahin hatten nur Geistliche und Mönche in den Gottesdiensten lateinische Hymnen gesungen, die das Volk nicht verstand. Ein Gespräch zwischen Christel Knebel und Erna Galler aus dem Bezirksvorstand rückte Luthers Kindheit im Advent vor der Reformation in den Vordergrund. Und auch ein weiteres Anspiel, in dem Brigitte Rothenpieler in der Rolle einer Pfarrerin der heutigen Zeit sich mit Martin Luther, wieder von Berit Nolting gespielt, unterhielt, vertiefte die Vorstellungen der damaligen Epoche, in der Martin Luther lebte und wirkte.

Als zusammenfassender Abschluss wurden verschriftlichte Begriffe zum Thema „Advent und Weihnachten vor und nach der Reformation und was bis heute geblieben ist“ um den Stern in der Kreismitte unsortiert auf den Boden platziert. Die Frauen überlegten dann gemeinsam, welche Änderungen der heutigen Advents- und Weihnachtsbräuche auf den Einfluss des Reformators zurückzuführen sind und legten die jeweiligen Papierstreifen auf die Strahlen des Sterns.

Dabei wurde allen noch einmal bewusst: Die Predigt wurde endlich in deutscher Sprache gehalten. Es entstanden Lieder für den Gottesdienst. Die Fastenzeit wurde eingegrenzt, und es wurde versucht, den Geisterglauben zu beenden. Das Christuskind - oder volkstümlich verkürzt: das Christkind - gilt als Gabe und Gabenbringer. Die Bescherung ist am Heiligabend. Nach einer besinnlichen Adventszeit mit einer Vorfreude auf Weihnachten sollte dieses Fest fröhlich gefeiert werden. Christus ist der Mittelpunkt der Advents- und Weihnachtszeit.

Zusammenfassend gesagt, erlebten alle einen besinnlichen und frohen Nachmittag - ganz ohne Fasten. Die stärkende Kaffeepause mit Kuchen und Broten hatten die Veranstaltungs-Besucherinnen der Frauenhilfe Raumland zu verdanken.

Auch diesmal wurden die Anregungen zur eigenen Gestaltung einer Feier im Advent in einer Arbeitsmappe festgehalten, die am Ende alle mit nach Hause nehmen konnten.