Was macht Gemeindearbeit aus? >
< Rund um den Reformationstag...
31.10.2017
Von: Helmut Krumm

Bunter Melodienstrauß zum Reformationstag

Kirchenchor, Flötenkreis und Blechbläser feierten in Erndtebrück den Jahrestag musikalisch


In der Erndtebrücker Kirchengemeinde hatten sich der Flötenkreis,...

... einige Blechbläser...

... und der Kirchenchor passend zum Jubiläum mit Musik aus der Reformationszeit beschäftigt. Gemeinsam überreichten sie in der Kirche einen bunten Melodienstrauß aus dem Luthergarten.

„Ein bunter Melodienstrauß aus dem Luthergarten“ - unter diesem Motto stand eine abendliche Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück zum Reformationstag. Im Zusammenhang mit dem Luthergarten in der ehemaligen Erndtebrücker Hauptschule hatten sich der Kirchenchor, der Flötenkreis und einige Blechbläser mit Musik der Reformationszeit beschäftigt. Was da geübt worden war, konnte nun am Reformationstag noch einmal im Zusammenhang dargeboten werden.

Die Bläser benutzten dazu Nachbauten historischer Trompeten und Posaunen, die in der Kirchengemeinde in den 60er Jahren angeschafft wurden und zuletzt bei der Erndtebrücker 750-Jahr-Feier erklangen. Im Zusammen- und Wechselspiel mit den Flöten eröffneten sie den Abend mit einer Tanzsuite von Valentin Hausmann. Und dann machte Helmut Krumm mit der recht zahlreich erschienen Gemeinde einen kleinen musikalischen Rundgang durch den Luthergarten.

Ausgehend von dem Luther-Lied „Die rechte Zeit im Jahr ist Mai’n“ im Chorsatz von Arnold Mendelssohn wurde deutlich, dass Martin Luther die Musik als ein Gottesgeschenk betrachtet, das vor dem Menschen da ist. Der musizierende Mensch stimmt lediglich ein in den Gesang der Vögel und der gesamten Schöpfung. Völlig klar, dass das Lied dann von der Gemeinde noch einmal gesungen wurde, diesmal mit der alten böhmischen Melodie, begleitet von Kathrin Hackler am Klavier.

Luthers musikalische Ausbildung und Fähigkeit als Komponist wurde deutlich an seiner Motette „Non morior, sed vivam“ für vierstimmigen Chor und an seinem ersten Lied „Ein neues Lied wir heben an“, einem Bänkellied zur Laute, gespielt von Andreas Roth.

Im Mittelpunkt des Abends standen dann zwei Choräle: Die Gemeinde sang mit Bläserbegleitung „Nun freut euch lieben Christen g’mein“, - alle zehn Strophen in Gruppen. Und der Chor fügte an passender Stelle die fünf Strophen ein von „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ So interpretierten sich diese beiden Lieder gegenseitig und das Kernbekenntnis Luthers wurde überdeutlich: „Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen!“

Abgerundet wurde das Bild durch Chorsätze zu „Herr Christ, der einig Gott’s Sohn“ von Elisabeth Cruziger, einem der acht Lieder im ersten evangelischen Gesangbuch, und „Nun lob mein Seel den Herren“ dem ersten Loblied der Reformation.

Die Gliederung des Abend übernahm der Flötenkreis mit der Darbietung verschiedener Tänze und Lieder aus spätem Mittelalter und früher Neuzeit, die es der Gemeinde mehrfach ermöglichten, in Ruhe noch einmal über Gehörtes und Gesungenes nachzudenken.

Schließlich durfte auch „Ein feste Burg nicht fehlen“, wobei ausdrücklich auf den friedlichen Charakter dieses Liedes hingewiesen wurde, das oftmals als protestantisches deutsches Kampflied missbraucht worden ist.

Der Abend schloss mit drei Sätzen von „Verleih uns Frieden gnädiglich‘ von 1529, 1831 und 2007 und nach Vaterunser und Segen wunderte sich mancher, wie schnell die Zeit vergangen war.

Dass die „Uraufführung“ der Luther-Motette erst im zweiten Anlauf gelang, tat der Sache dabei keinen Abbruch.

Hier gibt es noch viel mehr Fotos von den Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum im Wittgensteiner Kirchenkreis.