Konfi-Cup 2011

Knapp vor Mitternacht waren die Pokale und Urkunden verteilt und das Turnier vorbei. In der Mitte stehen die Vertreter der Lukas-Kirchengemeinde, deren beide Mannschaften Erster und Vierter wurden. Die Erndtebrücker (links) wurden beim Fußball Zweiter und beim Hockey Dritter, bei den Feudingern (rechts) war es gerade umgekehrt.

Sowohl beim Hockey als auch beim Fußball – trotz immerhin zwölf Mannschaften beim Konfi-Cup in der Erndtebrücker Dreifachturnhalle standen auf den ersten vier Plätzen die gleichen Namen: neben den ersten Mannschaften aus Feudingen und Erndtebrück auch noch beide Teams der Lukas-Gemeinde im Elsoff- und Edertal. Und als wäre das nicht genug: Beide Turniere wurden von der ersten Lukas-Mannschaft gewonnen, auch wenn im Fußball nach einem torlosen Unentschieden im Endspiel ein Sieben-Meter-Schießen nötig wurde, das Lukas klar für sich entschied.

Im Hockey kamen die Feudinger auf Platz zwei, die Erndtebrücker auf Platz drei und die Zweite aus Lukas auf Platz vier, im Fußball wurden die Erndtebrücker Zweiter, die Oberlahntaler Dritter und die Zweite aus Elsoff Vierter. Die Erste aus Birkelbach und die Kicker aus Raumland wurden Fünfter, Erndtebrück II Siebter, Wingeshausen Achter, Berghausen/Weidenhausen Neunter, Birkelbach II Zehnter, Feudingen II Elfter und die Gleidorfer nach ihrer langen Anreise aus dem Sauerland Zwölfter.

  • Dr. Ralf Kötter – der erfolgreichste Trainer beim Wittgensteiner Konfi-Cup, obwohl er ein Köln-Trikot trug – hatte aus Elsoff auch noch die Musikanlage mitgebracht, so dass es ordentlich Stimmung gab in der Erndtebrücker Dreifach-Turnhalle.
  • Noch ein erfolgreicher Konfi-Cup-Trainer im Trikot des 1. FC Köln: der Oberndorfer Pfarrer Oliver Lehnsdorf.

Aber egal, ob die Teams Erster oder Letzter wurden – alle Katechumenen und Konfirmanden hatten einen Riesenspaß, auch wenn hier und da doch eine Menge Ehrgeiz im Spiel war. Bei den Aktiven genau wie bei den Trainern im Talar, wobei diese natürlich in Zivil angereist waren – oder sogar stilecht im Bundesliga-Trikot. Der Elsoffer Dr. Ralf Kötter als erfolgreichster Coach des Konfi-Cups zum Beispiel im Outfit des 1. FC Köln, genau wie sein ebenfalls recht erfolgreicher Oberlahntaler Kollege Oliver Lehnsdorf. Mit Ernst, aber auch mit viel Humor waren alle bei der Sache.

Berit Nolting ist im Kirchenkreis die Beauftragte für den kirchlichen Unterricht. Und obwohl sie von der Veranstaltung begeistert war, landete ihre Mannschaft nur im Mittelfeld: Ihre Erklärung: Die Schiedsrichterin sei Schuld gewesen, nachdem Spiel habe sie die auch wieder mit einer Brille gesehen, die diese beim Spiel definitiv nicht aufgehabt habe.

Zum Beispiel Berghausens Pfarrerin Berit Nolting, die die eher mittelmäßige Platzierung ihrer Schützlinge vor allem durch schlechte Schiedsrichter-Leistungen begründete – mit einem Augenzwinkern. Sie habe die entsprechende Schiedsrichterin nach dem Spiel gesehen, da habe sie eine Brille aufgehabt – beim Spiel selbst aber nicht. Zuständig für den Konfi-Cup in Wittgenstein ist Berit Nolting als Beauftragte für den Kirchlichen Unterricht im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein. Sie habe bestimmt schon dreimal den Konfi-Cup durchgeführt, aber immer an einem Dienstagnachmittag in einem sehr viel kleineren Rahmen auf dem Berleburger Stöppel. Da seien vielleicht mal acht Mannschaften gewesen. Ihr habe dieses deutlich größere Format sehr gut gefallen, und es sei einfach ein schöner Abend mit den Jugendlichen gewesen. Für sie habe schon der Weg zum Turnier und dann wieder nach Hause dazugehört: „Ich hatte sechs Konfirmanden im Auto, allein die Fahrt war ein Erlebnis.“ Sie hoffe, dass es eine Wiederholung gebe.

Um diese Pokale ging es, auf die Thomas Lindner vom Kompetenzzentrum für Jugendarbeit beim Kirchenkreis hier noch ein wachsames Auge wirft.

Organisiert worden war das Ganze im Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Wittgensteiner Kirchenkreis. Als pädagogische Fachkraft freute sich Thomas Lindner vor allem darüber, dass die Jugendlichen ganz offensichtlich ihren Spaß bei der Veranstaltung hatten. Diese sei so abgelaufen, wie er sich das vorgestellt habe. Für die parallel laufenden Hockey- und Fußball-Turniere hatte es zunächst je ein kleineres Spielfeld in der großen Halle gegeben, getrennt durch eine Chill-Zone in der Mitte, wo man die Spiele sehr gut verfolgen oder einfach miteinander reden konnte. Die vier entscheidenden Fußball-Partien bekamen dann die ganze Halle als Spielfläche. Dank einer großen Anlage aus der Lukas-Gemeinde gab es auch ordentlich Musik auf die Ohren.

Einige der Wittgensteiner, die im Sommer als Young Ambassadors nach Amerika fahren, waren ebenfalls in Erndtebrück, um hier Getränke und Würstchen zu verkaufen und damit ihre Reisekasse in die USA aufzubessern.

Einige der Wittgensteiner, die im kommenden Sommer als Young Ambassadors des Kirchenkreises für gut drei Wochen nach Amerika fahren, sorgten dafür, dass es etwas zu essen und zu trinken gab. Wobei sie die einzigen waren, die an diesem Abend deutliche Kritik abbekamen, ihr Angebot fand keine ungeteilte Zustimmung. Auch wenn es ihm geschmeckt habe und sonst alles toll gewesen sei, beschwerte sich einer der Konfirmanden: „Nur die Würstchen waren schwer dünn.“ Am Ende war Thomas Lindner ebenfalls „sehr zufrieden“ mit der Veranstaltung. Er könne sich vorstellen, dass man den nächsten Konfi-Cup im Sauerland ausrichte, aber zwischendurch würde er auch noch gern mit zwei, drei, vier Mannschaften an einem Hockey-Turnier des Biedenkopfer CVJM teilnehmen.

  • Beim Wittgensteiner Konfi-Cup sind Mädchen nicht nur die Unterstützerinnen am Spielfeld-Rand, in jeder Mannschaft kicken sie mit.
  • So bereiten sich Sieger vor - und so bereiten sie auch ihren Sieg nach: Gemeinsam mit ihrem Coach Dr. Ralf Kötter waren die Elsoffer Sieger mit dem richtigen Team-Geist beim Turnier dabei.
  • Auch wenn die Bundeskanzlerin die Kicker nicht in der Kabine besuchte, so gab es hier doch auch weibliche Wesen. Aber die Mannschaften waren ohnehin alle gemischt, immer mussten in jedem Team mindestens zwei Mädchen auf dem Platz sein.
  • Fachmänner unter sich: Thomas Lindner und Dr. Dirk Spornhauer diskutieren über den Spielplan.
  • Zahlreiche Besucher waren beim Wittgensteiner Konfi-Cup, der erstmals im etwas größeren Maßstab ausgetragen wurde, dabei.

Wie stolz die Elsoffer sind, kann man im Internet auf der Homepage der Lukas-Kirchengemeinde unter www.lukas-aktuell.de sehen, hier gibt es sogar einen Neun-Minuten-Film über das Turnier zu sehen. Lediglich eine Sache wurmte einen der Lukas-Spieler nach dem brillanten Doppelerfolg: „Und wir haben uns vor den Feudingern in die Hose gemacht.“ Damit ist nun Schluss, denn im April werden Lukas-Kicker die Farben des Wittgensteiner Kirchenkreises in Kamen vertreten. Hier wird der Sieger des Westfälischen Konfi-Cups ermittelt, der dann die Evangelische von Westfalen Ende Juni in Berlin vertritt, wo erstmals die Evangelische Kirche in Deutschland den deutschen Konfi-Cup-Sieger sucht. Das Ganze findet im Rahmenprogramm der Eröffnung der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin statt. Und ganz im Sinne der Gleichberechtigung mussten auch die Katechumenen und Konfirmanden in ihren Mannschaften immer mindestens zwei Mädchen mit auf dem Platz haben.

Die Lukas-Kicker belegten als Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein in einem Feld von 16 Mannschaften einen ordentlichen zehnten Platz – und dass die Wittgensteiner gekämpft haben, beweist das Bild.

Durch ihren Sieg waren die Lukas-Kicker für den Kirchenkreis Wittgenstein am Konfi-Cup der Westfälischen Landeskirche in Kamen qualifiziert. 16 Mannschaften traten an, darunter Teams aus Städten wie Dortmund oder Gelsenkirchen. Schon die Anzahl mancher Konfirmandengruppen mit über 500 Jugendlichen zeigt, auf welche Auswahl an guten Fußballerinnen und Fußballern diese Mannschaften zurückgreifen konnten. In diesem Feld belegten die Wittgensteiner einen achtbaren zehnten Platz, nachdem sie in der Vorrunde Steinfurt-Coesfeld-Borken mit 3:0 besiegten, dann aber gegen den späteren Turnierdritten Dortmund mit 1:3 unterlagen. Im entscheidenden Spiel gegen Soest blieb es bei einem 0:0, nachdem Marcel Zissel in der letzten Spielminute noch den Innenpfosten des gegnerischen Tores getroffen hatte. So mussten sich die Wittgensteiner frühzeitig auf den Heimweg machen. Trotzdem war es ein unvergesslicher Tag, zu dem auch das Sportfachgeschäft Dreisbach aus Bad Berleburg beigetragen hat: Die Lukas-Kirchengemeinde besitzt jetzt nämlich einen Satz eigener Fußball-Trikots, die künftig sicher immer wieder zum Einsatz kommen.